Hilfe für einen jungen Fan

+
Die Mitglieder des BVB-Fanclubs „Ungebrochene Treue“ hatten eine Tombola zugunsten des an einem Tumor erkrankten Jungen veranstaltet. ▪

BERGKAMEN ▪ Die Diagnose Gehirntumor kam aus heiterem Himmel. Luca galt als kerngesund. „Die Nachricht war für uns wie ein Schlag ins Gesicht“, erinnert sich der Großvater des Siebenjährigen, Heiko Bittrich, an den Schock seines Lebens. Im Mai dieses Jahres war sein Enkel nach einem Zusammenbruch in die Klinik in Hamm eingeliefert worden.

Nach acht Wochen schließlich der Termin zum MRT. Von da an ging alles ganz schnell. Innerhalb von 14 Tagen musste sich Luca zwei Operationen unterziehen. Dabei wurde ein Teil des Tumors entfernt. „Hätten die Ärzte alles beseitigt, wäre der Junge jetzt querschnittsgelähmt“, sagt die Großmutter. Dieser Tumor kommt äußerst selten vor und gilt als aggressiv. „Unser Luca ist ein Kämpfer“, glauben die Großeltern fest an seine Genesung.

In dieser Zeit zwischen Hoffen und Bangen stehen der Familie rührige Helfer bei. Luca war gerade erst geboren, als er als 50. Mitglied im heimischen BVB-Fanclub „Ungebrochene Treue“ aufgenommen wurde. Seit seiner Gründung im Jahr 2003 versteht sich der Verein als sozial und familienfreundlich. Die Anhänger der Schwarz-Gelben leisteten bereits Tsunami-Hilfe und unterstützen die Caritas. Als sie vom Schicksal des kleinen Luca erfuhren, stellten sie unverzüglich eine Spendendose in ihrer Clubgaststätte, den Kuhbachstuben, auf. Björn Aschendorf, selbst Vater dreier Kinder, hat den jungen Borussen-Fan besucht. „Das war schon...“ Weiter kommt er nicht. Mit seinen Vereinskollegen hat der 2.Vorsitzende überlegt, wie die weitere Unterstützung der Familie aussehen könnte.

Ihren Job als Tagesmutter musste Mutter Jessica aufgeben. Mit ihren drei Kindern (7, 4 und 1) und dem vor zwei Jahren bezogenen Haus steht sie ohne Mann da, doch nicht ohne gute Freunde. Die Mitglieder des BVB-Fanclubs nehmen ihren Namen wörtlich – und stellten jetzt eine große Tombola auf die Beine. Auch wenn alles nur ein Tropfen auf den heißen Stein sei, so Vorsitzender Wolfgang Hahn: „Die Spendenbereitschaft war enorm.“ Privatleute, Vereine und Firmen beteiligten sich.

Auch Königsblaue

spendeten

Sogar aus dem Schalke-Fanclub „Königsblau Oberaden“ schauten Mitglieder vorbei. „Das ist eine ganz tolle Geste“, zeigte sich Heiko Bittrich überwältigt.

Die erste Chemotherapie hat Luca hinter sich, die nächste soll an diesem Wochenende folgen. Für den siebenjährigen Zweitklässler der Schiller-Grundschule heißt das ein Jahr lang kein regulärer Unterricht mehr, kein Fußball, kein Judo. Das Haus darf er nur noch mit Schutzmaske verlassen. Dass ihm die Haare ausfallen, seine Beine bald müde werden, das alles weiß er. Als er mit dem Fahrrad stürzt, sorgt er sich zuerst um seine Blutwerte. „Ich will nicht sterben“, trotzt er der Krankheit. Sobald er wieder auf dem Damm ist, wird auch Collie-Hündin Balu, die derzeit bei einem Fanclub-Mitglied untergebracht ist, wieder bei der Familie einziehen können.

Der Opa hat ihm einen Stadionbesuch versprochen. Sein Enkel, sagt er, hat die ganze Mannschaft lieb. Er selbst hat viele Menschen um sich, die ihn lieb haben. Auch seinen besten Freund Nico, der ihn regelmäßig besucht und aufmuntert. Und angekündigt hat: „Wenn Luca keine Haare mehr hat, will ich meine auch kurz tragen.“

Die Mitglieder des BVB-Fanclubs „Ungebrochene Treue“ wollen auch weiter für Luca und seine Familie sammeln. Wer spenden möchte, kann sich an Björn Aschendorf (Tel. 02307/ 9413094) wenden. In den Kuhbachstuben an der Weddinghofer Pfalzstraße steht zudem der Sozialball, eine Spardose, bereit. ▪ rw

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare