Von Gerätehaus zu Gerätehaus

Halb-Marathon in voller Montur: Feuerwehrleute aus Bergkamen laufen 22 Kilometer

Jörg Buhrau, Ralf Bartsch, Marco Hey, Andreas Schorn und Frank Bartsch (von links) absolvierten einen besonderen Halbmarathon: Sie wanderten und joggten von einem Bergkamener Gerätehaus zum nächsten und umrundeten Bergkamen dabei in rund fünf Stunden.
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Jörg Buhrau, Ralf Bartsch, Marco Hey, Andreas Schorn und Frank Bartsch (von links) absolvierten einen besonderen Halbmarathon: Sie wanderten und joggten von einem Bergkamener Gerätehaus zum nächsten und umrundeten Bergkamen dabei in rund fünf Stunden.

Körperliche Fitness ist für Feuerwehrleute überlebenswichtig. In Corona-Zeiten ist es aber auch für die Bergkamener Retter schwierig, ihr normales Trainingsprogramm zu stemmen. Wettkämpfe, die Trainingsanreiz bieten und den Leistungsstand dokumentieren könnten, fallen einer nach dem anderen aus. Fünf Kameraden aus Bergkamen haben sich eine Alternative überlegt, um fit zu bleiben.

Bergkamen – In normalen Zeiten wäre am Wochenende Berlin-Marathon gewesen, doch coronabedingt riefen die Veranstalter zum virtuellen Halbmarathon auf: Anmelden, am Wohnort laufen, die Zeiten hochladen und eventuell Fotos – dann winkten Urkunde und Medaille. Fünf Athleten der Bergkamener Feuerwehr – Frank Bartsch, Andreas Schorn, Jörg Buhrau und Marco Hey sowie Pressesprecher Ralf Bartsch – nutzten diese Gelegenheit und absolvierten einen besonderen virtuellen Halbmarathon in Bergkamen.

Ihr Ziel: Alle sechs Feuerwehr-Gerätehäuser der Stadt, verbunden über einen Rundkurs, der in Weddinghofen begann. Eine Strecke von rund 22 Kilometern – und ein Halbmarathon liegt bei 21,09 Kilometern. „Auf die 900 Meter mehr kommt es auch nicht mehr an“, waren sich die fitten Feuerleute einig.

Mit Pressluftflaschen auf dem Rücken

„Ich laufe aber nur mit, ich bin nicht registriert“, winkte Ralf Bartsch lachend ab, während die anderen deutlich sichtbar ihre Startnummern trugen. Frank Bartsch und Andreas Schorn legten sogar noch einen drauf: Sie liefen die rund 22 Kilometer lange Strecke nicht nur in Feuerwehrmontur und mit Pressluftflaschen auf dem Rücken – sie joggten auch den größten Teil der Strecke von Weddinghofen aus über Mitte, Overberge und Rünthe bis nach Heil.

Das Abstandsgebot, das für die fünf Feuerwehrleute auch während der Aktion galt, konnte daher gut eingehalten werden. Die Wanderer starteten in der ersten Welle, wie es im Marathon-Jargon heißt, um 15 Uhr, die Läufer folgten dann in der zweiten Welle. Als man auf dem Weg oder in den Gerätehäusern bei kleinen Pausen zusammentraf, wurden Masken aufgesetzt.

In Heil wurde das Joggen dann eingestellt und auch Frank Bartsch und Andreas Schorn schlossen sich den Wanderern an.

Regelmäßiges Training in Treppenhäusern

Wieder unterwegs, setzten sich die beiden fitten Läufer auch bei gemäßigtem Tempo schnell von den anderen ab. Bereits an Silvester waren Schorn und Bartsch die Strecke gelaufen – doch dieses Mal ging es deutlich besser, urteilten die beiden.

Vor der Treppe an der Kanalbrücke Jahnstraße hielten aber alle kurz inne – bis auf Jörg Buhrau. Der auf Treppenläufe spezialisierte Feuerwehrmann, der regelmäßig im Rathaus oder Kesselhaus des Kraftwerks trainiert, wich lediglich der Pfütze am Fuß kurz aus, bevor er die Treppe mit flotten Schritten hochsprang.

Nach gut fünf Stunden waren die 22 Kilometer absolviert und die Feuerwehrleute zurück in Weddinghofen. „Es ist nur zu empfehlen“, urteilte Ralf Bartsch. „Ich habe heute Ecken entdeckt, an die ich mit dem Auto oder Rad nie gekommen wäre.“ Sein Bruder Frank hat nun aber ein weiteres Ziel: „Das nächste Mal ist es der Marathon. Das sind dann zwei Runden. Vielleicht im Herbst“, sagte er lachend. Dann will er aber auch ohnehin wieder zum Marathon nach Berlin reisen.

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