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Den Glauben hörbar gemacht

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Von: Ricarda Wenge

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Die Gitarrengruppe hatte geistliche Lieder und Pop im Repertoire
Die Gitarrengruppe hatte geistliche Lieder und Pop im Repertoire © Wenge

BERGKAMEN - In der Fotoausstellung des Interreligiösen Arbeitskreises zeigen Bergkamener Gemeinden ihren Glauben in Bildern, nun machten sie ihn auch hörbar.

Musiker und Chöre aus der muslimischen Ditib-Gemeinde, der alevitischen Gemeinde, der Neuapostolischen Gemeinde und den beiden evangelischen Gemeinden haben im Treffpunkt, begleitend zur Ausstellung „Mein Glaube – unser Miteinander“, einen musikalischen Abend gestaltet. Mehr als 50 Akteure waren beteiligt, für ihre Darbietungen ernteten alle viel Beifall. Den Anfang machte Isa Aygün aus der Oberadener Ditib-Gemeinde. „Ich werde Ihnen heute das erste Musikstück im Islam vorstellen“, kündigte er an und griff zu seiner Def, einer sogenannten Rahmentrommel. Sie komme sonst auch häufig mit der Ney, einer Längsflöte, zum Einsatz, erklärte Aygün seinen Zuhörern.

Josef M. Opfermann dirigiert

Auf den Solisten folgten die „Bodelswingers“ der Evangelischen Friedenskirchengemeinde, die unter dem Dirigat von Josef M. Opfermann vier Lieder sangen, darunter auch „Brüderlich leben“. „Der Text hierzu stammt aus der UN-Charta der Menschenrechte, die Melodie von Händel“, sagte Opfermann.

Im Anschluss führten Jugendliche aus der alevitischen Gemeinde den Semah vor. „Für uns ist das kein Tanz, sondern ein Ritual, das zum Cem-Gottesdienst dazugehört“, betonte Metin Erdogan, der Dede (Geistliche) der Gemeinde. Die Besucher schauten interessiert zu, wie sich sieben junge Damen zu den Klängen der Saz im Kreis bewegten und sich dabei um die eigene Achse drehten.

Weiter ging es mit der Gitarrengruppe der Evangelischen Martin-Luther-Kirchengemeinde, die neue geistliche Lieder im Repertoire hat, aber auch gerne Ausflüge in Popmusik und Folklore unternimmt. Die Aufforderung zum Mitmachen musste Pfarrer Reinhard Chudaska nicht wiederholen. Zum Gospel „Rock my soul in the bosom of Abraham“ sangen und klatschten die Zuhörer mit.

Der gemischte Chor der Neuapostolischen Gemeinde beendete den Abend mit Liedern, die die Frauen und Männer sonst auch im Gottesdienst singen.

Nach den musikalischen Vorträgen nutzten einige Besucher im Treffpunkt noch die Möglichkeit, die Fotoausstellung zu besichtigen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Ein Wiedersehen ist schon am kommenden Donnerstag möglich. Dann lädt der Interreligiöse Arbeitskreis zu einer Diskussion zum Thema „Du sollst dir kein Bild machen“ in den Treffpunkt an der Lessingstraße ein. Beginn ist um 19 Uhr.

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