Alle Löschgruppen alarmiert

Großübung unter Realbedingungen am Kraftwerk

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Bergkamen - Gleich drei Mal kam es am Freitag im Heiler Kraftwerk zu Unfällen. Innerhalb von 15 Minuten mussten alle Bergkamener Löschgruppen alarmiert werden. Zwar handelte es sich nur um eine Großübung, aber das wussten die Einsatzkräfte nicht. Als ihre Melder losgingen, gingen sie von einem realen Großeinsatz aus. 

Die Löschgruppen Rünthe und Mitte als ABC-Zug der Freiwilligen Feuerwehr Bergkamen wurden gerufen, weil an der Schiffsentladestation im Hafen des Kraftwerks Amoniak ausgetreten sein sollte. Ein gefährlicher, weil ätzender Stoff, der vor allem die Atemwege reizt. Während sich die Rünther um die Rettung einer vermissten Person auf dem Schiff kümmerte, baute Mitte eine Dekontaminationsstation auf.

Zeitgleich stiegen weitere Trupps mit der Hilfe ihrer Kameraden in die Vollschutzanzüge. „Das dauert lange, entsprechend muss der Luftvorrat eingeplant werden“, erklärte der stellvertretende Wehrführer Ralf Klute die Krux dieses Szenarios, das gemeinsam mit Kraftwerksleiter Volker Veelmann entwickelt worden war.

„Wir haben eine Betriebsfeuerwehr, aber wir sind im Ernstfall auf die Zusammenarbeit mit der örtlichen Feuerwehr angewiesen“, erklärte Veelmann. „Das müssen wir deshalb üben.“ Die Mitglieder der Betriebsfeuerwehr übernahmen jedoch die Rolle der Einweiser und führten die Rettungskräfte zu ihren Einsatzorten.

Szenario: Stromschlag auf einem Dach

„Ob das passt?“, zweifelte ein Besatzungsmitglied des Oberadener Teleskopmastwagens mit Blick auf die anstehende Höhenrettung. Auf einem 28 Meter hohen Dach, das nur über eine enge Zufahrt angesteuert werden konnte, hatte laut Szenario ein Arbeiter einen Stromschlag abgekommen. „Die Drehleiter würde hier nicht reichen“, erklärte Klaus-Peter Hölscher, Leiter der Betriebsfeuerwehr, „durch den Anstellwinkel kämen wir nur auf 23 Meter.“ Doch auch der Teleskopmast musste in Zentimeterarbeit manövrieren, weil der angewinkelte Mast gestreckt werden musste, ohne irgendwo anzuecken.

Die Weddinghofer Drehleiter war am Flugstaubsilo gefragt, wo zwei Arbeiter in luftiger Höhe festsaßen, weil der Rückweg durchs Treppenhaus versperrt war.

Gesamt-Einsatzleiter Uwe Dunemann war am Ende mit dem Übungsverlauf zufrieden, auch wenn wieder einmal wegen der Türme und Silos Funkprobleme aufgetreten waren. „Wir haben dann auf digital umgestellt, aber das weiß man hier.“

Über die Möglichkeit zur Übung freute sich neben der Wehrführung auch der Schiffseigner, der tatsächlich Amoniak transportiert. Auch er muss regelmäßige Übungen durchführen und erhielt nun von der Feuerwehr eine entsprechende Bescheinigung.

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