Ha(r)fenzauber in der Marina

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Sixto Corbalan verzauberte die Besucher mit seiner Harfenmusik.

RÜNTHE - Weihnachtslieder erklangen – begleitet von einem Harfenzauberer. Nicht nur ein wunderschöner Schlussakkord berührte die Gäste des letzten Weltmusikkonzerts 2012 tief. Jede Minute des Auftritts von Sixto Corbalan an seiner Paraguay-Harfe im Trauzimmer geriet am Montagabend zu einem unvergesslichen Erlebnis, einem musikalischen Weihnachtsgeschenk.

Mit der Harfe zaubern, nicht nur auf dem Instrument Saiten anschlagen, sondern auch beim Zuhörer Gefühle zum Klingen bringen, das gelang Sixto Corbalan aus Paraguay auf eindrucksvolle Weise. Ganze 150 Zentimeter groß ist sein 36-saitiges gestimmtes Instrument. Greift Corbalan in diese Saiten, glaubt man mal ein ganzes Orchester zu hören, dann wieder nur, fast sphärische Klänge zu vernehmen. Corbalan verleitet seine Zuhörer dazu, die Augen zu schließen, einem Titel wie „Der Wasserfall“ nicht nur die Ohren, nein, die ganze Phantasie zu widmen. Er musiziert dann nicht nur mit seiner Harfe, er malt Bilder im Kopf.

Wie ein Film laufen bei geschlossenen Augen Bilder ab, wie ein kleines Rinnsal über leichte Unebenheiten seines Bettes fließt, Steine umspielt, leise gurgelt und plätschert. Nur um immer mehr anzuschwellen, bis die Wassermassen mit tosender Gischt in einem Wasserfall in die Tiefe stürzen. Und diese Bilder erschafft dieser junge Künstler aus Asunción, der Hauptstadt Paraguays, fast spielerisch. Sähe man ihn nicht spielen, könnte man meinen, der Mann hat mindestens 20 Finger, mit denen er agiert.

Dabei deckt er ein Repertoire ab, das neben traditioneller Folklore und Eigenkompositionen auch Werke anderer zeitgenössischer Komponisten einschließt. Da blitzt auch mal ein Ausflug in den Bossa Nova, Jazz, Country und Rock auf. So kann es vorkommen, dass er gerade noch leise auf der Harfe improvisiert, dann plötzlich mitten in der „Bonnie & Clyde“ Filmmelodie zaubert. Nur um kurz darauf einen Ohrwurm der legendären „Carpenters“ aufleben zu lassen. Völlig unaufgeregt wirkt er dabei, im wahrsten Sinne des Wortes spielerisch.

Zum Ende lud Sixto Corbalan seine Zuhörer im restlos gefüllten Saal ein, ihn bei bekannten Weihnachtsliedern wie „Kling Glöckchen“, oder „Alle Jahre wieder“ mit ihrem Gesang zu begleiten. Da ließen sich die Zuhörerinnen und Zuhörer nicht lange bitten und stimmten sich gemeinsam mit diesem sympathischen Künstler auf die kommenden Feiertage ein. Lang anhaltender und frenetischer Applaus belohnte Sixto Corbalan im Trauzimmer für seinen begeisternden Auftritt. - jk

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