Zukunftsgarten in Bergkamen

IGA 2027: Wer bekommt den Millionenauftrag?

IGA 2027 Bergkamen
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Das ist der preisgekrönte Entwurf des Kölner Büros Greenbox für den Bergkamener Teil des Zukunftsgartens: Von einem Basislager am Fuße der Halde aus können die IGA-Besucher ihre Aktivitäten starten.

Die Pläne für die Internationale Gartenausstellung 2027 werden immer konkreter. Unklar ist aber noch, wer den geplanten Zukunftsgarten in Bergkamen und Lünen realisiert.

Bergkamen – Der Gewinner eines Architekturwettbewerbs geht nicht zwangsläufig auch als Sieger im folgenden Vergabeverfahren hervor. Für die Internationale Gartenausstellung (IGA) 2027 heißt das: Es bleibt abzuwarten, wer den geplanten Zukunftsgarten in Bergkamen und Lünen tatsächlich realisiert.

Beide Städte und mit ihr die IGA Metropole Ruhr gGmbH hatten den Architekturwettbewerb Ende 2020 ausgelobt. Den ersten Preis erzielte das Planungsbüro Greenbox aus Köln mit der Idee, mit dem Gegensatz von Berg und Tal zu spielen: In Bergkamen soll sich mit der Halde eine „Bergwelt“ mit Wander-, Kletter- und Mountainbike-Angebot auftun, auf der sieben Kilometer entfernten Brachfläche der Zeche Viktoria in Lünen der Besucher mit „Talwunder“ konfrontiert sehen.

Es gibt aber noch weitere Preisträger: zwei Büros aus Berlin (Loidl Landschaftsarchitekten, Hutterreimann Landschaftsarchitektur). Zur Teilnahme am Vergabeverfahren seien sie ebenfalls berechtigt, erläuterte Bergkamens Erster Beigeordneter Dr. Hans-Joachim Peters in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung. Allerdings komme es nicht selten vor, dass unterlegene Preisträger am Ende freiwillig auf die Abgabe eines Angebots verzichteten.

So steht noch nicht definitiv fest, ob die Greenbox-Pläne auch wirklich realisiert werden. Das Vergabeverfahren hat vor wenigen Tagen begonnen, im Mai sind Verhandlungsgespräche mit Preisträgern vorgesehen. Zur Beauftragung eines Preisträgers werde es voraussichtlich Mitte Juli kommen, heißt es. Die Wettbewerbsplatzierung sei dabei eines der Kriterien zur Entscheidung.

Bergkamener Garten soll 13,1 Millionen Euro kosten

18 Büros waren zur Teilnahme am Planungswettbewerb aufgefordert worden, zehn hatten Wettbewerbsbeiträge eingereicht. Beigeordneter Peters saß mit in der Jury, die auch Anerkennungspreise vergeben hat.

Der Greenbox-Entwurf für den gemeinsamen Zukunftsgarten sei keine bloße Planer-Poesie, meinte er. Vielmehr hätten die Ideengeber ihre Worte mit solidem Inhalt hinterlegt. Das Büro selbst habe nicht nur in Sachen Planung einen guten Namen, sondern „gute Referenzen auch in der Umsetzung“.

Was das Finanzielle angeht, so sind Kosten von 13,1 Millionen Euro allein für den Teil-Garten in Bergkamen veranschlagt. Ein Großteil der Summe soll mit Fördermitteln abgedeckt werden, die Stadt ist mit einem Eigenanteil von vier Millionen Euro dabei. Dieses Geld ist laut Peters bereits in den Haushalt eingestellt.

In Bergkamen sollen die IGA-Besucher in einem „Basislager“ empfangen werden, das dereinst über den neuen Kreisverkehr an der Jahnstraße erreicht werden soll. „Dort gibt es einen Shop sowie eine Gastronomie, die von Investoren betrieben sind und für die fehlende Ausrüstung beziehungsweise die nötige Stärkung sorgen“, schreibt Greenbox auf seiner Internetseite. Von hier aus könnten Wanderer, Jogger und Skater auf einen Panoramaweg gelangen, Mountainbiker stehe ein „Adentrail“ zur Verfügung, der 4,2 Kilometer den Nord- und Südhang der Halde entlangführe.

Möglicher Haltepunkt an der Hamm-Osterfelder-Bahn

Auch Klettermöglichkeiten und Spielplätze für die jüngerer IGA-Gäste soll’s geben. „Auf dem Gipfelplateau laden Holzdecks zum Aufstellen eines Zeltes und einer Nacht unter den Sternen ein“, heißt es weiter.

Hier könnte ein temporärer Bahn-Haltepunkt für die IGA-Gäste eingerichtet werden. Eine Entscheidung dazu steht aber noch aus.

Zur Verbindung beider Gartenflächen soll bekanntlich ein IGA-Radweg zwischen Bergkamen und Lünen gebaut beziehungsweise ausgewiesen werden. Noch ungeklärt ist derweil, ob in Bergkamen an den Gleisen der Hamm-Osterfelder-Bahn ein temporärer Haltepunkt für die IGA-Besucher geschaffen werden kann.

Einen solchen Haltepunkt sieht das Mobilitätskonzept der Gartenausstellung vor. Dazu müsste laut Christiane Reumke, Sachgebietsleiterin im Planungsamt, unter anderem ein Gutachten zur Besucherfrequenz erstellt werden. Ist überhaupt mit einer ausreichenden Zahl an Zuggästen zu rechnen, die in Bergkamen aus- oder einsteigen? Um diese Frage geht es.

Ein temporärer Haltepunkt könnte, so die Hoffnung, auch eine Blaupause für eine dauerhafte Anbindung der Stadt ans Gleisnetz der Deutschen Bahn sein. Zu dieser Idee erstellt der Nahverkehrsverband Westfalen-Lippe aktuell eine Machbarkeitsstudie. Betrachtet wird allerdings nicht nur die Hamm-Osterfelder-Bahn, auf der vor allem Güterzüge verkehren, sondern unter anderem eine Wiederherstellung des Zechengleises von Kamen bis zum Monopol-Gelände.

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