Heroin im Feuerlöscher bringt sechs Jahre Haft für Drogenkurier

Bergkamen - Mit einer vergleichsweise milden Strafe ist am Dortmunder Landgericht der Prozess gegen einen Drogenschmuggler zu Ende gegangen. Der 33-jährige Türke muss wegen des Schmuggels von rund 25 Kilogramm Heroin für sechs Jahre ins Gefängnis.

Die 36. Strafkammer unter Vorsitz von Helmut Hackmann blieb damit im Strafmaß drei Jahre unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die in ihrem Schlussvortrag eine Gefängnisstrafe von neun Jahren gefordert hatte.

Auch für die erfahrenen Richter am Landgericht ist die vom Zoll auf einem Gewerbegrundstück in der Industriestraße beschlagnahmte Menge an Rauschgift „auf Rekordniveau und extrem hoch“. Der bislang unbescholtene Lkw-Fahrer sei jedoch im Gefüge einer international agierenden Rauschgiftbande, so Hackmann, „das kleinste Rädchen im Getriebe“ gewesen. Er habe mit seiner Schmuggeltour von der Türkei nach Deutschland das „höchste Risiko getragen“, sein Abnehmer sei hingegen bis heute unbekannt geblieben.

Mit 25 Kilo Rauschgift in fünf eigens präparierten Feuerlöschern war der 33-jährige Familienvater Ende September vergangenen Jahres auf dem ehemaligen Steilmann-Gelände an der Industriestraße vom Zoll aufgegriffen worden. Seine Behauptung, er habe geglaubt, es handele sich bei dem Schmuggelgut um Goldstaub, entlarvten die Richter als Schutzbehauptung.

Vielmehr habe es der Schmuggler geahnt oder womöglich sogar gewusst, dass er in größeren Mengen Rauschgift transportiere. Schließlich habe er 1000 Euro Belohnung vorab bekommen, für den hoch verschuldeten Fahrer gleichzusetzen mit seinem Monatslohn als Fahrer. Zur Übergabe von weiteren 4000 Euro Belohnung kam es dann nach der Festnahme nicht mehr.

Monate zuvor war ein Fahrer in Österreich zu einer Haftstrafe von knapp vier Jahren verurteilt worden, der vier Mal in ähnlicher Weise Rauschgift in Feuerlöschern geschmuggelt hatte. Dieser hatte ein Geständnis abgelegt und einen Hintermann benannt.

Aufgrund seiner Angaben konnte das konspirative Treiben einiger Bandenmitglieder überwacht werden. Auf diese Weise ging der jetzt verurteilte Fahrer den Fahndern ins Netz, gegen einen maßgeblichen Drahtzieher wird demnächst in Köln verhandelt.

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