Durchbruch bei Gesprächen

Ex-Turmarkaden-Fläche: Investor plant jetzt 115 Wohnungen, Ärztehaus und Supermarkt

Der Abriss der Turmarkaden ist weit fortgeschritten. Ein Einkaufszentrum soll hier nicht mehr entstehen, stattdessen eine „innenstadttypische Kombination von Wohnen, Dienstleistungen und Einzelhandel“.
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Der Abriss der Turmarkaden ist weit fortgeschritten. Ein Einkaufszentrum soll hier nicht mehr entstehen, stattdessen eine „innenstadttypische Kombination von Wohnen, Dienstleistungen und Einzelhandel“.

Die Gespräche zwischen der Stadt Bergkamen und dem Eigentümer der ehemaligen Turmarkaden-Fläche haben offenbar Früchte getragen. Auf dem Areal gegenüber dem Rathaus soll nun kein reines Einkaufszentrum mehr entstehen. Vielmehr sind unter anderem rund 115 Wohnungen, ein Ärztehaus sowie Grünflächen geplant.

Bergkamen – Die neuen Ideen entsprächen den aktuellen Vorgaben und den städtebaulichen Zielen, heißt es in der Verwaltung.

Dass im Hintergrund Gespräche über die Entwicklung der Fläche liefen, war bekannt. Dass der Knoten nun offenbar durchschlagen ist, kommt gleichwohl überraschend. In der Ratssitzung am Donnerstag, 29. Oktober, will die Grundstückseigentümerin, die Hilee GmbH in Zossen, ihre überarbeiteten Ideen der Politik vorstellen. Ihren ursprünglichen Plan, nach Abriss der Turmarkaden einen nächsten Konsumtempel zu errichten, hatte der Rat vor einigen Monaten mit einem Beschluss zur Aufstellung eines Bebauungsplans gekontert, der dem zuwider steht.

3000 Quadratmeter großer Supermarkt

Einkaufsflächen sowie Gastronomie und Büros für Dienstleistungen sind nach der neuesten Konzeption dennoch vorgesehen – und zwar in den Erdgeschossen der Gebäude, die in maximal fünfgeschossiger Bauweise errichtet werden sollen. Entstehen soll ein Lebensmittelmarkt mit einer Verkaufsfläche von etwa 3000 Quadratmetern. Alle anderen Ladenlokale, etwa für einen Drogeriemarkt, sollen mit höchstens 800 Quadratmetern deutlich kleiner werden.

In einer Vorlage für die Ratssitzung skizziert die Stadtverwaltung das mit dem Investor nun einvernehmlich abgestimmte Projekt. In dem Papier ist von einer „innenstadttypischen Kombination von Wohnen, Dienstleistungen und Einzelhandel“ die Rede – mit Wegen und Plätzen, die „den Standort an die Umgebung anbinden und Freiräume innerhalb des Standorts bieten“.

Die 115 Wohneinheiten sollen demnach barrierefrei angelegt werden und über Balkone verfügen. Die Flachdächer der Wohnhäuser sollen – „wo möglich“ – für Fotovoltaikanlagen genutzt werden. Die nicht überbauten Dächer von Erdgeschossflächen sollen als Gründach ausgeführt werden.

Das Ärztehaus soll im südlichen Bereich des Areals entstehen. Daneben sieht die Neukonzeption ein fünfgeschossiges Gebäude vor, in dem im ersten und zweiten Obergeschoss ein Sport-/Fitnessangebot und im dritten und vierten Obergeschoss Büros realisiert werden sollen.

Grün-Achse zwischen Rathaus und Zentrumsplatz

Zwischen dem Platz der Partnerstädte am Rathaus und dem Bereich Zentrumsplatz/Wasserpark wird eine breite parkähnliche Achse angelegt, die insbesondere für Fußgänger als Verbindung dient, aber auch als Platz für Außengastronomie genutzt werden soll. Die Detailplanung dieser Flächen soll durch einen Landschaftsarchitekten erfolgen.

Von den notwendigen Stellplätzen wird den Plänen nach etwa ein Drittel ebenerdig angelegt, der Rest soll in einer „großzügig dimensionierten Tiefgarage“ verschwinden.

Der Rat ist in seiner letzten Sitzung in dieser Legislaturperiode aufgerufen, sich zum neuen städtebaulichen Gesamtkonzept des Investors zu äußern. Die Verwaltung legt den Mitgliedern nahe, eine mögliche zweite Bauvoranfrage des Investors nicht mehr zurückstellen zu lassen, sofern diese den neuen Plänen entspricht.

Im Zuge eines Baugenehmigungsverfahrens soll zudem ein städtebaulicher Vertrag geschlossen werden, dem der Rat zustimmen muss. Die Ratssitzung am 29. Oktober beginnt um 17 in der Bogenschießhalle des Schützenvereins Kamen, An der Schützenheide 17 in Bergkamen.

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