Besitzer hatte Maulkorb entfernt

Kampfhund beißt Schwimmer in Bergkamen ein Ohr ab

Ein Kampfhund (American Staffordshire) mit Maulkorb.
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Ein Stafford Terrier hatte einen Schwimmer im Kanal angegriffen

Bergkamen/Kamen – Er wollte einem Hund aus dem Tierheim ein neues Zuhause geben. Doch mit dem Kampfhund kam es zu einem Zwischenfall.

Die Gutherzigkeit führte einen 38 Jahre alten Mann aus Bergkamen vor Gericht und endete mit einer Geldstrafe von 1000 Euro wegen fahrlässiger Körperverletzung. Vier Monate lang hatte sich der Angeklagte intensiv mit dem American Stafford Terrier beschäftigt, hatte einen Berechtigungsschein für das zu den Kampfhunden zählende Tier.

Am 25. Juni, ein heißer Sommertag, begab sich der 38-Jährige gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin zur Ökostation nach Bergkamen. Dort nahm er dem Hund sowohl Maulkorb als auch Leine ab und ließ ihn Stöckchen aus dem Kanal apportieren. Als er dem Tier kurz den Rücken zudrehte, um einen Stock zu suchen, sprang ein Mann in den Kanal, um sich abzukühlen.

Für den Terrier offenbar das Signal: Was ins Wasser geworfen wird, muss herausgeholt werden. Schnell schwamm er zu dem Mann und bis ihm das halbe Ohr ab. Blutend kam der Geschädigte aus dem Wasser. „Dann bin ich erstmal in die Knie gegangen, weil ich so geschockt war. Ich wusste gar nicht, wie ich es ihm sagen sollte“, beschrieb der Angeklagte im Gericht die Situation, als er erkannte, dass der Mann ein Stück Ohr verloren hatte. Der Geschädigte selbst hatte das noch gar nicht registriert. Sofort kümmerte sich der Angeklagte um den Verletzten.

Kamphund: Keine Böswilligkeit erkennbar

Der sah in dem Angriff weder eine Böswilligkeit des Tieres noch des Angeklagten. Vielmehr schob er es darauf, dass sich der Hund im Spielmodus befunden hatte. „Er hat mich wahrscheinlich für einen Ball gehalten“, vermutete der Mann. „Sie wussten, dass es ein Hund ist, der besondere Aufsicht bedarf“, so der Richter in seiner Urteilsbegründung. Trotzdem hatte der 38-Jährige sowohl den Maulkorb als auch die Leine entfernt.

Das sei sein Fehler gewesen. Zugunsten des Angeklagten führte der Vorsitzende an, dass man dieses Verhalten nicht unbedingt hätte vorhersehen müssen. Auch seien keine Schäden beim Bissopfer zurückgeblieben. Der Bergkamener hatte den Hund kurz nach dem Geschehen abgegeben.

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