Übergreifen auf Lagerhalle nur knapp verhindert

Großeinsatz in Bergkamen: Palettenlager in Flammen - rund 100 Einsatzkräfte verhindern Übergreifen des Feuers

[Update] Großeinsatz in Rünthe: An die 100 Einsatzkräfte kämpften in der Nacht von Sonntag auf Montag gegen die Flammen eines brennenden Plattenlagers. Nur knapp konnte ein Übergreifen des Feuers auf eine Lagerhalle verhindert werden. Es entstand ein Sachschaden in Höhe von rund 80.000 Euro.

Rünthe - Stadtalarm hieß es am späten Sonntagabend für die Freiwillige Feuerwehr Bergkamen. Rund 100 Einsatzkräfte kämpften mehrere Stunden in der Industriestraße in Rünthe gegen die Flammen eines brennenden Palettenlagers auf dem Gelände des Bäckereitechnik-Händlers Rennhak.

StadtteilRünthe
StadtBergkamen
KreisUnna
Einwohner6694 (31. Dezember 2017)

Alarmiert worden war die Feuerwehr um 23.04 Uhr.  Viele Anrufer - auch von außerhalb des Stadtgebietes - hatten schon von weitem Rauch und Flammenschein über den Notruf gemeldet. Die Feuerwehr Bergkamen sowie etliche weitere Einsatzkräfte dem Kreis Unna rückten an.

Großbrand in Bergkamen: Palettenlager in Flammen - rund 100 Einsatzkräfte vor Ort

Bei Eintreffen bestätigte sich ein großes Feuer auf einem Industriegelände. Die Alarmstufe wurde umgehend erhöht, ein sehr personalintensiver Einsatz begann. Sämtliche Bergkamener Einheiten und auch die Drehleiter der Freiwilligen Feuerwehr Werne waren im Einsatz. Auch Kreisbrandmeister Thomas Heckmann, der Fernmeldedienstzug und der Einsatzleitwagen des Kreises Unna wurden hinzugerufen. 

Großbrand in Bergkamen: Palettenlager auf Industriegelände in Flammen

Großbrand in Rünthe: Palettenlager in Flammen
Großbrand in Rünthe: Palettenlager in Flammen
Großbrand in Rünthe: Palettenlager in Flammen
Großbrand in Rünthe: Palettenlager in Flammen
Großbrand in Bergkamen: Palettenlager auf Industriegelände in Flammen

Dass die Feuerwehr zunächst vom Schlimmsten ausging, zeigt auch die Tatsache, dass das Lagezentrum des Innenministeriums über den laufenden Einsatz in Kenntnis gesetzt wurde. Das sei immer dann der Fall, wenn Einsatzlagen von besonderer Relevanz und Größenordnung vorlägen, erklärte Ralf Bartsch, Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr Bergkamen.

Hunderte Paletten standen in Flammen.

Der Bäckereitechnik-Händler Stefan Rennhak hatte von Bergkamen aus den Feuerschein über Rünthe gesehen und war „aus einem Bauchgefühl“ heraus zur Firma gefahren. „Ich hatte so ein mulmiges Gefühl“, erklärt er am Tag danach. „Als ich dann von der Brücke runterfuhr und nach dem Wäldchen den Feuerschein sah, dachte ich nur „um Gottes Willen, da sind ja nicht viele andere“. Doch der Feuerschein, den Rennhak wie eine Supernova oder einen Sonnenaufgang beschrieb, stammte nicht von seinem Gelände. „Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen.“

Zu verdanken ist das dem schnellen Eingreifen und dem taktischen Vorgehen der Feuerwehr. „Unsere Hauptaufgabe war es, die Brandausbreitung zu verhindern“, erklärte Feuerwehrpressesprecher Ralf Bartsch. Dazu wurden mit den Drehleitern aus Werne und Weddinghofen sowie dem Teleskopmast aus Oberaden drei Hubrettungsfahrzeuge eingesetzt, um soweit es eben ging von oben Wasserbarrieren zwischen Brand und Gebäudefassaden zu bringen und gleichzeitig das Feuer zu bekämpfen.

Großbrand in Bergkamen: Feuerwehr kann Übergreifen der Flammen verhindern

Gezielt wurde auch vom Boden aus gegen die Flammen vorgegangenen. „Doch zwischen den brennenden Stapeln der etwa 150 Holz-Paletten und die Fassade konnten wir nicht vordringen“, erklärte Bartsch. Zudem galt es, ebenfalls auf dem umzäunten Gelände gelagerte Gasflaschen zu kühlen, damit diese aufgrund der Hitze des Feuers nicht explodierten.

Die Einsatzkräfte griffen das Feuer sowohl vom Boden als auch von oben an.

Der Rennhak-Halle war das Feuer jedoch gefährlich nah gekommen. Seine Hitze hatte Kunststoffteile der Oberlichter zerstört und Qualm und Wasserdampf drangen in die Lagerhalle ein. „Wir hatten da keine Geräte stehen, die feuergefährdet gewesen wären“, erklärte Rennhak, dass er selbst relativ gelassen blieb, und der Feuerwehr lediglich die Hallentore aufschloss, damit diese unter Atemschutz und mit der Wärmebildkamera ausgestattet drinnen nach dem Rechten sehen konnten. „Das war zwar alles verqualmt und stinkt auch immer noch“, beschrieb Rennhak, „aber das Feuer hat bei uns nur an der Fassade und an den Oberlichtern Schaden hinterlassen. Im Inneren der Halle ist auch nichts verrußt.“

Großbrand in Bergkamen: Übergreifen auf Lagerhalle verhindert - Gasflaschen müssen gesichert werden

Da Rennhak ohnehin überwiegend mit Gebrauchtgeräten aus dem Bäckerhandwerk handelt, die vor der Weiternutzung fachgerecht überholt und gereinigt werden, war der Qualm kein Problem. „Und die Neuware ist in den Kartons. Da ist zum Glück nichts passiert“, so Rennhak. Für ihn gilt es nun, die Oberlichter richten zu lassen und Fassadenschäden zu beseitigen.

Das Übergreifen der Flammen auf eine Lagerhalle konnte verhindert werden.

Das ist vor allem der Feuerwehr zu verdanken, die zuletzt noch Schaummittel zur Benetzung der Brandstelle eingesetzt hatte, damit das Wasser bis in die letzten Ritzen der zusammengefallenen Paletten vordringen und sämtliche Glutnester löschen konnte. Dazu waren eingefallene und teils verbrannte Palettenstapel noch in der Nacht auseinandergezogen worden.

Großbrand in Bergkamen: Polizei ermittelt wegen Brandstiftung

Der Großteil der Einsatzkräfte hatte aber zwischen 1 und 2 Uhr die Einsatzstelle verlassen können, lediglich für die Einheit Rünthe war der Einsatz erst um 4 Uhr in der Früh beendet.

Die Polizei ermittelt inzwischen wegen Brandstiftung. Noch in der Nacht hatte sie das Gelände beschlagnahmt und bittet nun mögliche Zeugen um Hinweise. Der Sachschaden wird auf rund 80 000 Euro geschätzt.

Rubriklistenbild: © Stephanie Tatenhorst

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