Gladiatoren kämpfen beim Römerfest in Bergkamen

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Die Show-Kämpfe der Gladiatoren begeisterten das Publikum. Museumsleiter Mark Schrader moderierte die spannenden Duelle.

Bergkamen - Halbnackte Gladiatoren, Barbaren, Schaukämpfe in der Arena, Wagenrennen in Bergkamen: Das Römerfest zog am Wochenende viele Besucher in das Römerlager Oberaden. Mit packenden Shows, liebevolle Kostümen und Utensilien versetzten die Veranstalter ihr Publikum in die Antike zurück.

Wie sich Geschichte und Unterhaltung packend miteinander verbinden lassen, bewies das Stadtmuseum Bergkamen mit der Unterstützung geschichtlich geschulter Akteure am Wochenende. Auf dem Gelände des Römerlagers Oberaden hatte das Museum bereits zum dritten Mal zum Römerfest geladen. 

Mit 70 historisch gekleideten Akteuren am Samstag und geplanten 100 für Sonntag präsentierten Interessensgemeinschaften mit klangvollen Namen, wie „Amor mortis“ oder „Pedites Singularis“, Kampfszenen und alte Handwerkskunst. Museumsleiter Mark Schrader klärte als Moderator in der Arena über die geschichtlichen Hintergründe der Szenen auf. 

Römerfest im Römerlager Oberaden in Bergkamen

„Wir wissen nicht genau, was in den Arenen passiert ist“, sagte der Museumsdirektor. Oft sind es Fanartikel, die über Kampfszenen informieren. „Die Überlieferung der Ereignisse war dem Adel überlassen. Entsprechend einseitig sind die Informationen“, warnt er vor falschen Schlüssen und rät davon ab, Gladiatorenkämpfe aus Filmen für bare Münze zu nehmen. 

Die Zuschauer erfuhren, dass Gladiatoren eine zehnjährige Ausbildung durchlaufen mussten. „Das waren Profisportler, hoch angesehen waren sie aber nicht“, machte Schrader das Heldenethos endgültig zunichte. „Gladiatoren wurden vermietet und verkauft, auch als Attentäter. „Entsprechend hatten sie einen niedrigen Stand in der Gesellschaft.“, so der Museumschef. 

Rennen im nachgebauten Streitwagen

Die Ausrüstung der Darsteller im Römerpark ist akribisch zusammengetragen. „Wir sind sehr genau“, bekräftigt auch „Zenturio“ Jürgen Weber, der sich von Kindesbeinen an für die römische Geschichte interessiert. Um Kinder und Erwachsene für die echte Geschichte zu interessieren, gab es zahlreiche Möglichkeiten, selbst aktiv zu werden. „Kinder können in nachgebauten kleinen Streitwagen Wagenrennen veranstalten“, freute sich Museumspädagogin Ludwika Gulka-Höll. 

Die römische Probierküche lockte außerdem und bot spannende Einblicke in eine fremde Welt. Im Zeltlager ließen sich indessen zahlreiche Besucher in die Kunst des Feuermachens und der Waffentechnik einweisen.

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