Myeloische Leukämie

Auf der Intensivstation: Frau aus Bergkamen bangt um ihre schwerkranke Nichte in der Türkei

Eine Frau aus Bergkamen bangt um ihre kleine Nichte. Seit einigen Monaten liegt diese bereits in der Türkei auf der Intensivstation - mit myeloischer Leukämie.

Bergkamen - Es gibt weiter keine guten Nachrichten von Sofiya, der zwölfjährigen Nichte von Tatjana Galwas aus Bergkamen . Die Ärzte, die sie seit einigen Monaten in einer Istanbuler Klinik wegen ihrer myeloischen Leukämie behandeln, mussten die junge Kasachin auf die Intensivstation verlegen.

ErkrankungMyeloische Leukämie
Art der ErkrankungBlutkrebs
Häufiger BehandlungswegIntensive Chemotherapie

Frau aus Bergkamen bangt um Nichte mit Leukämie in der Türkei: Lungenarzt rät zu Chemo

„Sie muss immer wieder an ein Beatmungsgerät angeschlossen werden“, berichtet Galwas. Die jüngste Chemotherapie, die vor etwa drei Wochen gestartet sei, habe es nicht besser gemacht. Im Gegenteil. Begonnen hatte das behandelnde Team damit auf Anraten eines weiteren Lungenarztes.

Er hatte davon abgeraten, zunächst die Pilzinfektion der Lunge zu behandeln. „Er hat zur weiteren Chemo geraten, um die Krebszellen zu drücken, sodass man doch zunächst die Stammzellentransplantation durchführen kann“, sagt Galwas. Seiner Ansicht nach sei die Lunge der Zwölfjährigen bereits zu stark befallen, sodass eine Lungen-OP unumgänglich sei – nach der Stammzelltransplantation.

Leider sei die Chemotherapie ein Rückschlag gewesen, so Galwas. „Da konnte sie überhaupt nicht mehr selbstständig atmen, ihr Immunsystem schwächelte noch mehr.“

Frau aus Bergkamen bangt um Nichte mit Leukämie in der Türkei: Unerwartete Hilfe

Bei all den Komplikationen behalte Sofiya jedoch ihren Mut. „Ihre Eltern und ich als Tante hängen manchmal einfach durch“, sagt Galwas. „Sofiya baut ihre Eltern noch mit auf und macht immer weiter mit bei den Therapien, das gibt uns allen immer wieder neue Kraft.“

Sofiya und ihre Mutter Marina hoffen, dass die Behandlung in der Türkei erfolgreich ist.

Und noch etwas macht der Familie Hoffnung. Ein Mann aus Istanbul hat sich Sofiyas angenommen und hilft der Familie ehrenamtlich. „Er ist ein echter Glücksfall und zeigt, dass es immer gute Menschen gibt“, so Galwas. Er spreche Türkisch und Russisch und könne daher für die Familie übersetzen. Zudem habe er viele Bekanntschaften, schaffe es dadurch, den Preis für die Behandlungen neu zu verhandeln.

Frau aus Bergkamen bangt um Nichte mit Leukämie in der Türkei: Überlebenswichtige Transfusionen

„Sonst könnten wir das gar nicht mehr bezahlen“, erzählt die Bergkamenerin. Und er mobilisiere weitere Menschen. „Er spricht gezielt potenzielle Blutspender an, damit sie für die Bluttransfusionen für Sofiya spenden“, freut sich Galwas. Diese Transfusionen seien für das Immunsystem des Mädchens sehr wichtig.

Außerdem habe er den Kontakt zu einem Mediziner hergestellt, der mit seinen 82 Jahren noch immer praktiziert und als sehr gut und erfahren im Bereich der Chemotherapie gelte. Er wolle Sofiya helfen, auch wenn er eigentlich in einer anderen Klinik arbeite. „Er hat die Unterlagen von Sofiya abgeholt, um zu schauen, was an ihrer Therapie möglicherweise verändert werden sollte. Wir warten jetzt auf eine Rückmeldung von ihm.“

Rubriklistenbild: © Galwas

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