Impfquote im Kreis zwischen 50 und 60 Prozent

Impfung bei der Feuerwehr: Noch nicht alle Bergkamener Kräfte sind versorgt

Feuerwehr Impfung Spritze
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Etwa 2400 Mitglieder haben die Feuerwehren im Kreis Unna. Zwischen 50 und 60 Prozent sind bereits geimpft. Dirk Kemke, Führer der Bergkamener Wehr, hofft, dass seine Truppe Ende Juli durchgeimpft ist.

Feuerwehr und Rettungsdienst seien weitgehend geimpft, hieß es in der vergangenen Woche vom Kreis Unna. Dass das nicht der Fall ist, zeigt der Blick nach Bergkamen.

Bergkamen – Impfstoff ist immer noch Mangelware. Also bloß keinen Tropfen ungenutzt lassen, wenn das Tagespensum an Terminen im Impfzentrum erledigt, aber noch Vakzin in den dafür aus dem gekühlten Lager entnommenen Fläschchen ist. So hält es der Kreis Unna, wie alle im Land, und verabreicht Impfstoff, der kurze Zeit später unbrauchbar zu werden droht, an Empfänger, die noch nicht an der Reihe, aber aus gutem Grund besser geschützt wären. So wie Polizisten zum Beispiel oder Feuerwehrleute.

Da lässt die Meldung der Kreisverwaltung von Ende vergangener Woche aufhorchen, die Kreise von Polizei- und Rettungskräften seien „weitgehend versorgt“, sodass „weitere impfberechtigte Personen“ sich seit Ende vergangener Woche registrieren können, um gleichfalls auf diesem Wege des kurzfristigen Zurufs eine Anti-Corona-Spritze gesetzt zu bekommen. Binnen einer Stunde müssen die Betreffenden zur Stelle sein, wenn für sie etwas übrig ist.

Stadt übergibt Schnelltests

Stutzig macht dabei die „weitgehende Versorgung“ etwa der Feuerwehr, deren Leiter mal mehr mal weniger deutlich an verschiedenen Stellen beklagt haben, dass ihre Teams in der Priorisierung zu weit hinten stünden. So wie Bergkamens Stadtbrandinspektor Dirk Kemke im Fachausschuss Ende März. Er habe sich schriftlich beim Kreisbrandmeister Thomas Heckmann beschwert, gab er dort zu Protokoll.

Von einem wirksamen Schutz spricht man ab 60 bis 80 Prozent, davon sind wir noch weit entfernt

Dirk Kemke

Nun, wie steht es denn inzwischen mit der Impfquote? „Wir konnten inzwischen einige Restdosen abgreifen“, antwortet der Feuerwehrchef. Zahlen dazu kommen ihm nicht über die Lippen. Das Thema gilt als heikel, weil es hinter den Kulissen darüber auf Kreisebene zum Streit kam und der Landrat nun genau hinschaut, wer sich aus dem Fenster lehnt. Insider sagen, knapp die Hälfte der etwa 2400 „UN“-Feuerwehrkräfte im Haupt- und Nebenamt seien geimpft, also längst nicht genug.

Dirk Kemke sagt, „eine nette Anzahl“ von Impfen habe es gegeben. „Von einem wirksamen Schutz spricht man ab 60 bis 80 Prozent, davon sind wir noch weit entfernt.“ Ende Juli könnten seine 206 Aktiven durchgeimpft sein, auch weil mancher für seinen Job eine Spritze erhält. Aber: „Der harte Kern hat einen ersten Schutz.“ Nur ändere das so schnell an der Arbeit unter Hygieneregeln nichts.

Fürs befreitere Miteinander macht die Stadt Bergkamen ihren Männern und Frauen im Feuerwehrdienst seit dieser Woche aber ein Angebot. Die Verwaltung hat Kemke im ersten Schwung 150 Schnelltests zur Verfügung gestellt, mit denen die Aktiven sich und anderen mehr Gewissheit geben können, dass sie das Virus nicht in sich tragen. „Das ist ja unsere Aufgabe als Arbeitgeber“, betonte Dezernentin Christine Busch die Selbstverständlichkeit dieser Fürsorge. Auch bei den Ehrenamtlern bestünde ein Dienstverhältnis zur Kommune. „Wir unterhalten im Rathaus eine Teststelle, in der Personal den Abstrich vornimmt, und wir bieten Selbsttests an, wie es jeder Arbeitgeber inzwischen tun muss“, sagt Busch.

In Kürze Termine für Polizisten

Vor diesem Hintergrund sei auch davon auszugehen, dass jeder Aktive in Reihen der Retter regelmäßig getestet werde, da sie in der Regel einem Job nachgingen. „Das zusätzliche Angebot machen wir, damit keiner durchs Raster fällt. Etwa, weil er im Homeoffice arbeitet oder sich andere Ausnahmesituationen ergeben.“

Kreis-Sprecher Volker Meier räumte am Dienstag ein, dass es wohl doch ein wenig verfrüht gewesen sei, von einer „weitgehenden Versorgung“ der Feuerwehr-Angehörigen zu sprechen. Zwar sei im Impfzentrum dieser Eindruck entstanden, weil es zuletzt – aus welchen Gründen auch immer – weniger spontane Zusagen zu Impfungen mit Restdosen gegeben hatte. Tatsächlich liege die Versorgungsquote bei den rund 2400 Feuerwehrmännern und -frauen im Kreis Unna aktuell aber wohl nur bei rund 50 bis 60 Prozent.

Der Rettungsdienst im Kreis Unna ist laut Meier durchgeimpft. Deren Kräfte seien im Impfzentrum mit dem Vakzin versorgt worden, sofern sie zuvor keine Restimpfdosen erhalten hätten. Noch nicht versorgte Polizeikräfte, die der Priorität 2 zuzuordnen sind, sollen demnach „in Kürze“ einen Impftermin im Impfzentrum erhalten. Wie viele das noch sind, konnte Meier am Dienstag nicht sagen.

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