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Imkerverein Wiescherhöfen-Bergkamen feiert 100-jähriges Bestehen

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Von: Carola Schiller

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Lehrbienenstand beging der Imkerverein Wiescherhöfen-Bergkamen
Mit einem Fest am Lehrbienenstand beging der Imkerverein Wiescherhöfen-Bergkamen sein 100-Jähriges. © Agentur

Sein 100-jähriges Bestehen feierte der Imkerverein Wiescherhöfen-Bergkamen mit einem Fest am Lehrbienenstand auf dem Gelände der Baumschule Mennigmann. Dazu hatte er den offiziellen Tag der Imkerei am Wochenende gewählt.

Bergkamen – 18 Mitglieder waren es damals, am 18. Januar 1922. Weil sich die Imker auf viele Orte verteilten, hatte es zuvor gleich mehrere Zusammenschlüsse gegeben. Im Jahr 1923 waren es vor allem die Bienenhalter aus Wiescherhöfen, Pelkum, Berge, Weetfeld, Westtünnen und Freiske, die sich organisierten. 1975 kam der Imkerverein Heeren-Werve dazu. Man beschloss, sich den gemeinsamen Vereinsnamen „Wiescherhöfen-Bergkamen“ zu geben, der bis heute gilt. Ein eingetragener Verein sind die Imker aber erst seit 2019.

Geprägt fühlen sich die Imker vor allem durch sehr treue Vereinsmitglieder und Vorständler, die ihre Aufgaben zum Teil über Jahrzehnte erfüllten. Die Aufgaben sind dabei nicht weniger geworden. Bis heute steht der Verein seinen Mitgliedern mit Rat und Tat zur Seite.

Imker tragen viel Verantwortung

Das ist mit den zunehmend strengen Verordnungen nicht einfacher geworden. „Wir produzieren Lebensmittel“, mahnt Vorsitzender Hans-Joachim Olschewski zu allergrößter Sorgfalt. Der Verantwortung seien sich die Imker bewusst. Deshalb sei dieses Hobby auch nur etwas für Menschen, die bereit seien, sich engagiert einzuarbeiten und auch die behördlichen Schritte nicht zu vernachlässigen. „Bienen sind Nutztiere und müssen bei der Tierseuchenkasse angemeldet werden“, ergänzt Olschewski. Das sei wichtig, denn bei Krankheit können die ausschwärmenden Bienen andere anstecken und so erheblichen Schaden anrichten.

Imker zeigen Besuchern Bienenkönigin
Die Bienenkönigin wurde herumgereicht. © Agentur

Am Samstag waren viele der aktuell 29 Mitglieder anwesend, um den interessierten Gästen das Wesen und die Bedürfnisse der Bienen näherzubringen. Hans-Joachim Olschewski ist sich sicher: „Es gibt kein Nutztier, bei dem es so viel zu beachten gibt. Der Blühkalender ist nur ein Faktor. Je nachdem, was gerade Pollen produziert, wird auch von den Bienen verarbeitet. Deshalb gibt es Rapshonig, wenn der Raps in voller Blüte steht, und Lindenhonig, wenn die Lindenbäume an der Reihe sind. Zum Ende der Blühzeiten dann retten Spätblüher und Stauden aus den Gärten die Bienen, wo die Blühstreifen der Landwirte nicht reichen.

Bienenfreundliche Gärten helfen den Imkern

Ein Grund mehr, auf eine bienenfreundliche Gartengestaltung zu setzen, sagt Olschewski, der mit seinen Imkerkollegen sowieso immer ein wachsames Auge auf seine Bienen hat. Ohne Unterstützung geht’s nicht.

Vor allem die enge Abstimmung mit den Landwirten sei wichtig. Das bestätigt Heinz-Friedrich Schäfer, Landwirt und erster stellvertretender Bezirksbürgermeister Pelkums. „Wenn die Bienen am Rapsfeld stehen, wird auf dem Feld nichts gespritzt“. Schäfer nutzte die Gelegenheit, den Imkern für ihr Engagement zu danken. So ein Einsatz im Verein sei nicht mehr selbstverständlich. Für die Imker endete der feierliche Tag mit einem Abendessen in der Schützenheide.

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