Der Jahreswechsel in Corona-Zeiten

Ordnungsamt auch Silvester im Einsatz – „Auf Haldenspaziergang besser verzichten“ 

Bergkamens Halde ist beliebt, sollte in dieser Silvesternacht aber gemieden werden.
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Bergkamens Halde ist beliebt, sollte in dieser Silvesternacht aber gemieden werden.

Die Silvesternacht 2020/21 wird vermutlich als die dunkelste und leiseste seit Jahrzehnten in Erinnerung bleiben. Dafür sorgt das Verkaufsverbot für Böller und Raketen, das im Zuge der Corona-Pandemie erlassen wurde. Wer trotzdem größere Partys feiert und damit gegen die Auflagen verstößt, muss mit Sanktionen rechnen. Auch zum Jahresausklang ist der Ordnungsdienst der Stadt Bergkamen im Einsatz – und nicht nur dieser.

Bergkamen – Zwar unternehmen die Teams zunächst keine Kontrollgänge. „Sie sind aber in Rufbereitschaft“, verdeutlicht die für Sicherheit und Ordnung zuständige Beigeordnete Christine Busch. Mit Zufriedenheit hat sie darüber hinaus vernommen, dass die Polizei verstärkt präsent sein will. Gemeinsame Streifen im Rahmen der Ordnungspartnerschaft seien allerdings nicht geplant, damit die Landesbeamten flexibel bleiben könnten.

Laut Busch behalten Ordnungsamt und Polizei seit Längerem unter anderem den Stadtwald und den Wasserpark besonders im Blick. Beides seien ebenso beliebte Treffpunkte für Gruppen wie Schulgelände. „Hier achten wir nicht nur darauf, was vor, sondern auch was hinter den Gebäuden passiert.“

„Bitte keine Feuerwerkskörper abbrennen“

Insgesamt erwartet die Stadt in der Silvesternacht keine großen Ansammlungen, zumal Bergkamen auch keine klassische Partyszene hat. „Auch über die Weihnachtstage war es relativ ruhig“, berichtet Busch. Spezielle Bereiche, in denen das Zünden von Böllern verboten ist, werden nicht ausgewiesen. Das Abfeuern von Raketen aus vergangenen Jahren bleibt bekanntlich erlaubt, gleichwohl wird dringend davon abgeraten.

Üblicherweise verfolgen viele Bergkamener das Feuerwerk an Silvester auf der Bergehalde Großes Holz. Weil das Schauspiel wohl zu großen Teilen ausfallen wird, rechnet der Regionalverband Ruhr als Eigentümer der Fläche mit deutlich weniger Besuchern. RVR-Sprecherin Barbara Klask schickt einen Appell an alle: „Bitte halten Sie Abstand.“ Am besten, ergänzt Kollege Jens Hapke, man verzichte in der Silvesternacht ganz auf den beliebten Haldenspaziergang. Feuerwerkskörper sollten hier schon gar nicht abgebrannt werden.

Mal geht’s gleich eine Minute nach Mitternacht los, mal dauert’s bis zum nächsten Morgen.

Feuerwehrchef Dirk Kemke zum Einsatzgeschehen in Silvesternächsten

Eigene Sicherheitskräfte für die Halden bereitzustellen, sei für den RVR nicht zu leisten, sagt Klask. Zu Sperrungen wegen der Corona-Pandemie sei es bis dato nur in Bottrop gekommen, auf Bitten der dortigen Stadtverwaltung. „Aber auch dann können wir Parkplätze und Wege nur mit Flatterbändern versehen.“ Gegen die Ausbreitung des Coronavirus hilft laut Klask vor allem eines: Vernunft und Besonnenheit.

Die Feuerwehr in Bergkamen rechnet wegen des Verkaufsverbots für Feuerwehrkörper mit einem vergleichsweise ruhigen Einsatzgeschehen. Das verdeutlicht ihr Leiter Dirk Kemke. An den Planungen für diese Nacht ändere dies allerdings nichts. „Alle Löschgruppen werden wie an den normalen Tagen einsatzbereit sein und bei Alarmierungen ausrücken.“

Rettungsdienst verzichtet auf Aufstockung

Laut Kemke bleibt es unvorhersehbar, wie sich eine Silvesternacht für die Feuerwehr entwickelt. „Mal geht’s gleich eine Minute nach Mitternacht los, mal dauert’s bis zum nächsten Morgen.“ Zumeist bekomme man es mit Kleinbränden zu tun.

Selbst, wenn das große Geballer in diesem Jahr ausbleibt: „Brände, die durch Feuerwerkskörper entstehen, sind auch diesmal nicht auszuschließen“, sagt Kemke – etwa, wenn Böller in Mülleimern explodierten oder sich ganze Feuerwerksbatterien neu entzündeten.

Daneben gibt es die normalen Einsätze nach Verkehrsunfällen. In der vergangenen Silvesternacht etwa rückte fast die komplette Bergkamener Feuerwehr zu den Autobahnen 1 und 2 aus. Im dichten Nebel hatte es mehrere teils schwere Zusammenstöße von Fahrzeugen gegeben. Auch an Silvester kann die Feuerwehr übrigens auf eine feste Besetzung von Feuerwachen verzichten.

Der von der Stadt Kamen aus organisierte Rettungsdienst verzichtet derweil auf die zu Silvester übliche Aufstockung der Einsatzwagen in den von ihr betreuten Kommunen. „Dafür werden in Lünen und Unna zwei zusätzliche Rettungswagen stationiert, die bei Bedarf kreisweit unterwegs sind“, sagt Rüdiger Büscher, Pressesprecher der Stadt Kamen.

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