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Hauptkommissar Markus Störtkuhl will nach alter Schule „Freund und Helfer“ in Bergkamen-Mitte sein

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Von: Bernd Kröger

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Markus Störtkuhl (Mitte) macht als neues Gesicht für die Mitte das Team der Bezirksbeamten in Bergkamen wieder komplett. Das freut Bürgermeister Bernd Schäfer (von links), den Leiter Bezirksdienst, Dirk Preker, Landrat Mario Löhr als Behördenchef und seinen Abteilungsleiter Polizei, Torsten Juds.
Markus Störtkuhl (Mitte) macht als neues Gesicht für die Mitte das Team der Bezirksbeamten in Bergkamen wieder komplett. Das freut Bürgermeister Bernd Schäfer (von links), den Leiter Bezirksdienst, Dirk Preker, Landrat Mario Löhr als Behördenchef und seinen Abteilungsleiter Polizei, Torsten Juds. © Kröger

Bergkamen hat ein neues „Gesicht der Polizei“ für die Stadtmitte: Markus Störtkuhl tritt als Bezirksbeamter an, „Freund und Helfer“ der Bürger und Mittelsmann zur Kommune zu sein.

Bergkamen – Markus Störtkuhl ist der Neue für Bergkamen – und doch „einer von der alten Schule“, wie er selber betont: „Ich will ganz klassisch der Freund und Helfer sein.“ Die Redewendung mag etwas aus der Mode gekommen sein, aber von gestern ist damit keineswegs, was der Polizeihauptkommissar von seinem Verständnis der Aufgaben im Bezirksdienst sagt – zumal es die versammelten Vorgesetzten in ähnlicher Weise betonen.

Präsenz zeigen, Sicherheit vermitteln

„Sie sind das Gesicht der Polizei“, setzt der Behördenchef, Landrat Mario Löhr ebenfalls auf eine griffige Formel. Von „Präsenz zeigen“ und das „Gefühl der Sicherheit stärken“ spricht auch Bürgermeister Bernd Schäfer bei der Vorstellung des 52-Jährigen als Neuzugang im Team der Beamten, die in den fünf Dienstbezirken und in der Wache am Wiehagen Ansprechpartner, Konfliktlöser, Vermittler, aber eben auch Vollstrecker von Recht und Ordnung sein sollen.

Fünf Bezirke, sieben Beamte

Als Stadt mit 50 000 Einwohnern ist Bergkamen in fünf Bezirke mit je einem verantwortlichen Beamten aufgeteilt (siehe Karte). Dazu kommen noch zwei Kollegen ohne Bezirkszuweisung, die überwiegend in der Wache tätig sind. Sie sind dort montags bis freitags von 7 bis 15 Uhr erreichbar. Außerdem halten die Bezirksdienstler dort am Wiehagen Sprechstunde: Montag, Mittwoch und Freitag von 10 bis 13 Uhr. Ansprechpartner sind: Markus Störtkuhl (Mitte), Beate Kohlhas (Mitte-West), Martin Siegel (Mitte-Ost), Rainer Gayer (Ost), Petra Maschewski (West), Marius Krabs und Mike Stendel. Kontakt zur Wache: 02307/921-7320.

Als 17-Jähriger hat der Neue aus Selm dort in der Polizeischule die Ausbildung begonnen, die vergangenen 22 Jahre beim Einsatztrupp Dienst getan: Observation, Ermittlungsarbeit und Zugriffe im Kampf gegen Straßen- und Drogenkriminalität und Einbrüche. Da war Markus Störtkuhl nah dran am (verbotenen) Treiben auch in Bergkamen, und er weiß um die Schattenseiten und Brennpunkte hier.

Enger Kontakt zum Rathaus

Die Erfahrung bringt er mit, „wenn ich meinen Bezirk nun besser kennenlerne auf den Präsenzstreifen.“ Im Hellen und in Uniform statt verdeckt zeigt der Beamte für die „City“ seit September donnerstags auf dem Wochenmarkt Flagge mit offenem Ohr, ist im Rahmen der Ordnungspartnerschaft mit den Kräften der Stadt Bergkamen unterwegs und als Bezirksbeamter ohnehin das Bindeglied zum Rathaus.

Bezirksdienst personell gestärkt

Pro 10 000 Einwohner schreibt das Land eine Bezirksdienststelle vor. Torsten Juds, Abteilungsleiter Polizei der Behörde, ist froh, mit der Vorstellung von Störtkuhl als Neuzugang Nr. 4 der Behörde hier die Reihen wieder geschlossen zu haben. „Wir hatten lange einen hohen Altersschnitt, weil man oft mit 55 oder 56 Jahren für die restliche Dienstzeit zum Bezirksdienst kam. So hatten wir auch eine ganze Reihe von Pensionierungen.“ Das habe zu Unstetigkeiten geführt, die nun vergessen sein sollen.

Breites Aufgabenfeld

Er setze schon für mehr Konstanz deshalb auf eine Verjüngung – und weil der Job erhebliche Anforderungen mit sich bringe: „Alles, was nicht über die 110 reinkommt, wird beim Bezirksdienst gemacht“, grenzte Bezirksdienstleiter Dirk Preker das Aufgabenspektrum zu den Kollegen ab, die im Wach- und Wechseldienst Streifendienst tun und ran müssen, wenn Notrufe eingehen. Haftbefehle vollstrecken (wenn die Umstände nicht ein größeres Aufgebot erfordern) ist Sache der Bezirksbeamten. In Amtshilfe für andere Behörden Aufenthaltsorte oder nicht gemeldete Wohnorte von gesuchten Personen zu ermitteln, hat Störtkuhl, obschon er Geduld und Beharrlichkeit vom Alltag im Einsatztrupp mitbringt, schon einiges abverlangt, wie er berichtet.

Über interne Bewerbung ausgewählt

„Was der Bezirksdienst bedeutet, damit habe ich mich erst wirklich befasst, als das Bewerbungsverfahren anstand“, räumt der gestandene Polizist ein. Eine Hospitation an der Wache Kamen brachte Gewissheit: „Diese Arbeit bietet genau das, was ich bei der Polizei machen will.“ Damit ist er keineswegs allein. Um die zehn oder zwölf Bewerbungen für eine BD-Stelle seien die Regel, berichtet Torsten Juds.

Ansprechpartner für Kitas und Schulen

In der jüngsten Auswahlrunde wurde Störtkuhl also in Mitte das „Gesicht der Polizei“, als solches auch Ansprechpartner, Begleiter der Schulen, Kitas und Vereine mit kurzem Draht, wenn’s gut läuft. Da mahnte der Landrat vorsichtshalber, bei aller Suche nach Nähe den Kümmerer in Uniform nicht mit Begehrlichkeiten auf dem kleinen Dienstweg in Verlegenheit zu bringen: „Wir können keine Umzüge mehr begleiten. Es gibt da klare Vorgaben, bei denen wir keine Ausnahmen machen können.“

Das muss Markus Störtkuhl also auch können: „Nein“ sagen, wenn’s nötig ist.

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