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Verkehrswende im Fokus: Busticket statt Führerschein

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Von: Linda Ehrhardt

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VKU-Bus an Haltestelle
Mit dem Ziel, den ÖPNV in Bergkamen zu stärken, beschäftigen sich gleich mehrere Anträge der Bergkamener Grünen. © Robert Szkudlarek/Digitalbild

Klimaschutz, Mobilität und Soziales: Diese Bereiche hat die Fraktion der Grünen bei ihren Haushaltsplanberatungen besonders in den Blick genommen. Insgesamt stellt die Fraktion acht Anträge, über die der Rat in seiner Sitzung am Donnerstag, 25. November, entscheiden muss.

Bergkamen – Um den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) – auch für einkommensschwache Einwohner – attraktiver zu machen, schlagen die Grünen die Einführung eines Ein-Euro-Tickets (einfache Fahrt) vor.

Dazu möchten sie für 2022 und 2023 jeweils 80 000 Euro in den Haushalt eingestellt sehen. Ein bezahlbarer ÖPNV sei für viele Menschen wichtig, um einzukaufen, zu Behörden und zur Arbeit zu fahren, heißt es im Antrag. Die Grünen erhoffen sich durch das günstige Ticket zudem eine stärkere Nutzung der Busse und damit einen Beitrag zur Verkehrswende.

Flächenankauf

Eine Million Euro sollen nach dem Willen der Bündnisgrünen im nächsten Haushalt für den Ankauf von Flächen zur Verfügung stehen. Die Verwaltung soll den Rat frühzeitig über zum Verkauf stehende Flächen informieren. Kauft die Verwaltung Flächen, ermögliche das die Entwicklung derselben im Sinne der Stadt zum Beispiel für Klimaschutz- oder Klimaanpassungsmaßnahmen aber auch für den sozialen Wohnungsbau oder zur Verbesserung der Infrastruktur für Fuß- und Radverkehr.

Barrierefreiheit

Nicht alle städtischen Gebäude sind barrierefrei, als Beispiel nennen die Grünen die oberen Etagen der Stadtbücherei und des Treffpunkts. Um das zu ändern beantragt die Fraktion 80 000 Euro, die für den barrierefreien Umbau städtischer Gebäude gedacht sind.

Führerschein-Abgabe

Die Grünen regen an, den Bergkamenern, die freiwillig ihren Führerschein abgeben, ein Jahr lang die kostenfreie Nutzung des ÖPNV zu ermöglichen. Als Beispiel dient der Fraktion die Stadt Bonn, die Über-60-Jährigen mit dem Aktiv60-Ticket für ein halbes Jahr die kostenlose ÖPNV-Nutzung ermöglicht. Die Partei sähe es in Bergkamen gern, dieses Angebot altersunabhängig auf diejenigen anzuwenden, die ihren Führerschein abgeben.

Klimaschutz

200 000 Euro zusätzlich für den Klimaschutz möchte die grüne Fraktion in den Haushalt eingestellt sehen. „Dieses dient zur Bereitstellung der Mittel für den städtischen Eigenanteil zur Durchführung einer ausgewählten Klimaschutzmaßnahme, wie sie im Integrierten Klimaschutzkonzept beschrieben ist“, heißt es von den Grünen.

Monatstickets

Jeweils 10 000 Euro in 2022 und 2023 beantragt die Fraktion für die Bereitstellung eines kostenlosen Monatstickets für den VKU-Bereich für diejenigen, die neu nach Bergkamen ziehen.

Zum einen sehen die Grünen dies als Willkommensgeschenk, zum anderen würde so der Zugang zum ÖPNV erleichtert, was wiederum bei der Verkehrswende helfen könnte.

Reinigungskräfte

Die Stadt soll nach dem Willen der Grünen keine Zeit- und Leiharbeiter mehr für die Reinigung städtischer Gebäude einsetzen. Stattdessen sollen die Reinigungskräfte städtische Bedienstete sein. Damit wollen die Grünen ihnen die Sicherung guter Arbeitsplätze vor Ort und betriebliche Mitbestimmung zugestehen. Außerdem beantragen sie, dass die Stadt weitgehend auf befristete Arbeitsverträge für die Reinungskräfte verzichtet, Tariflöhne bezahlt und familienfreundliche Regelungen hinsichtlich Teilzeit und Elternzeit findet.

Naturschwimmbad Heil

Für Aufforstungsmaßnahmen im Naturfreibad Heil möchten die Grünen für das kommende Jahr 30 000 Euro in den Haushalt einstellen. Hintergrund ist, dass nach ihrer Ansicht die Stadt den Schwimmverein dabei unterstützen sollte, die Attraktivität des Naturfreibads zu steigern, da das geplante neue Schwimmbad der GSW voraussichtlich nur ein kleines Außenbecken bekommen wird.

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