17 Jahre lang Streitereien geschlichtet

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Beim Abschied der Schiedsleute, v.l., Bernd Roreger (Rechtsamt), Otto Popeck, Beigeordneter Marc Alexander Ulrich, Rainer Geschwind, Bürgermeister Roland Schäfer.

Bergkamen - Nach gut 17 Jahren ist Schluss: Heute verabschiedete die Verwaltung zwei Bergkamener Schiedspersonen. Otto Popeck und Rainer Geschwind sind künftig nicht mehr im Einsatz, wenn Nachbarn sich in die Haare  geraten.

2001 ließ sich Geschwind zum ersten Mal zum Schiedsmann im Bezirk Rünthe wählen. 2016 trat er einen Schritt zurück, war allerdings noch als stellvertretender Schiedsmann tätig, ehe er nun endgültig aus dem Amt ausschied. „Ein Grund ist, dass ich nach Werne gezogen bin“, sagte Geschwind. Und da Schiedspersonen in der Nachbarschaft wohnen sollen, um die sie sich kümmern, war eine weitere Amtszeit für ihn nicht mehr möglich. 

Zeit investieren

Otto Popeck entschied sich 2002, als Schiedsmann für den Bezirk Bergkamen Mitte I tätig zu sein. Er kann genau wie sein Kollege auf etliche Schlichtungen zurückblicken und übernahm zudem noch die Stellvertretung für den Bezirk Bergkamen Mitte II. „Manchmal hatte ich zwei oder drei Fälle im Jahr, es gab aber auch Jahre, da waren es über 20“, erzählte er. Bei vier bis fünf Treffen mit den beteiligten Parteien habe er da durchaus viel Zeit investieren müssen. Aber: „Es hat meistens auch viel Spaß gemacht“, betonte er. Vorwiegend sei es um Nachbarschaftsstreitigkeiten gegangen. „Straftaten und Beleidigungen gab es kaum.“ 

Auch Geschwind hatte vor allen in den Anfangsjahren viel zu tun. „In den letzten Jahren ließ es etwas nach“, erzählte er. Ein Grund, schätzt er, sei dass viele Leute inzwischen eine Rechtsschutzversicherung haben. „Sie gehen dann sofort zum Anwalt“, vermutete er. An seinen ersten Einsatz erinnert er sich bis heute: „Da kam der Antragsgegner zu mir, schmiss mir die Unterlagen vor die Füße und sagte mir, ich solle meinen Kram allein machen.“ In der Regel seien die Schlichtungen aber friedlich verlaufen. Und wenn es doch einmal Schwierigkeiten gegeben habe, habe das Rechtsamt der Stadt immer ein offenes Ohr für ihn gehabt. 

Lebenserfahrung und Menschenverstand 

Das soll auch beim Nachfolger von Geschwind und einem potenziellen Nachfolger für Popeck so sein. Denn während der Bezirk Rünthe wieder besetzt ist, sucht die Stadt noch eine Schiedsperson für den Bezirk Mitte I. „Eine juristische Ausbildung ist keine Voraussetzung“, sagte Bürgermeister Roland Schäfer. Wichtig seien aber Lebenserfahrung und ein gesunder Menschenverstand. In Schulungen lernten die Schiedspersonen dann, worauf es bei den Schlichtungen ankomme. Den beiden scheidenden Schlichtern gab Schäfer ein dickes Dankeschön mit auf den Weg: „Sie haben ein herausragendes Engagement für eine friedliche Gemeinschaft gezeigt“, lobte er.

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