Noch bis zum 12. Juli

"Industriekultur 2019": Photoclub Lünen zeigt erste Ausstellung im Rathaus Bergkamen

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Auch der Glaselefant aus Hamm zählt zu den Werken. Fotograf Rainer Döring hat ihn in Szene gesetzt.

Bergkamen-Mitte – Schwarz-Weiß zeigen sie das Erbe des Ruhrgebiet: Im Rathausflur sind 40 Fotografien ausgestellt. 18 Fotografen des Photoclubs Lünen haben Werke zu der Ausstellung „Industriekultur 2019“ beigesteuert und sich kreativ mit dem Ruhrgebiet auseinandergesetzt.

Das Thema passt zu Bergkamen wie kaum ein zweites: Unter dem Stichwort fotografierten die Mitglieder des Photoclubs Lünen Vergangenheit und Gegenwart der Industrielandschaft im Ruhrgebiet. Dafür waren sie in verschiedenen Städten unterwegs, in laufenden Betrieben, kurz vor der Schließung stehenden Kraftwerken und Überbleibseln einer vergangenen Zeit.

Es ist die erste Ausstellung des Photoclubs im Rathaus. Bergkamen ist Motiv einiger Bilder und die Heimat einiger Mitglieder. „Die Bilder zeigen das, was uns geprägt hat“, sagte Bürgermeister Roland Schäfer zur Eröffnung am Freitag. 

Vorwärts, nicht rückwärts

Auch die mittlerweile stillgelegten Gebäude seien keine rückwärtsgewandte Auseinandersetzung, so Schäfer. „Man muss wissen, wo man herkommt, um zielgerichtet in die Zukunft gehen zu können.“ 

Der Photoclub Lünen ist der Größte seiner Art in Nordrhein-Westfalen, sagte Ralf Heerbrand, der Vorsitzende. Die 48 aktiven Mitglieder setzen sich jeden Monat mit neuen Motiven auseinander. 

Es ist die erste Ausstellung für den Photoclub Lünen im Rathaus.

Dabei wechseln sich freie Themenwahl und vorgegebene Topoi ab. Mitglied Annette Adams verrät, dass das nächste Thema Heimat sein wird. Heimat ist auch in der aktuellen Ausstellung zu finden. Rein in Schwarz-Weiß gehalten zeigen die Fotografien in Panoramaaufnahmen oder Details die Industrie des Ruhrgebiets, die in manchen Fällen selbst bereits zur Kultur geworden ist. 

Die Schicht ist zu Ende

So fotografierte Rainer Döring eine dicke Kette, die das Tor vor der Zeche Victoria in Lünen verschließt und wandelt sie zum Sinnbild für den strukturellen Wandel der ehemaligen Bergbau-Region: Die Schicht ist endgültig zu Ende. Peter Adam hingegen fasst den künstlerischen Umgang mit der Industriekultur selbst ins Auge. 

Auch der Glaselefant aus Hamm zählt zu den Werken. Fotograf Rainer Döring hat ihn in Szene gesetzt.

Das sogenannte Krokodil im Landschaftspark Duisburg ist eine alte Verladebrücke zum Transport von Eisenerz und eigentlich bunt illuminiert. Der Fotograf aus Lünen nimmt in der Schwarz-Weiß-Aufnahme dem Krokodil die Farben und zeigt so einen ganz anderen Blick auf die Formschönheit der neu genutzten Überreste.

Die Ausstellung ist noch bis zum 12. Juli im Rathausflur und dem ersten Stock des Rathauses zu sehen. Die Öffnungszeiten sind Montag bis Freitag von 8.30 bis 12 Uhr, montags und donnerstags zusätzlich von 14 bis 16 Uhr.

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