Immer der Nase nach - Wora sucht verletzte Tiere

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Wora ist eine Bayerische Schweißhündin.

Bergkamen - Von tiefenentspannt zu hochkonzentriert binnen Sekunden. Wenn „Wora vom wilden Fels“ ihr Arbeitsgeschirr sieht, wandelt sich die zweijährige Bayerische Schweißhündin auf faszinierende Weise. Vom anhänglichen Familienhund wird sie zum Arbeitshund, der nur noch eins im Sinn hat: Der Fährte folgen und das verletzte Wildtier finden.

Mit Besitzer Michael Garbe ist sie als Schweißhundegespann im Einsatz und spürt angeschossene oder angefahrene Wildtiere auf. Sobald der Bergkamener das Kommando gibt, heftet sich ihre Nase an den Boden. Statt einer möglicherweise stundenlange Suche nach einem verletzten Stück, wie die Wildtiere im Jägerjargon heißen, steht dieses Mal nur eine kleine Demonstration an. Streicheleinheiten gibt es danach trotzdem. „Mit Futter kann sie nach der Suche nicht viel anfangen. Dafür liebt sie es, geknuddelt und gestreichelt zu werden“, erzählt Garbe. Der Jäger weiß, wovon er spricht: Seit dem Welpenalter ist Wora bei ihm, er hat sie ausgebildet, verfeinert diese Ausbildung noch immer. „Es wird noch zwei Jahre dauern, bis sie ihr volles Niveau erreicht hat.“ Wenn Wora einer Fährte folgt, vollbringt sie Höchstleistungen - und gibt uneingeschränkt die Richtung vor.

Ein Gespann 

„Ohne Hund bin ich einfach Michael Garbe, erst mit Wora zusammen sind wir ein Schweißhundegespann“, sagt Garbe. „Man muss seinem Hund bei der Arbeit vertrauen. Auch, wenn es manchmal so wirkt, als mache er nicht das Richtige.“ Die Hündin ihre Arbeit machen lassen heißt für Garbe auch, ihr überall hin zu folgen - durch sumpfige Stellen, durch Brombeerbüsche oder Dickungen, notfalls auch auf allen Vieren, wenn es sonst kein Durchkommen durch die Pflanzen gibt. Für den Bergkamener eine Herzensangelegenheit. 

Hilfe für Mensch und Tier

Er will Mensch und Tier helfen. „Wenn ich angerufen werde, habe ich zum einen das Tier vor Augen, das möglicherweise schwer verletzt ist und leidet und das ich erlösen möchte“, sagt er. Zudem gehe es ihm um die Menschen. „Egal, ob es ein Jäger ist, der ein Tier angeschossen hat, oder ob es Autofahrer sind, die ein Tier angefahren haben, viele von ihnen sind wie in Schockstarre. Man sieht in ihren Augen, wie nahe es ihnen geht.“ In diesen Fälle verschaffe sein Einsatz auch den Menschen Erleichterung. „Wenn Wora und ich das Tier finden, wissen sie, dass es nicht länger leiden muss.“ 

60 Prozent sind Fehleinsätze 

Wobei nicht klar ist, dass die Hündin das Tier tatsächlich aufspürt. „Etwa 60 Prozent der Einsätze sind Fehlsuchen.“ Was nicht etwa an Woras Nase liegt. „Möglicherweise ist das Wildtier nicht schwer oder auch gar nicht verletzt worden, dann finden wir es natürlich nicht mehr.“ Knapp über 60 Einsätze hatten Garbe und Wora bisher. Da sie eines der sehr wenigen Schweißhundegespanne der Region sind, dürften es schnell mehr werden. Grund genug für Garbe, den Blick in die Zukunft zu werden: „Wenn Woras Ausbildung abgeschlossen ist, werde ich wohl einen zweiten Hund dazu nehmen.“ Damit die Vierbeiner nach einer anstrengenden Suche ausreichend Pause bekommen.

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