Entscheidung fällt an der Gesamtschule nicht leicht

Bergkamener Schüler bekommen ihre Zeugnisse persönlich oder per Post

Zeugnis
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Zum Halbjahresende gibt es am Freitag in NRW wieder Zeugnisse für die Schüler

Bergkamen – Fast 500 Zeugniskopien tüteten Isabella Cetinkaya, Anita Pytlinski und Silvia Schmitz vom Städtischen Gymnasium Bergkamen am Mittwoch ein, damit sie pünktlich zum Halbjahresende am Freitag bei den Schülern eintreffen. Die Schule hat sich aus Infektionsschutzgründen bewusst dafür entschieden, die persönliche Zeugnisausgabe dieses Mal auszusetzen und stattdessen Kopien zu versenden.

„Die Originale verbleiben zunächst in der Schule und werden nach Wiederbeginn des Präsenzunterrichts ausgegeben“, heißt es auf der Internetseite des Gymnasiums. Die Oberstufenschüler bekämen ihre Zeugnisse und Laufbahnbescheinigungen hingegen persönlich an der Schule – zeitversetzt und in Kleingruppen unter Einhaltung eines strengen Hygiene- und Abstandskonzepts.

Nicht leicht gemacht hat sich die Willy-Brandt-Gesamtschule die Entscheidung, in welcher Form die Zeugnisse ausgehändigt werden sollen. „Wir haben das lange im Kollegium diskutiert“, erzählt Schulleiterin Dr. Jennifer Lach. Während einige Lehrer das Infektionsrisiko bei einer Übergabe vor Ort fürchten, weil sich die Schüler dann eben doch begegnen, möchten andere die Gelegenheit nutzen, ihre Zöglinge nach langen Wochen mal wieder zu sehen und mit ihnen zu sprechen. Es sei eine Entscheidung zwischen dem gesundheitlichen Aspekt und dem pädagogischen Ethos gewesen.

Ein Gefühl dafür bekommen, wie es den Schülern geht

Am Ende hat die Schule die Kinder und Jugendlichen doch gebeten, ihre Zeugnisse persönlich abzuholen. „Wir möchten ein Gefühl dafür bekommen, wie es ihnen geht. Das ist per Video kaum möglich. Und wir erreichen auch nicht alle Schüler mit dem Distanzunterricht. Unsere Schulsozialarbeiter sind schon unterwegs und machen Hausbesuche. Wir wollen wissen, wo und wie wir Hilfestellung geben können“, sagt Lach. Der Gebäudekomplex der Gesamtschule biete gute Bedingungen dafür, die Kontakte bei der Übergabe so gering wie möglich zu halten. Die Lehrer können ihre Klassen zu unterschiedlichen Zeiten an verschiedenen Stellen auf dem Schulgelände treffen. „Das Ministerium hätte uns das Ganze allerdings deutlich leichter machen können, wenn es uns erlaubt hätte, die Zeugnisse an zwei oder drei Tagen auszugeben und nicht ausschließlich nur am Freitag“, so die Schulleiterin.

Auch die Kinder der Freiherr-von-Ketteler-Grundschule in Rünthe beziehungsweise ihre Eltern können sich am Freitag auf den Weg machen. Die Dritt- und Viertklässler bekommen ihre Zeugnisse ebenfalls zeitversetzt auf dem Schulhof von den Klassenlehrern ausgehändigt. Die Mädchen und Jungen, die die Notgruppen besuchen, erhalten sie dagegen von den betreuenden Lehrern. Die Zeugnisse, die nicht abgeholt werden, will die Schule dann per Post auf den Weg zu den Kindern schicken.

Zeugnispost bekommen die Realschüler in Oberaden ebenfalls. Die Fünft- bis Achtklässer erhalten jeweils eine Kopie des Dokumentes, die gegen das Original eingetauscht wird, sobald Unterricht vor Ort in der Schule wieder möglich ist. Die Jugendlichen aus dem neunten und zehnten Jahrgang indes das Originalzeugnis in ihrem Briefkasten, der Umschlag wird per Einschreiben zugesendet, berichtet Schulleiter Jörg Lange. „Sie benötigen es möglicherweise für Bewerbungen und Anmeldungen an weiterführenden Schulen.“

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