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Großbrand in Bergkamen: Wohnhaus brennt - Vier Personen verletzt, Hund tot

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Von: Jürgen Menke, Markus Wüllner

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Das Gebäude am Westenhellweg am Tag nach dem Brand. Es ist nicht mehr bewohnbar.
Das Gebäude am Westenhellweg am Tag nach dem Brand. Es ist nicht mehr bewohnbar. © Hoffmann

Beim Brand eines Wohnhauses in Bergkamen in der Nacht zu Montag wurden vier Menschen verletzt, ein Hund starb. Das Gebäude wurde in großen Teilen zerstört, herunterfallende Dachpfannen beschädigten Autos. Ein junger Mann war von den Flammen eingeschlossen. Er entging womöglich nur knapp dem Tod. 

[Update 15.38 Uhr] Bergkamen - Der Abend des zweiten Weihnachtsfeiertages neigte sich dem Ende entgegen, da erreichte gegen 23.37 Uhr ein Notruf die Feuerwehr, dass im Ortsteil Bergkamen-Heil ein Wohnhaus in voller Ausdehnung brennt. Die Flammen hätten schon das Dach durchschlagen.

StadtBergkamen
LandkreisUnna
Fläche44,8 km²
Einwohner48.919 (31. Dez. 2020)

Großbrand in Bergkamen: Feuerwehr pendelt

Sofort wurden Einsatzkräfte aus dem gesamten Stadtgebiet nachgefordert. Addierte man Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei, waren etwa 100 Einsatzkräfte vor Ort. Da das Haus sehr ländlich liegt, brachten mehrere Löschfahrzeuge permanent über einen Pendelverkehr zusätzliches Löschwasser in eine Art aufblasbares Puffer-Becken.

In Bergkamen-Heil brannte am zweiten Weihnachtsfeiertag ein Wohnhaus.
In Bergkamen-Heil brannte am zweiten Weihnachtsfeiertag ein Wohnhaus. © Markus Wüllner

Nach Polizeiangaben konnten drei Bewohner des Hauses, die im Erdgeschoss und in der ersten Etage lebten, selbst ins Freie gelangen, als sie das Feuer bemerkten. Ein vierter Bewohner, ein 20-Jähriger, war im Dachgeschoss von den Flammen eingeschlossen. Aber auch er wurde schließlich gerettet - von einem Feuerwehrmann, der privat unterwegs war.

Dieser hatte den Feuerschein bemerkt und war mit seinem Pkw zur Brandstelle geeilt. Als er dort ankam, trugen die anderen Bewohner gerade eine Leiter zum brennenden Haus. Der Helfer konnte damit den im Dachgeschoss eingeschlossenen 20-Jährigen vor den Flammen retten.

Großbrand in Bergkamen: Zwei Bewohner in Klinik

Der 20-Jährige und ein 53-Jähriger wurden wegen Verdachts auf Rauchgasvergiftung stationär in einem Krankenhaus aufgenommen, während zwei 51 und 78 Jahre alte Frauen nach der Behandlung durch den Rettungsdienst vor Ort bei Verwandten unterkommen konnten. Ein mit im Haushalt lebender Hund verstarb an der Brandörtlichkeit.

Zur Brandursache, zur Höhe des Sachschadens und auch zur Frage, wo genau im Gebäude das Feuer ausbrach, liegen laut Polizei noch keine Erkenntnisse vor. Das nicht mehr bewohnbare Gebäude wurde beschlagnahmt, seine Türen versiegelt. Ein Brandsachverständiger solle nun zur Ermittlung der Brandursache hinzugezogen werden, heißt es.

Großbrand in Bergkamen: Fernseher plötzlich aus

Bemerkt wurde der Brand, nachdem der Fernseher eines Bewohners plötzlich ausging, die Mattscheibe schwarz wurde. Offenbar war eine Sicherung im Gebäude herausgesprungen. Ob einzelne Bewohner schon schliefen, als das Feuer ausbracht, kann die Polizei nicht sagen.

Der Westenhellweg wurde in der Nacht vollständig gesperrt, um die Wasserversorgung aufrechtzuerhalten. Zwar gab es laut Feuerwehr-Chef Dirk Kemke einen Hydranten an der Einfahrt zum Grundstück. „Die dort verfügbare Menge an Löschwasser reichte aber nicht aus.“ Mit drei Tanklöschfahrzeugen wurde die ganze Zeit über Nachschub geholt und in einem eigens aufgestellten Bassin zwischengelagert. Daraus bedienten sich dann die Einsatzkräfte.

Großbrand in Bergkamen: Brand weit fortgeschritten

Für die Feuerwehr waren rund 80 Kräfte der Einheiten Rünthe, Heil, Overberge, Oberaden und Weddinghofen im Einsatz. Bei der Anfahrt mussten sie noch davon ausgehen, dass eine Person im brennenden Dachstuhl eingeschlossen ist. So rückten die Retter auch mit einem Teleskopmast an, der später auch zur Brandbekämpfung genutzt wurde. Überdies waren fünf Rettungswagen und zwei Notärzte im Einsatz.

100 Einsatzkräfte kümmerten sich um den Brand am Sonntag in Bergkamen.
100 Einsatzkräfte kümmerten sich um den Brand am Sonntag in Bergkamen. © Markus Wüllner

„Der Brand war schon relativ weit fortgeschritten, als wir ankamen“, schildert Kemke. Die Vermutung, dass das Gebäude nicht mehr zu retten ist, habe sich schon früh bestätigt. Am Ende wäre es auch zu gefährlich gewesen, Einsatzkräfte ins Haus zu schicken. „Die Innendecken hatten sich auch aufgrund der Löschwasser-Last schon durchgebogen“, berichtet Kemke.

Großbrand in Bergkamen: Nachsorge am Morgen

Der Einsatz war gegen 3.30 Uhr beendet. Am Morgen danach, gegen 9 Uhr, rückte die Einheit Heil noch einmal zur Brandnachsorge aus. Mögliche Glutnester mussten aufgespürt und abgelöscht werden.

Beschädigt wurden in der Brandnacht auch zwei Fahrzeuge, die nahe am Haus abgestellt worden waren - unter anderem durch Dachpfannen, die aufs Blech hinabstürzten. Zwei Bewohner, die sich gerettet hatten, konnten während des Einsatzes bei Nachbarn unterkommen und wurden dort medizinisch versorgt.

Die Feuerwehr Bergkamen war schon an Heiligabend im Einsatz, als Elektroschrott brannte.

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