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Impfzentrum in Bergkamen eröffnet: Trotz Termin bleiben manche ohne Spritze

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Von: Christoph Volkmer

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Impfung Impfzentrum Coronavirus Impfen
Zu den ersten, die am Freitag an der Marina Rünthe geimpft wurden, gehörte der 20-jährige Loui Greco. Er bekam von Elke Tolkemit seine zweite Impfung, nachdem er zuvor nur einmal mit Johnson & Johnson geimpft worden war. © Robert Szkudlarek

Die kommunale Impfstelle der Städte Bergkamen und Werne in den Räumen des ehemaligen Restaurants „Gate to Asia“ in der Marina Rünthe ist eröffnet. 144 Personen hatten sich für den Start am Freitagnachmittag einen Termin gesichert. Der Großteil davon holte sich auch wie geplant die Spritze ab.

Rünthe – Ob Erst- und Zweitimpfungen oder Auffrischimpfungen – in den kommenden Monaten wird an den zwei Impfstraßen in der Impfstelle in Rünthe viel los sein, denn alle zur Zeit verfügbaren Termine sind bereits ausgebucht. Ein Termin für einen der vier Öffnungstage pro Woche ist für eine Impfung zwingend erforderlich. Neue Termine werden mit 14 Tagen Vorlauf auf der Homepage des Kreises freigeschaltet.

„Trotzdem standen schon am frühen Morgen die ersten Leute vor der Tür, die gefragt haben, ob sie nicht doch noch einen Termin bekommen können”, so Karsten Quabeck vom Stadtmarketing, der sich auf Bergkamener Seite um die Abläufe im Impfzentrum auf Zeit kümmert.

Vier Tage fehlen - Ehepaar wird weggeschickt

Es sollten nicht die Einzigen bleiben, die am Freitag weggeschickt werden mussten. Ein Ehepaar hatte zwar einen Termin, doch fehlten vier Tage, damit die abgeschlossene Grundimmunisierung ein halbes Jahr zurückliegt. Auch sie mussten ohne Spritze wieder den Heimweg antreten.

Impfzentrum Schlange Einlass
Die Länge der Warteschlangen blieb überschaubar. © Robert Szkudlarek

„Dann gibt es noch die Menschen, die sich überall Termine besorgt haben und vielleicht beim Hausarzt schon schneller drangekommen sind. Die sollten so viel Charakter haben, den Termin auch wieder abzumelden, damit dann jemand anderes kommen kann”, berichtete Quabeck. Insgesamt aber verlief der erste Tag recht unaufgeregt. Von langen Warteschlangen, wie sie zuletzt bei Impfterminen ohne Terminvergabe beispielsweise in Unna zu sehen waren, gab es im Hafengebiet keine Spur.

Impfwillige reisten sogar aus Schwerte an

Zu den ersten, die ihre Impfung erhielten, gehörte Andrea Greco mit ihren beiden Söhnen. „Wir hatten Glück, denn gerade als wir bei der Terminvergabe reingeschaut haben, sind Termine freigeschaltet worden”, berichtete die Schwerterin. Woher die Impflinge kommen, ist den Organisatoren nicht bekannt. „Auf unserer Liste stehen Uhrzeit des Termins, Name, Vorname und Geburtsdatum. Das reicht uns zum Abgleich”, sagte Heiko Rahn, sonst beim Amt für Schulverwaltung, Weiterbildung und Sport bei der Stadt Bergkamen tätig.

Vor dem Start der Impfstelle mussten die Organisatoren sich in kürzester Zeit um Personal kümmern, denn nur Pharmazeutisch-technische Assistenten (PTA) oder Medizinische Fachangestellte (MFA) dürfen Impfstoffe vorbereiten sowie Impfungen und Nachbeobachtungen durchführen.

Die Stadt Bergkamen suchte medizinisches Personal unter anderem mit Veröffentlichung einer Pressemitteilung – und hatte Erfolg. „Erst lief es schleppend an, aber dann haben sich sogar so viele Leute gemeldet, dass wir eine Reserveliste eingerichtet haben”, so Quabeck.

Personalprobleme sind gelöst

Auf der anderen Seite der Lippe ist Dezernent Frank Gründken zuständig. „Wir haben unter anderem den Flurfunk im Stadthaus genutzt und unter unseren Mitarbeitern bekannt gegeben, dass wir Hilfe bei der Arbeit benötigen”, berichtete Gründken. Die auf diesem Weg gefundenen Unterstützer kümmern sich um die Anmeldungen und das Erfassen von Daten.

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Im ehemaligen Küchenbereich des Restaurants werden die Impfdosen vorbereitet. Genug Personal hat sich bei den Städten Bergkamen und Werne gemeldet. © Volkmer

Etwas schwieriger sei es gewesen, medizinisches Personal zu bekommen. „Da haben wir bei unserer Feuerwehr nachgefragt, die Apotheken in der Stadt abtelefoniert und Kontakt mit den Ärzten aufgenommen”, so Gründken. Die Suche war erfolgreich. „Jetzt sind wir gut aufgestellt.”

Geimpft wird in den gleichen Räumen, die Verantwortung für die Besetzungen der Impftermine wird von den beiden Städten getrennt voneinander gemanagt. Die Einteilung sieht vor, dass die Stadt Bergkamen freitags und samstags als Gastgeber fungiert, mittwochs und donnerstags übernimmt die Stadt Werne die Regie über die Impfstelle. Gemietet ist die Immobilie für die Durchführung der Impfungen vorerst bis Ende Januar.

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