Initiative Down-Syndrom bietet Sportgruppe an

- Foto: Mallitzky

BERGKAMEN -  Spiel, Spaß und Sport – In der Turnhalle der Pestalozzigrundschule geht es richtig zur Sache. Gemeinsam mit ihren Familien können sich die Kinder der Initiative Down-Syndrom jetzt einmal im Monat zwei Stunden lang so richtig austoben. Ein Angebot, das die Kleinen gerne annehmen.

Das Sportangebot der Initiative richtet sich vor allem an Kinder im Kindergartenalter und Grundschüler. „Momentan haben wir auch einen Elf-jährigen in der Gruppe“, berichtet die stellvertretende Vorsitzende der Initiative Heike Stube-Rosendahl. „Grundsätzlich weisen wir niemanden ab.“ Die Kinder dürfen ihre Geschwister mitbringen, denn das sportliche Treffen soll vor allem Spaß bereiten und die Kinder zusammen führen. „Das können wir hier in einem sehr ungezwungenen Rahmen erreichen.“

Das Angebot der Initiative Down-Syndrom ist auf die Bedürfnisse der Kinder zugeschnitten, ihre Behinderung wird hier nicht zum Problem. In anderen Sportvereinen könne das schon mal passieren, meint Stube-Rosendahl. Gemeinsam mit Corinna Mertens leitet sie die Gruppe. „In vielen Vereinen steht ja ein gewisser Leistungsdruck im Vordergrund, der ist hier nicht vorhanden.“ Die Kinder müssen nicht unbedingt an allen Aktivitäten teilnehmen, dürfen jederzeit eine Auszeit vom Geschehen nehmen. „Die Kinder haben nur eine begrenzte Aufmerksamkeitsspanne, für uns ist das überhaupt kein Problem.“

Die Initiative Down-Syndrom ist bekannt für ihre vielen Aktionen, die Tanzgruppe ist schon längst eine bekannte und wichtige Institution im Kreis Unna, ihre spektakulären Auftritte begeistern jedes Jahr hunderte Zuschauer. Seit einem halben Jahr nun veranstaltet die Initiative den Sporttreff in der Grundschule, ab diesem Jahr nun regelmäßig einmal im Monat. Kinder die noch zu jung für die Tanzgruppe sind, können von nun an hier schon mal an ihren Fähigkeiten feilen, die ihnen einen späteren Eintritt in die Tanzgruppe ermöglichen.

„Der Auftritt mit der Tanzgruppe ist das Resultat jahrelangen Trainings“, weiß Stube-Rosendahl. „Die Tanzgruppe verlangt ein relativ hohes Maß an Disziplin, hier machen die Kinder spielerisch die ersten Schritte in diese Richtung.“

Koordination und Konzentration fördern

Denn die Übungen machen nicht nur Spaß, sie fördern auch Eigenschaften wie Koordination und Konzentration. So kommen in der ersten von zwei Stunden zum Beispiel das Schwungtuch oder das Rollbrett zum Einsatz, auch eine kleine Tanzchoreographie lernen die Teilnehmer.

Auch Adam Theissen nimmt am sportlichen Angebot teil, der Achtjährige ist ein begeisterter Sportler, berichtet Mutter Elke. Die beiden stammen aus Dortmund, dort ist der Junge in einer Tanzgruppe aktiv. „Die Tanzgruppe haben wir gemeinsam gegründet“, erinnert sich Elke Theissen. „Adam tanzt unheimlich gern, irgendwann fanden wir eine Tanzlehrerin für ihn.“ Weitere Kinder kamen hinzu, mittlerweile trifft sich die Gruppe einmal in der Woche. „Auftritte hatten wir noch keinen, aber auch da arbeiten wir dran.“

Die Dortmunder Familie besucht zum ersten Mal den Sporttreff in Bergkamen. Für Mutter und Sohn ist das Angebot eine willkommene Möglichkeit, sportlich aktiv zu werden. „Hier wird niemand ungeduldig, wenn die Kinder einmal nicht so mitmachen wie verlangt.“ Zudem könnten die Kinder auch mal auf Entdeckungsreise innerhalb der Halle gehen, unbeobachtet blieben sie dabei nie. „Irgendjemand ist hier immer, der auf die Kinder achtet, Eltern genauso wie die Veranstalter.“

Rund 30 Teilnehmer sind es an diesem Vormittag, laut Stube-Rosendahl ist noch viel Platz nach oben: „Wir heißen jeden Interessenten willkommen, würde die Gruppe zu groß, haben wir die Möglichkeit, eine zweite zu eröffnen.“ Vor allem aus Bergkamen erhofft sie sich noch mehr Beteiligung, die meisten der Teilnehmer würden bisher aus dem Umland stammen. „Viele Familien tauschen mittlerweile Erfahrungen über Facebook aus, der persönliche Kontakt ist nicht mehr unbedingt gegeben.“ Den Kindern helfe das aber eher wenig, soziale Kontakte seien überaus wichtig. „Besonders die bringen die Kinder weiter.“ - nim

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