Förderturm soll bleiben

Haus Aden: Bergbau-Geschichtskreis plädiert für Versetzung

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Das Fördergerüst der ehemaligen Zeche Haus Aden soll abgerissen werden. Damit will sich der Geschichtskreis nicht abfinden und hat eine Versetzung des Turms ins Spiel gebracht.

Bergkamen – Das Fördergerüst von Haus Aden soll einem neuen Pumpenturm weichen. Mit den Plänen der Ruhrkohle AG (RAG) haben sich die Mitglieder des Geschichtskreises Haus Aden/ Grimberg 3/4 zwar abgefunden, ganz „Auf Wiedersehen“ sagen möchten sie jedoch nicht. Der Vorschlag des Geschichtskreises: den Turm versetzen.

Der Erhalt des Schachtgerüsts an seinem aktuellen Standort ist mit dem Vorhaben der RAG nicht vereinbar. Diese plant in der entstehenden Wasserstadt Aden ein Maschinenhaus, in dem sich eine Brunnenanlage mit Hebeeinrichtung für die Pumpen und Rohrleitungen befinden wird, die zukünftig den Grubenwasserspiegel des östlichen Ruhrgebiets regulieren. Mit einer Versetzung des Förderturmes erhofft sich der Geschichtskreis den Erhalt der Erinnerung an den Bergbau: „Wir hatten neun Fördertürme in Bergkamen und im Endeffekt haben wir jetzt nur noch zwei. Wenn man mal die umliegenden Städte betrachtet, was die so alles erhalten, denke ich, haben die Bergleute hier in Bergkamen es auch verdient, dass zumindest zwei Schächte erhalten bleiben“, sagt Volker Wagner vom Geschichtskreis.

Mit einer Kostenanalyse wollen sie von der Machbarkeit ihres Plans überzeugen. Auch mit Firmen habe man gesprochen und unverbindliche Angebote für die Umsetzung des Fördergerüstes eingeholt. Die Bergleute planen zudem die Gründung eines Fördervereins, um den Erhalt des Förderturms finanziell zu unterstützen.

Wettbewerb für Gestaltung des Grubenwasserhebewerkes

Was jedoch am Ende tatsächlich mit dem Förderturm geschieht, ist allein Sache der RAG, wie Dezernent Marc Alexander Ulrich betont. „Wenn sich ein Privater mit der RAG einigt und der Förderturm wird versetzt, haben wir natürlich sehr viel Sympathie dafür, aber es ist völlig undenkbar, dass wir uns finanziell mit einem größeren Betrag beteiligen“, so Ulrich. Wo jedoch Geld hineinfließen soll, ist in die Gestaltung des von der RAG geplanten Maschinenhauses mit Hilfe eines Architektenwettbewerbs. „Weil ein Bauwerk für eine Grubenwassererhaltung bundesweit extrem selten ist, hat sich das Planungsamt um einen Fördertopf bemüht. Das nennt sich nationales Projekt des Städtebaus und wird auch vom Land schon positiv begleitet“, teilt Ulrich mit.

Sinn und Zweck der Maßnahme sei eine architektonisch ansprechende und qualitativ hochwertige Gestaltung des Grubenwasserhebewerkes. „Die Bergbaugeschichte soll noch wahrnehmbar bleiben“, so Ulrich. Der Geschichtskreis soll für das Preisgericht zum Wettbewerb einen Vertreter entsenden, lautete der Vorschlag des Bürgermeisters Roland Schäfer in einer gemeinsamen Pressemitteilung der Stadt Bergkamen und der RAG. „Unterm Strich haben wir uns mit dem Wettbewerb noch gar nicht befasst“, sagt Volker Wagner. „Bevor 753 000 Euro in die Gestaltung des Pumpenhauses investiert werden, sollte man darüber nachdenken, dass wir dafür eventuell auch den Schacht II Haus Aden erhalten können“, meint Wagner. Ganz so einfach ist das aber nicht, heißt es von der Stadtverwaltung. „Ich verstehe natürlich den Wunsch der Bergleute, den Förderturm zu erhalten. Aber das Geld, das wir für die ansprechende Gestaltung des Grubenwasserhebewerkes eingeplant haben, brauchen wir auch dafür“, erklärt Ulrich.

Treffen mit dem Bürgermeister

Dass die Entscheidung nicht in seinen Händen liegt, weiß Wagner. „Was entschieden wird, können wir nicht beeinflussen. Das sind ja auch Summen, die da im Endeffekt investiert werden müssen.“ Aufgeben wollen er und die anderen Mitglieder des Geschichtskreises aber nicht. Am Donnerstag treffen sich Bürgermeister Roland Schäfer und Volker Wagner zu einem Gespräch, um über die Zukunft des Förderturmes zu sprechen.

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