Krebserregender Stoff

Gift aus der Grube: RAG äußert sich zu PCB im Bergkamener Ausschuss

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Die Fraktion BergAuf rief zur Demonstration auf: Es kamen jedoch nur wenige Bürger.

PCB ist krebserregend. Im Bergbau wurde der Stoff jedoch aus Brandschutzgründen verwendet. Nun ist er im Grubenwasser - auch in Bergkamen.

Tief unter der Erde sind auch die gefährlichen Reste des Bergbaus noch zu finden. Im Grubenwasser unter Haus Aden gibt es Polychlorierte Biphenyle (PCB). Der hochgiftige, krebsauslösende Stoff wurde in der Vergangenheit aus Brandschutzgründen in Bergwerken eingesetzt – auch in Bergkamen. 

„Niemand von uns ist froh, dass wir Spuren von PCB haben“, sagte Joachim Löchte von der RAG am Donnerstag im Umweltausschuss. Im Bergbau seien etwa 17 000 Tonnen PCB verarbeitet werden. Der Anteil des giftigen Stoffs würde jedoch in Bergkamen weder im Grundwasser noch in der Lippe den Grenzwert überschreiten. 

PCB befindet sich im Grubenwasser

Anders sieht es unter Tage aus. Im Grubenwasser selbst nehme der PCB-Gehalt zwar ab, die RAG testete jedoch im vergangenen Jahr in Bergkamen und Ibbenbüren eine Pilotanlage, um PCB aus dem Grubenwasser zu filtern. Wie gut dies gelungen ist, konnten die Fachleute der RAG dem Ausschuss noch nicht sagen. Konkrete Zahlen würden sie erst präsentieren, wenn ein Experten-Gremium diese analysiert und bewertet hätte. „Dann kommen wir in den Rat“, versprach Löchte. 

Ob die getesteten Filter-Anlagen bei einem positiven Ergebnis großflächig eingesetzt werden, konnten die Fachleute von RAG ebenfalls noch nicht sagen. Die Kernfragen seien noch offen, sagte Löchte: „Ist es machbar und ist es verhältnismäßig?“ 

Das Pilotprojekt konzentriert sich ausschließlich auf die partikel-gebundenen PCB-Anteile, nicht auf jene, die sich im Wasser auflösten. Erfasst wurde aber auch die vollständige Anzahl von PCB im Grubenwasser. Dementsprechend muss der mögliche Erfolg bemessen werden. 

Noch läuft kein Grubenwasser in die Lippe

Gegenwärtig werde jedoch auch kein Grubenwasser ins Grundwasser oder in die Lippe geleitet, sagten die Fachmänner. Für diesen Schritt braucht die RAG eine Genehmigung der Bezirksregierung Arnsberg. Einen Antrag darauf, um die neue Anlage in Betrieb zu nehmen, will die RAG Ende 2019 oder zu Beginn des nächsten Jahres stellen, sagte Wolfgang Dronia von der Bezirksregierung. Dann würden auch die Auswirkungen auf die Umwelt nochmals geprüft werden. Bis das Verfahren abgeschlossen werden kann, dauert es wohl noch um die vier Jahre. 

PCB bleibt ein Sorgen-Thema. In der Bürgerfragestunde kam eine lange – vor allem durch BergAuf-Mitglieder geführte – Diskussion auf. Die Partei hatte vor der Ausschusssitzung zur Demonstration aufgerufen, es kamen jedoch nur wenige Bürger.

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