Immobilienpreise steigen weiter

In Bergkamen kostet ein Haus durchschnittlich mehr als 350.000 Euro

Hausbau Rohbau
+
Viele Menschen wollen ihr Geld in Immobilien stecken. Aber es werden zu wenige Häuser angeboten. Die Experten des Kreises Unna sehen darin einen Grund, warum die Immobilienpreise so stark steigen.

Die Entwicklungen auf dem Grundstücksmarkt im Kreis Unna werden immer dynamischer. Das ist die zentrale Erkenntnis der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses für Grundstückswerte. Die Experten haben das erste Halbjahr 2021 unter die Lupe genommen und eine starke Steigerung der Grundstückspreise ausgemacht. Dieser Trend zeigt sich auch in Bergkamen.

Kreis Unna/Bergkamen – Mit dem Grundstücksmarktbericht ist die Veröffentlichung aber nicht gleichzusetzen. „Es ist keine Gesamtauswertung, eher eine Zwischenbilanz, aber die untersuchten Daten zeigen einen Trend. Der bedeutet eine deutliche Steigerung der Preise für das erste Halbjahr“, erklärt Dominik Finsterbusch, Verfasser des Trendberichts.

Insgesamt wurden im ersten Halbjahr 563 Millionen Euro umgesetzt – das entspricht bereits 81 Prozent des gesamten Umsatzes 2020 (693 Millionen Euro). Ausgewertet haben die Experten 1630 Kaufverträge und ziehen daraus in einem Trendbericht erste erstaunliche Erkenntnisse für acht Städte und Gemeinden im Kreis (alle bis auf Unna und Lünen).

Freistehende Häuser sind um 15 Prozent im Wert gestiegen

„Bemerkenswert ist der Teilmarkt der bebauten Grundstücke. Hier beträgt der Umsatz von 435 Millionen Euro bereits 93 Prozent des Vorjahrs, in dem es 469,3 Millionen Euro waren“, so Finsterbusch. Die Preise für freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser sind kreisweit im ersten Halbjahr um 15 Prozent gestiegen. Im Schnitt lag das Baujahr der Häuser bei 1975. Ausgewertet haben die Experten 138 Kaufverträge. Die Daten zeigen: Am teuersten war ein freistehendes Haus in Schwerte (im Schnitt 400 000 Euro) – in Bergkamen zahlten die Käufer im Schnitt etwas über 350 000 Euro, 29 Prozent mehr als im vergangenen Jahr.

Im Schnitt waren die in der Stadt verkauften Häuser 40 Jahre alt, stammen also aus dem Jahr 1981. Auch 154 Kaufverträge für Doppelhaushälften und Reihenendhäuser lagen zur kreisweiten Auswertung vor. Hier stiegen die Preise im Kreisdurchschnitt um zehn Prozent. In Bergkamen war es dagegen nur eine Steigerung von fünf Prozent. Durchschnittlich zahlten die Käufer knapp unter 250 000 Euro für die im Schnitt 59 Jahre alten Bauten.

Wer zögert, der zahlt noch mehr

Moderater hingegen fällt die Preissteigerung auf dem Wohnungsmarkt mit „nur“ 2,1 Prozent aus. Der tatsächliche Wert der Immobilien ist dabei nicht gestiegen. Auch das geht aus dem Trendbericht hervor. „Wir haben auch die sogenannten Sachwertfaktoren ausgewertet. Das heißt, dass Häuser teurer verkauft werden, als sie objektiv wert sind“, so Finsterbusch. „Während ein Haus, das objektiv einen Wert von 100 000 Euro hat im Jahr 2020 zum Beispiel noch 130 000 Euro gekostet hat, waren es im ersten Halbjahr 2021 bereits 150 000.

Das zeigt: Wer beim Hauskauf lange zögert, zahlt am Ende drauf.“ Einen Grund für die weiter ansteigenden Preise auf dem Immobilienmarkt sehen die Experten vor allem darin, dass zu wenige unbebaute sowie bebaute Grundstücke angeboten werden und es viele Käufer gibt, die ihr Geld in Immobilien anlegen möchten – gerade in Zeiten von Null- und Strafzinsen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare