Indoorspielplatz in den Startlöchern

„Monkey Island“ sehnt Öffnung herbei – Testzentrum wird ausgelagert

Im Indoorspielplatz „Monkey Island“ werden die letzten Vorbereitung für die erhoffte Öffnung getroffen. Karolina Benda, Standortleiterin, prüft eines der Karussells. Sieben Monate bliebt die Einrichtung am Häupenweg wegen Corona geschlossen.
+
Im Indoorspielplatz „Monkey Island“ werden die letzten Vorbereitung für die erhoffte Öffnung getroffen. Karolina Benda, Standortleiterin, prüft eines der Karussells. Sieben Monate bliebt die Einrichtung am Häupenweg wegen Corona geschlossen.

Der Indoorspielplatz „Monkey Island“ am Häupenweg in Bergkamen-Weddinghofen will nach siebenmonatiger Corona-Schließung so schnell wie möglich wieder öffnen. Das dortige Testzentrum arbeitet parallel weiter – es zieht allerdings in ein Zelt vor dem Gebäude. So können die beiden Besuchergruppen in der Pandemie Abstand halten.

Bergkamen – Geschäftsführerin Stefanie Prisco kann’s kaum erwarten. Zusammen mit ihrem Mann Daniel (37) betreibt die 39-Jährige gleich vier Indoorspielplätze, die allesamt schließen mussten. Bis dato konnte nur das Haus in Werl wieder öffnen, weil die Inzidenz im Kreis Soest seit längerer Zeit niedrig ist. Der Standort Winterberg soll am Freitag folgen, dann wären nur noch Bergkamen und Bochum an der Reihe.

Sollte der Inzidenzwert im Kreis Unna unter der 50er-Marke bleiben, könnten bereits zu Wochenbeginn die ersten Kinder die „Affeninsel“ zurückerobern. „Wenn wir öffnen können, werden wir das auch tun“, sagt Prisco – zumal die Besuchsanfragen stetig zunähmen.

Im „Monkey Island“ soll wieder Leben einkehren. Allerdings gibt es Auflagen.

Das kann Karolina Benda bestätigen. Sie leitet den Standort Bergkamen zusammen mit Helge Walter. „Über Wochen haben sich nur Menschen bei uns gemeldet, die sich testen lassen wollen. Nun erkundigen sich auch wieder viele, wann es losgeht“, berichtet die 26-Jährige. Teils würden schon Kindergeburtstage im „Monkey Island“ geplant.

Testzentren hat Geschäftsführerin Prisco an drei ihrer Standorte (außer Werl) eingerichtet. Die gelernte Pharmazeutisch-technische Assistentin konnte so ein wenig die Lücke schließen, die die Pandemie verursacht hat. Jetzt kommt ihr das Engagement doppelt zugute, denn ein Besuch im „Monkey Island“ ist erst einmal nur Getesteten, Geimpften und Genesenen möglich – „selbst wenn die Inzidenz weiter auf unter 35 sinken sollte“, so Prisco.

Kein Test für Unter-Sechsjährige

Die Öffnungszeiten des Testzentrums will die Geschäftsführerin erweitern und denen des Indoorspielplatzes anpassen. Im Blick hat sie dabei auch die erwartete Öffnung des benachbarten Wellenbads. Kinder und Erwachsene können sich vor Ort testen lassen und gleich eintauchen in die bunte Spielewelt. Für Unter-Sechsjährige ist kein Test nötig.

Karussells, Kletterturm mit Rutschen, Autoscooter, Fußballfeld, Trampolinfläche, diverse Hüpfburgen, ein eigener Bereich für Kleinkinder mit Bällchenbad und Co. – das Angebot im „Monkey Island“ ist groß. Allerdings wird die Besucherzahl wie zuletzt im Sommer 2020 begrenzt sein.

Besucherzahl ist begrenzt

„Wir müssen mit einer Person pro sieben Quadratmeter rechnen, sodass die Auslastung mit maximal etwa 400 Besuchern bei 50 Prozent liegen wird“, erläutert Prisco. Beim Gang durchs Gebäude müsse eine Schutzmaske getragen werden. Beim Spielen, das unter Beaufsichtigung stattfindet, und an den Tischen könne sie aber abgenommen werden.

Die Monate der Schließung hat Prisco auch dazu genutzt, die Spielparadiese wieder auf Vordermann zu bringen und kleinere Reparaturen an Geräten vorzunehmen. In Weddinghofen werden Halle und Interieur in dieser Woche noch intensiv gereinigt – dann wäre alles startklar.

„Auszahlung ist eine Katastrophe“

Froh ist Prisco, dass sie ihre rund 30 Festangestellten in den vier Häusern dank Kurzarbeit über die Zeit bringen konnte. „Von den Mini-Jobbern weiß ich, dass viele wiederkommen wollen“, ergänzt sie. Die finanziellen Auswirkungen der Pandemie für die einzelnen Betriebe seien gravierend gewesen. „Wir haben die schwere Zeit nur meistern können, weil wir in den 17 Jahren zuvor gut gewirtschaftet und Rücklagen gebildet haben“, sagt Prisco.

Von der Novemberhilfe sei noch kein einziger Cent bei ihr angekommen, berichtet die Geschäftsfrau. Von der Dezemberhilfe habe sie nur einen Abschlag erhalten, von der Überbrückungshilfe II bis dato immerhin die Hälfte. Prisco zitiert die Worte ihres Steuerberaters: „Die Auszahlung ist einfach nur eine Katastrophe.“

Die 39-Jährige möchte sich aber weniger beklagen denn neuerlich durchstarten. „Ich will jetzt einfach nur noch aufmachen“, sagt sie.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare