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Hohe Lebensmittelpreise: Bergkamener Ernährungsberaterin gibt Tipps

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Von: Carola Schiller

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Ernährungsberaterin: Sandra Burkhardt.
Ernährungsberaterin: Sandra Burkhardt. © Burkhardt

Die Preise für Lebensmittel steigen. Doch während Gutverdiener sich wundern und ihr Budget für die Haushaltsführung einfach erhöhen, stehen Menschen mit niedrigem Einkommen vor einem echten Dilemma. Ernährungsberaterin Sandra Burkhardt aus Bergkamen gibt Tipps.

Bergkamen – Laut Verbraucherzentrale lag die Preissteigerung zuletzt zum Teil bei 39,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Lediglich Saisongemüse ist günstig. Gemeint ist das Gemüse, das gerade regional wächst. Hier beginnen auch die Tipps der Verbraucherzentrale, die sie auch auf ihrer Webseite zusammengefasst hat. Zucchini, Kartoffeln und Tomaten sind aktuell günstig zu bekommen. Die Erdbeerzeit hingegen ist vorbei. Dafür gibt es frische Äpfel und Beeren. Die Verbraucherzentrale rät, bei vermeidbaren Lebensmitteln lieber mal zu verzichten.

Butter sei teuer und auch nicht gesund. Ersetzen lasse sie sich durch Frischkäse, Senf oder Nussöle. Da der Fleischkonsum pro Bundesbürger sowieso zu hoch ist, empfiehlt es sich, den Verbrauch deutlich zu reduzieren und auf Hülsenfrüchte, wie Linsen, Erbsen, Bohnen oder Lupinen zurückzugreifen.

Eine klare Absage erteilen die Experten Fast Food und Fertiggerichten. Im Vergleich seien sie viel zu teuer und zudem häufig ungesund. Das gelte auch für den Imbiss unterwegs. Lieber das gute alte Butterbrot mitnehmen und den Kaffee aus dem eigenen Becher trinken – das helfe sehr beim Sparen und vermeidet nebenbei Abfall.

Brennnesselblätter, Giersch und Löwenzahn sind Superfood.

Sandra Burkhardt.

Ernährungsberaterin Sandra Burkhardt kann die Empfehlungen durch praktische Tipps ergänzen. Auch sie setzt aufs Selbermachen. So manch gesunde Speise findet sich nämlich im eigenen Garten oder am Feldrand. „Brennnesselblätter, Giersch und Löwenzahn sind Superfood“, bricht sie eine Lanze für die bei Gärtnern eher unbeliebten Gewächse. Die Blätter seien reich an wertvollen Inhaltsstoffen. Dazu zähle Vitamin C, Magnesium und Eisen. Kleingeschnitten wird aus dem Blättermix ein leckerer Salat. „Die Blätter können auch in den Mixer als Smoothie“, sagt die Fachberaterin für holistische Gesundheit. Angst vor Brennnesseln brauche niemand zu haben. Burkhardt hat auch hier die passenden Tipps: „Mit dem Nudelholz drüber rollen, schon sind die Brennhaare weg. Im Mixer bleibt von den Brennhaaren auch nichts übrig.“

Als feine Ergänzung und echten Vitalstoff-Lieferanten rät die Ernährungsexpertin zu Sprossen. „Die kann jeder auf der Fensterbank selbst ziehen, solange es nicht in der prallen Sonne ist.“ Für die Sprossen von Getreide oder Gemüse rät sie zum Gang in einen Bioladen. „Ein Esslöffel reicht und ein Sprossenglas ist auch nicht teuer.“ Schon nach wenigen Tagen sind die ersten Sprossen verzehrfertig. „Die passen zu jeder Mahlzeit.“ Zum Beispiel zum Frühstück, bei dem sie von Brot lieber abraten möchte. Auch weil es teuer sei. Sie empfiehlt einen gekochten Porridge aus Haferflocken, das zurzeit mit Beeren angereichert werden kann.

Schmackhafter Trick

Bei der Gemüseverwertung kennt Sandra Burkhardt einen schmackhaften Trick: „Blätter und Strünke von Blumenkohl, Kohlrabi, Brokkoli nicht wegwerfen, sondern im Backofen mariniert backen.“ Das funktioniere auch mit Möhrenkraut und Radieschenblättern. „Die werden richtig kross.“ Wem das nicht genügt, der kann die Gemüsereste auch pürieren, mit Salz und Pfeffer würzen und als vitaminreiche Soße verwenden oder sie zu einem herzhaften Pesto verarbeiten.

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