Auf der Bambergstraße

Hinter Gebüsch versteckt: Unfallflucht in Bergkamen schlägt fehl

Unfallflucht
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Wegen Unfallflucht stand ein 24-Jähriger vor Gericht.

Ein juristisches Nachspiel hatte eine versuchte Unfallflucht für einen 24-Jährigen. Sein Versuch, sich hinter einem Gebüsch zu verstecken, schlug fehl.

Bergkamen – Mit 1000 Euro Geldstrafe und drei Monaten Fahrverbot, endete im Amtsgericht Kamen der Prozess gegen einen 24-Jährigen. Der Mann war wegen Unfallflucht angeklagt und verurteilt worden.

Am 9. August vergangenen Jahres war er mit seinem Pkw auf der Bambergstraße in Bergkamen unterwegs. Beim Rückwärtsfahren aus einer Einfahrt touchierte er ein Fahrzeug auf der Gegenfahrbahn. Statt anzuhalten, fuhr der Bergkamener weiter. Im Rückspiegel beobachtete der Besitzer des beschädigten Fahrzeuges, der zuvor ein lautes Knacken gehört hatte, wie der Mann auffällig schnell weiter fuhr, so der Mann im Zeugenstand. Der 34-Jährige wendete, um den Unfallverursacher zu verfolgen.

Angeklagter angeblich „völlig ahnungslos“

Dieser bog links in eine Straße ab und verschwand hinter einem großen Gebüsch. Der Geschädigte gab an, das Gefühl gehabt zu haben, der Bergkamener wollte sich hinter dem Strauch verstecken. Als der 24-Jährige aus der Deckung heraus kam, sei er ausgestiegen und habe mit wilden Gesten den Mann dazu bringen wollen, anzuhalten. Doch der machte keine Anstalten, gab Gas und verschwand. Der 34-Jährige blieb mit einem Schaden von knapp 1600 Euro zurück. Etwa zwei Stunden später sei der Vater des Angeklagten bei ihm aufgetaucht, um über die Schadensregulierung zu sprechen.

„Ich habe es nicht bemerkt, das will ich unterstreichen“, erklärte Beschuldigte im Gericht. Es sei richtig, dass er etwas schneller unterwegs gewesen sei. Das habe allerdings nur damit zu tun gehabt, dass er einen Anruf erhalten habe. Da er während der Fahrt nicht habe ans Telefon gehen wollen, sei er schnell auf einen Parkplatz nahe der Feuerwehr gefahren, um zu telefonieren. Dass er dabei hinter dem Busch gestanden habe, sei Zufall gewesen. Beim Verlassen des Parkplatzes habe er den Geschädigten winken sehen, sich aber nichts dabei gedacht: „Ich war völlig ahnungslos.“

Gutachter belastet Angeklagten

Ein Gutachter äußerte sich zur Wahrnehmbarkeit des Unfalls. Er kam zu dem Ergebnis, dass der 24-Jährige das gegnerische Fahrzeug durch die Spiegel hätte sehen müssen. Zudem hätte er die Berührung spüren müssen.

Vorstrafen brachte der Angeklagte nicht mit. Der Richter zeigte sich davon überzeugt, dass der Bergkamener den Unfall bemerkt hatte. Er war sich ebenfalls sicher, dass sich der Mann hinter dem Gebüsch hatte verstecken wollen. Somit stand für den Vorsitzenden fest, dass sich der 24-Jährige wegen Unfallflucht strafbar gemacht hatte.

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