Bergkamener könnte nach Messerattacke wieder freikommen

Bergkamen– Der psychisch kranke Bergkamener, der seinen Stiefvater mit einem Messer attackiert hatte, macht offenbar große gesundheitliche Fortschritte. Zu dieser vorläufigen Einschätzung kommt der psychiatrische Gutachter Dr. Brian Blackwell. Nun ist eine Entlassung aus der Klinik unter Auflagen möglich.

Blackwell hatte den 21-Jährigen während dessen Klinikaufenthaltes untersucht und ihn auch im laufenden Verfahren vor dem Dortmunder Landgericht beobachtet. Der Psychiater wird den Beschuldigten nun noch einmal ergänzend untersuchen und dann dem Gericht darlegen, ob seine Weiterbehandlung in einer offenen Klinik möglich ist oder ob er sogar unter strengen Auflagen entlassen werden kann.

Drei Zentimeter langer Stich

Bislang stand die dauerhafte Unterbringung des jungen Mannes in einer geschlossenen psychiatrischen Klinik im Raum, nachdem er am 30. September vergangenen Jahres auf seinen Stiefvater in dessen Wohnung an der Töddinghauser Straße unvermittelt eingestochen hatte. Das Opfer erlitt einen drei Zentimeter langen Bauchstich, der stationär behandelt werden musste. Nur durch Zufall wurden keine inneren Organe verletzt.

Stimmen befahlen den Angriff auf den Vater

Der Angreifer litt zur Tatzeit unter einer Psychose, hörte innere Stimmen, die ihm offenbar den Angriff befahlen. Ein problematisches Elternhaus mit drogenkonsumierenden Familienmitgliedern, Gewalterfahrungen in der Familie und Entwicklungsstörungen haben den Lebensweg des Beschuldigten offenbar sehr geprägt. Er suchte Zuflucht zu Drogen, entwickelte eine Psychose mit mehreren Klinikaufenthalten. Mittlerweile scheint er Einsicht in seine Krankheit zu haben, nimmt im Krankenhaus regelmäßig seine Medikamente und kann keine Drogen konsumieren. Gestützt auf das Gutachten des Gerichtspsychiaters muss das Gericht zum Abschluss des Prozesses entscheiden, ob diese positiven Entwicklungen ausreichen, um ihm eine Zukunft in Freiheit zu ermöglichen. Der Prozess wird am 6. Mai fortgesetzt.

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