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Falsche Vergewaltigungsvorwürfe einer Bergkamenerin kommen ans Licht

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Von: Sylvia Mönnig

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Illustration - Vergewaltigung
Eine Frau aus Bergkamen hatte eine Vergewaltigung durch ihren Ex-Partner erfunden. © dpa

Perfider Rachefeldzug: Als ihr Ex-Partner nicht tat, was sie von ihm verlangte, verspürte eine Bergkamenerin (33) offenbar das Bedürfnis, ihn zu bestrafen und zeigte ihn zu Unrecht einer versuchten Vergewaltigung an.

Bergkamen/Unna - In einem Verfahren gegen ihren Ex-Mann sollte der damalige Lebensgefährte einer Bergkamenerin lügen und behaupten, dass er gesehen habe, wie sein Vorgänger ein Fenster mit Steinen eingeworfen habe. Doch dazu war der Mann nicht bereit.

Am Abend des 15. Mai erschien die 33-Jährige daraufhin auf der Polizeiwache in Kamen, erstattete Anzeige gegen ihn und erklärte, dass er sie gegen ihren Willen berührt und versucht habe, sie zum Geschlechtsverkehr zu zwingen. Dagegen habe sie sich aber erfolgreich wehren können. Massive Vorwürfe, die sich später als unwahr entpuppten.

„Er hat mich komisch angeguckt“

Nun wurde der Fall vor dem Schöffengericht in Unna verhandelt und sie blieb bei ihrer Version. An dem Tag sei er zu ihr gekommen, habe mit ihr reden wollen. Schnell habe sich bei ihr ein ungutes Gefühl eingestellt. „Er hat mich komisch angeguckt“, betonte sie und beschrieb dann den vermeintlichen Übergriff, dem sie sich durch einen Biss in seine Hand habe entziehen können.

Nach der Einlassung wurde der frühere Partner gehört. Er verwies auf das Verfahren gegen den Ex-Mann, bei dem er für sie hätte lügen sollen. Das habe er verweigert und deshalb sei sie wütend auf ihn gewesen, habe ihn angezeigt. Tatsächlich habe ihm die 33-Jährige auch gesagt, dass sie ihrem Ex-Mann einen Schlägertrupp schicken werde.

Und dieser Ex-Mann habe sich dann sogar seine Handynummer besorgt, habe ihn angerufen, um ihn vor ihren Sanktionen zu warnen: Sie neige dazu.

Gespräch mit Anwalt lässt Angeklagte umdenken

Die Aussage des Zeugen war, so die Einschätzung des Gerichts und der Anklage, detailliert, nachvollziehbar und überzeugend. So erhielt die Angeklagte Gelegenheit, ein Vier-Augen-Gespräch mit ihrem Verteidiger zu führen und ihre Einlassung zu überdenken. Sie nutzte die Chance und räumte den Vorwurf dann über ihren Anwalt ein. Sie entschuldigte sich und beteuerte, dass so etwas nie wieder vorkomme.

Die Staatsanwältin fand deutliche Worte, bezeichnete die Tat der Bergkamenerin als hinterhältig und schäbig. Richter Jörg Hüchtmann betonte, dass die falschen Anschuldigungen existenzgefährdend hätten sein können und mit einer langen Haft für das Opfer hätten enden können.

Die Konsequenz: 18 Monate Haft auf Bewährung für sie – inklusive Zahlung von 500 Euro an ihr Opfer.

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