Hilfsaktion für den an Leukämie erkrankten Burak

Arif Aydin ist seinem Freund aus Bergkamen und allen Helfern dankbar für ihre Unterstützung. Er besucht seinen Sohn jeden Abend im Krankenhaus.
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Arif Aydin ist seinem Freund aus Bergkamen und allen Helfern dankbar für ihre Unterstützung. Er besucht seinen Sohn jeden Abend im Krankenhaus.

BERGKAMEN -  Vor etwa vier Wochen hat der Bergkamener Taner Aksoy davon erfahren, dass der dreijährige Sohn Burak seines Freundes Arif Aydin an Leukämie erkrankt ist. Seitdem sammelt er Spenden für die Medikamente und die Behandlung des Kleinen, der in einem Krankenhaus in der Türkei liegt. Er wollte einfach etwas tun, erklärt der 35-Jährige sein Engagement.

Durch Facebook hat Taner Aksoy von Buraks Erkrankung erfahren. Er wollte nicht auf der Seite des sozialen Netzwerks seines Freundes „Gefällt mir“ klicken oder tröstende Worte schreiben. „Ich wollte helfen“, sagt der Bergkamener bestimmt. Und so kam er auf die Idee, sich an deutsche und türkische Medien zu wenden und Spenden zu sammeln. Denn die Medikamente für seinen Sohn muss Arif Aydin in der Türkei selbst bezahlen, wie Taner Aksoy erzählt.

Seit er von der Diagnose weiß, stehen die Freunde in einem regen Austausch. Sie sind zusammen in Bergkamen aufgewachsen. Vor etwa 14 Jahren ist Arif Aydin zurück in die Türkei gegangen. Jetzt in den schweren Zeiten steht Taner Aksoy ihm aus der Ferne bei. „Freunde sieht man nicht in guten, sondern in schlechten Zeiten“, sagt er.

Einiges an Aufmerksamkeit hat Taner Aksoy durch seine Aktionen schon auf Burak gezogen. Er ist gerührt von der Hilfsbereitschaft der vielen – zum großen Teil „wildfremden Menschen“ –, die größtenteils über das Internet nicht nur in Worten Anteil an Buraks Schicksal nehmen. Viele beteiligen sich auch mit einer Spende. So wie ein älteres Ehepaar aus Kamen, das sich bei Taner Aksoy gemeldet hatte. Manche suchen auch nach Möglichkeiten, Burak nach Deutschland zu holen und ihn hier behandeln zu lassen. Anfang der Woche erhielt der Bergkamener wieder eine solche Nachricht. All diese Aktionen zeigen Taner Aksoy, dass er „den richtigen Weg gegangen“ ist. Jeden Tag ist er unterwegs und macht auf den Jungen in der Türkei aufmerksam. „Ich gehen von Tür zu Tür“, erzählt er.

Spenden, die der Bergkamener bereits erhalten hat, hat er an seinen Freund in die Türkei geschickt. Das Geld sammle er aber nicht nur für die Medikamente, sondern auch, damit Burak in eine private Klinik in Ankara oder Istanbul verlegt werden könne. Die Behandlung in dem Krankenhaus, in dem der lebensgefährlich erkrankte Burak derzeit versorgt wird, sei nämlich nicht so gut.

Die beste Lösung sieht Taner Aksoy darin, Burak nach Deutschland zu holen. Aber auch das ist teuer und nur möglich, wenn Buraks Zustand dementsprechend stabil ist. „Er darf keine Infektionen bekommen“, sagt Taner Aksoy. Durch die Chemo-Therapie ist sein Immunsystem geschwächt. Erst in der vergangenen Woche hatte der Dreijährige hohes Fieber und einen schlimmen Ausschlag bekommen.

„Er hat zehn Tage nichts gegessen“, erzählt Arif Aydin in einem Telefonat. Mittlerweile sei der Ausschlag wieder weg und Burak isst auch wieder. Der gebürtige Bergkamener ist seinem Freund und allen Helfern dankbar. „Ich habe die Hoffnung, dass alles gut wird“, sagte er. Er habe so ein inneres Gefühl.

Neben den fianziellen Mitteln benötigt Burak aber vor allem dringend gesundes Knochenmark. Deshalb hat Taner Aksoy auch Kontakt zur Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) aufgenommen. Wie Emrah Kilic vom DKMS, der Aksoy beratend zur Seite steht, erklärt, müssen die behandelnden Ärzte in der Türkei das Zentrale Knochenmarkspenderregister Deutschland (ZKRD) mit der Suche nach einem Spender beauftragen. Dass international nach Spender gesucht werde, sei ein ganz normales Vorgehen.

Um weiter auf Buraks Situation aufmerksam zu machen, plant Taner Aksoy eine türkische Nacht. „Mit Bauchtanz, Musik und türkischem Essen können die Besucher die türkische Mentalität und Bräuche kennenlernen“, erzählt Aksoy von seiner Idee. Der Erlös soll dann natürlich für Burak sein. Gleichzeitig will Taner Aksoy diese Veranstaltung nutzen, um gemeinsam mit der DKMS eine Typisierung durchzuführen. Einen Termin gibt es dafür allerdings noch nicht. Dennoch hofft Taner Aksoy auf weitere Unterstützung. „Wir haben schon einiges erreicht. Ich hoffe, es wird mehr.“

Taner Aksoy ist unter Telefon 0152/27796784 oder per E-Mail taneraksoy@gmail.com zu erreichen. - vg

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