Haus Aden: Verfüllung der Schächte wird vorbereitet

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Auf der ehemaligen Schachtanlage Haus Aden wird die Verfüllung vorbereitet.

Bergkamen - Wettertechnik, Elektrotechnik, Förder- und Maschinentechnik: Der Standort Haus Aden funktioniert noch wie ein kleines Bergwerk – bloß ohne Kohleförderung. Doch auch die Tage dieses Schachtes und die von Grimberg 2 (Monopol) sind gezählt.

Nachdem die Bezirksregierung Arnsberg den Abschlussbetriebsplan für die zentrale Wasserhaltung auf Haus Aden genehmigt hat (WA berichtete), steht jetzt dessen Verfüllung bevor. Damit sind dann auch die Seilfahrten, die mehr als sieben Jahre nach Einstellung der Kohleförderung auf Heinrich Robert noch immer stattfinden, Geschichte. 

Doch noch gibt es sie. Nach Angaben der RAG sind aktuell weiterhin rund 60 Mitarbeiter vor Ort im Einsatz, um einerseits die in Betrieb befindlichen untertägigen Pumpen und Leitungen zu warten. Zum anderen mussten aufwendige Raub- und Vorbereitungsarbeiten für den anstehenden Umbau durchgeführt werden – so wie zuvor auch schon an den Standorten Lerche und Heinrich Robert in Hamm. 

„Das gesamte Grubengebäude ist rückzugstechnisch vorbereitet. Dafür musste alles aus der Grube raus, was dort nicht mehr hingehört“, so Dr. Stefan Roßbach, der als Bereichsleiter Grubenwasserhaltung Betrieb die bisherige „klassische“ Wasserhaltung auf Haus Aden verantwortet. 

Der rund 1000 Meter tiefe Schacht ist bereit für den Umbau

Auch der rund 1000 Meter tiefe Schacht ist laut RAG zu „großen Teilen“ für den anstehenden Umbau bereit. Als einer der letzten Schritte vorm Einbau der Hüllrohre und der Teilverfüllung des Schachtes muss noch die Förderung ausgebaut werden. Bislang wurden bei der Verfüllung alter Schächte Hüllrohre aus Stahl eingebaut. Auf Haus Aden werden erstmals auf einer Zeche Rohre aus korrosionsbeständigem Hightech-Kunststoff verwendet. 

„Nach ihrem schrittweisen Einbau und der parallel dazu erfolgten Verfüllung des Schachtes werden die Rohre bis zu einer Schalungsbühne auf 730 Meter Teufe reichen. Läuft alles nach Plan, wird die Verfüllung von Haus Aden – parallel dazu wird auch Grimberg 2 verfüllt – rund ein halbes Jahr dauern“, so die RAG. 

Eine „Herausforderung“ dabei ist, dass die Stadt Bergkamen zeitgleich zu den Aktivitäten der RAG am Zukunftsprojekt „Wasserstadt“ arbeitet, das sich um den Schacht Haus Aden herum befindet. Bis dort allerdings die doppelflutigen Tauchmotorkreiselpumpen eingebaut und angeschmissen werden können, wird noch einige Zeit ins Land gehen. Nach Abstellen der konventionellen Grubenwasserpumpen wird es nach Berechnungen der Experten rund vier Jahre dauern, bis der Wasserpegel auf ein Niveau angestiegen ist, das den Einsatz der neuen Tauchpumpen erforderlich macht. 

In der Endstufe wird der Standort Haus Aden einer von insgesamt sechs Brunnenbetrieben im gesamten Revier sein, von denen aus das Grubenwasser nur noch in größere Flüsse fließt. „Jährlich werden dann am Standort in Bergkamen rund 13 Millionen Kubikmeter Grubenwasser in die Lippe laufen, erschlossen aus einem untertägigen Netz, das sich von Dortmund über Lünen und Hamm bis nach Drensteinfurt erstreckt“, so die RAG. 

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