Jannik Bomberg ist Kinderschützenkönig in Rünthe

Spannend gestaltete sich beim Kinderschützenfest der Wettkampf um die Königskrone. Am Ende siegte Jannik Bomberg aus Hamm. Den ganzen Nachmittag über hatten die Rünther Schützen Programm für den Nachwuchs gestaltet.
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Spannend gestaltete sich beim Kinderschützenfest der Wettkampf um die Königskrone. Am Ende siegte Jannik Bomberg aus Hamm. Den ganzen Nachmittag über hatten die Rünther Schützen Programm für den Nachwuchs gestaltet.

RÜNTHE -  Jannik Bomberg kneift sein linkes Auge zu, mit dem rechten Zeigefinger betätigt er den Abzug. Volltreffer. Der Vogel – oder besser das, was noch von ihm übrig ist – segelt zu Boden. Der Zwölfjährige reißt seine Arme in die Höhe. Der Schützenverein Rünthe 1848 hat einen neuen Kinderkönig.

Die Krone fällt dabei nicht weit vom Stamm. Im vergangenen Jahr erst bestieg Janniks Vater Manuel Hösel den Thron des Handwerker- Schützenvereins Westenfeldmark 1908. Dass sein Filius ein Jahr danach selbst die Königskette tragen würde, damit hatte niemand gerechnet. Nicht einmal der Schüler selbst. „Ich habe nur aus Spaß mitgemacht“, sagte er nach der Entscheidung immer noch ein wenig ungläubig.

Mit dem 534. Schuss bereitete er dem Vogel endgültig den Garaus. Zuvor hatte der kräftig Federn lassen müssen. Nachdem Jannik Bomberg und Noah Knülle die Insignien bereits unter sich aufgeteilt hatten, war nur noch der Rumpf übrig.

Dass dieser Tag kein gutes Ende für ihn nehmen würde, schien der von Christian Kamp erbaute Adler bereits zu ahnen. Das hölzerne Tier hatte sich um 180 Grad gedreht und hing von nun an kopfüber an der Schraube. „Der Vogel sieht jetzt aus wie ein Pinguin“, entfuhr es Noah beim Anblick der jämmerlichen Gestalt.

Insgesamt zehn Titelanwärter reihten sich zu Beginn des Festes in die Schlange ein. Später lichtete sich das Feld der Aspiranten zunehmend. Alexander Skopek, gerade einmal fünf Jahre jung, bewies Ausdauer. Auch der scheidende Kinderkönig Steven I. Staendike legte die Armbrust an. Von der Königskette trennte er sich nur ungern. „Doch ich will auch mal die anderen zum Zug kommen lassen“, meinte der Zehnjährige großzügig, bevor er sich aus dem Wettstreit zurückzog.

Solveig Hölscher notierte jeden Schuss akribisch. Auch zwei Stunden nach Beginn setzte die zweite Vorsitzende des Schützenvereins Rünthe immer noch neue Striche. „Zielt nicht auf die Mittelplatte“, riet Oberst Udo Mürmann unterdessen den Jungen. Doch es sollte bis zum Schluss spannend bleiben. Ein Junge warf noch einmal einen beschwörenden Blick auf sein Glücksarmband – vergeblich. Fortuna hatte andere Pläne.

Die Uhr zeigte noch nicht 19 Uhr, als Jannik Bomberg dem Ganzen ein Ende setzte.

In den nächsten zwei Jahren wird der Zwölfjährige aus Hamm den Rünther Schützennachwuchs regieren. Zu seiner Königin erkor er Ayla Schnittker. Sie wird die Nachfolge von Angelique II. Hölscher antreten. Als einer der Ersten überbrachte König Jörg III. Sawitza dem jungen König seine Glückwünsche.

Nach der Proklamation lud Janniks Familie alle Titelanwärter und deren Eltern zu einem Getränk ein. Die jungen Festbesucher hatten sich bereits am frühen Nachmittag am Nagelbalken, beim Dosenwerfen oder auch in der Hüpfburg austoben können. Abends dann richteten die Erwachsenen in geselliger Runde ihr Biwak aus. Als die Letzten den Heimweg antraten, leuchtete ihnen bereits der Mond den Weg. - rw

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