In den Gotteshäusern höchstens kurze Andachten

Gottesdienst im Freien: Bergkamens Gemeinden planen Heilig Abend in der Pandemie  

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Leere Bänke in der Rünther Christuskirche: Das ist dieser Tage auch Sinnbild für die Beschränkungen zum Schutz vor Corona.

In Zeiten der Pandemie liegt auf vollen Kirchen kein Segen. Bergkamens Gemeinden arbeiten an Alternativen für Heilig Abend:  

An einem von 365 Tagen in Jahr sind die zunehmend verwaisenden Kirchen traditionell gut besucht, teils proppenvoll: am 24. Dezember, Heiligabend. Aber in Zeiten des Corona-Virus müssen auch die kirchlichen Feiern zu Jesus’ Geburt anders ablaufen als gewohnt. Einige Gemeinden kündigen Gottesdienst im Freien an, andere stecken noch mitten in den Überlegungen.

Christi Geburt in Gemeinschaft feiern

Das Presbyterium der Gemeinde an der Friedenskirche hat ein vorläufiges Programm für die Feiertage vorgelegt. Die Gemeindeleitung möchte es möglichst vielen Mitgliedern ermöglichen, den Heiligen Abend unter den aktuellen Hygienebedingungen in der Gemeinschaft zu feiern. An der Thomaskirche soll um 16.30 Uhr ein Open-Air-Gottesdienst gefeiert werden. Wie genau, das steht noch nicht fest. Außerdem ist eine Christmette um 22 Uhr in der Kirche geplant. Zur gleichen Zeit soll es ebenso eine Christvesper in der Auferstehungskirche geben. Dort werden nach dem jetzigen Stand der Planungen zwischen 14 und 18 Uhr viertelstündige Andachten angeboten. 

In kleinen Gruppen durch die Kirche

„Diese beginnen immer zur vollen Stunde und werden dem Charakter nach auch auf Familien ausgerichtet sein“, erklärt Pfarrerin Ursula Goldmann. Nach den Kurz-Gottesdiensten werden auf dem Kirchenvorplatz Weihnachtslieder gesungen. Wie es mit Anmeldungen und festen Zeiten aussieht, wird noch geprüft. An der Friedenskirche verfolgt die Gemeinde ein ganz neues Konzept, indem sie keine festen Gottesdienstzeiten an Heiligabend festlegt. Stattdessen wird es zwischen 15 und 20 Uhr Stationen-Gottesdienste geben. „Wir stellen uns vor, dass dabei kleinere Gruppen – beginnend am Südeingang der Kirche – an Stationen vorbei durch die Kirche gehen“, beschreibt Goldmann die Idee. Auf dem Weg soll auch ein Krippenspiel zu sehen sein, es wird zuvor als Video aufgezeichnet und dann abgespielt. Zum Abschluss ist vorgesehen, jeweils beim Ausgang vor dem Nordportal der Friedenskirche im Freien und mit Abstand zu singen. 

Geistliche und Helfer im Schichtdienst

Dieses Angebot zielt besonders auf Kleingruppen wie Familien mit maximal zehn Personen ab. Daher ist in diesem Fall eine vorherige Anmeldung nötig, damit die Besucherströme besser gesteuert werden können. Bei der fünfstündigen Aktion wird es zwischendurch einen Schichtwechsel geben. „Wir möchten, dass auch unsere Haupt- und Ehrenamtlichen Weihnachten feiern können, daher war es und wichtig, dass die sich abwechseln können“, sagt Goldmann. Weitere Informationen erhalten Gemeindemitglieder im Internet und im Gemeindebrief.

Umluftheizung in der Christuskirche ein Problem

Das Programm für die Martin-Luther-Kirche in Oberaden und die Christuskirche in Rünthe steht noch nicht fest. „Wir haben schon viele Ideen und wollten viel in den Kirchen anbieten, doch da haben wir Umluftheizungen. Das bedeutet, dass wir zwischen den Veranstaltungen viel lüften müssen“, berichtet Pfarrerin Petra Buschmann-Simons über die Planungen der Martin-Luther-Gemeinde. In der Woche nach den Herbstferien sollen detaillierte Informationen folgen. 

300 Sitzplätze auf dem Marktplatz 

Zwei Open Air-Gottesdienste plant die katholische Gemeinde Heilig Geist. „Wir möchten den Heiligabend mit zwei Gottesdiensten auf dem Stadtmarkt begehen“, berichtet Pastor Thorsten Neudenberger. Eine der beiden Veranstaltungen soll mit einem Krippenspiel speziell kleineren Kindern gewidmet sein, die andere richte sich als Wortgottesdienst eher an Familien mit größeren Kindern. Genaue Uhrzeiten stehen noch nicht fest, wohl aber die Gründe für den Umzug. „Wir haben draußen deutlich mehr Sitzplätze, zudem darf an der frischen Luft auch gesungen werden“, sagt der Geistliche. 300 Stühle sollen nach aktuellem Planungsstand auf dem Stadtmarkt aufgestellt werden, im Vergleich dazu dürften in der benachbarten Elisabethkirche unter den jetzigen Bedingungen gerade einmal 66 Gemeindemitglieder Platz nehmen. Einen Plan B bei schlechtem Wetter gibt es nicht. „Wir bauen darauf, dass das Wetter mitspielt“, setzt Neudenberger ganz und gar auf Zuversicht.

"Möchten niemanden wegschicken müssen"

Christmetten sind am 24. Dezember am Abend in der Rünther Herz-Jesu-Kirche und in die Sankt-Barbara-Kirche in Oberaden geplant. Zum Ende des Tages lädt die Gemeinde noch zur Christmette in die Sankt-Elisabeth-Kirche ein. Bisher ist eine Teilnahme an den Gottesdiensten der Gemeinde Heilig Geist ohne Anmeldung möglich, dies soll aber geändert werden. „In der Adventszeit kommen in der Regel mehr Menschen, daher werden wir dann schon einmal mit einem Anmeldungssystem starten. Das ist dann gleichzeitig eine gute Probe für Weihnachten“, erläutert Pastor Neudenberger weiter. Wie die Anmeldung genau laufen sollen soll, werde noch erörtert. Geplant ist, dass sich Gläubige telefonisch und über das Internet anmelden zu können. Neudenberger: „Wir möchten vermeiden, dass wir an Heiligabend jemand wegschicken müssen."

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