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„Ich passe mich an, damit die Lage besser wird“: Bergkamener äußern sich zu verschärften Maßnahmen

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Bergkamener äußern Verständnis für verschärfte Maßnahmen, auch wenn sie sich eingeschränkter fühlen. (Symbolbild)

Zum zweiten Mal zwingt Corona das öffentliche Leben in die Knie. Noch nie waren die Fallzahlen in Deutschland so hoch, wie jetzt. Durch bundesweite Kontaktbeschränkungen, die seit gestern gelten, sollen weitere Ansteckungen vermieden werden. Wir haben uns umgehört, wie die Maßnahmen bei Menschen aus Bergkamen ankommen.

Bergkamen – Die Stimmung bei den ein Dutzend Befragten ist ähnlich: Die Maßnahmen schränken die Bürger in ihrer Freiheit ein, doch Kritik gab es deshalb wenig. Im Gegenteil: Sieglinde Liebig zum Beispiel hätte sich gewünscht, dass der erste Lockdown verlängert würde. Ihrer Meinung nach sind die Regeln nicht streng genug. „Nach dem ersten Lockdown hätten die Geschäfte gar nicht erst wieder aufmachen dürfen“, sagt Liebig.

Noch strengere Regeln würde sich der Auszubildende Marcio Bonk wünschen. Wenn es nach ihm ginge, würde er wie in Österreich auf eine Ausgangssperre setzen. „Damit das vorbei geht, müssen wir da alle durch“, so der 17-Jährige. Er spielt dabei auf viel zu große Hochzeitsfeiern einiger Mitbürger an. Seine Mutter Maria Bonk würde nicht ganz so drastische Maßnahmen in Betracht ziehen, findet die aktuellen Maßnahmen sogar etwas zu streng. Sie selbst freue sich, dass Corona wenig Einfluss auf ihre Arbeit in der Logistik habe und sie – anders als viele andere – weiter arbeiten könne.

Schüler und Arbeitnehmer im Lockdown Light

Die beiden Schüler Achmed Gündüz und Sinan Akdeniz werden vor allem das Essengehen in Restaurants vermissen. Dass Schulen – anders als im ersten Lockdown – offen bleiben, störe beide nicht. „Ich habe keine Angst, mich in der Schule mit Corona anzustecken“, sagt Gündüz. In den Klassen werde regelmäßig gelüftet, auch an kalten Tagen, und überall an der Gesamtschule herrsche Maskenpflicht. Akdeniz würde sich aber darüber freuen, wenn im Klassenraum mehr Abstand gehalten werden könnte, denn die 1,5 Meter seien dort nicht einhaltbar.

Susanne Florenski, die in einem Lebensmittelmarkt in Bergkamen am Nordberg arbeitet, fühlt sich durch die Maßnahmen zwar eingeschränkt, halte sich aber an die Regeln. „Ich passe mich an, damit die Lage besser wird. Schließlich geht es uns alle etwas an.“ Sie erlebt bei einigen wenigen Kunden Unverständnis bei der Einhaltung von Schutzmaßnahmen, Einsicht hätten davon die wenigsten. „Doch die meisten Kunden zeigen Verständnis. Wir machen alle das Beste aus der Situation“, so die 61-Jährige. Auch auf sie kommt ein harter Monat zu: Am Sonntag erhielt sie vorerst zum letzten Mal Besuch ihrer geliebten Enkelkinder. „Die Arbeit lenkt mich zum Glück ab“, sagt Florenski.

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