Giftraupen plagen Bergkamen

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Eichenprozessionsspinner sind ein Problem im gesamten Kreis Unna.

Bergkamen - Die Stadt hatte vorgesorgt, kann sich gegen den extremen Befall trotzdem nicht wehren: Der Eichenprozessionsspinner ist zurück in Bergkamen und breitet sich wie bereits im Vorjahr rasend schnell aus.

Die Stadt kann nicht alle Bereiche kontrollieren – und setzt auf die Weitsicht der Bürger.

Welche Bereiche in Bergkamen sind befallen? 

Der Eichenprozessionsspinner ist im ganzen Stadtgebiet verteilt. „Der verbreitet sich wie eine Plage, aber in ganz NRW“, sagte Hans Irmisch, Sachgebietsleiter Tiefbau. Es sei für die Stadt unmöglich, alle betroffenen Orte zu kennen. „Wir haben keine Listen oder Sonstiges“, so Irmisch. Wenn ein Bereich stark befallen sei, werde gehandelt. 

Wie werden die Giftraupen entfernt? 

Der Baubetriebshof der Stadt hat einen speziellen Industriesauger angeschafft. „Damit werden die Raupen abgesaugt“, berichtet Irmisch. Auch sei eine Landschaftsbaufirma für die Stadt im Einsatz. „Vorrang haben auf jeden Fall öffentliche Plätze, an denen sich viele Menschen aufhalten wie Schulen, Sport- oder Spielplätze.“ 

Werden manche Straßen gesperrt? 

„Ja, wir versuchen mit Absperrungen auf den Eichenprozessionsspinner aufmerksam zu machen“, erklärt Irmisch. Doch sei es nicht möglich, alle Bereiche mit Flatterband zu markieren. 

Hat sich die Stadt vorbereitet? 

Vor einigen Wochen hat ein Landschaftsbauunternehmen viele Eichen in der Stadt mit einem biologischen Mittel besprüht. Das Mittel ist zwar für den Eichenprozessionsspinner tödlich, für Tiere und Menschen aber vollkommen harmlos. „Welche Auswirkungen das Mittel hat, können wir noch nicht genau sagen“, so der Sachgebietsleiter. Es könne erst nach Ende des Befalls ein Fazit gezogen werden. „Wir konnten das Mittel natürlich auch nicht auf jeden Baum sprühen.“ 

Wie sollen sich die Bergkamener verhalten?

 „Die Bürger sollten befallene Eichen meiden“, rät Irmisch. Die Stadt wolle die Bevölkerung sensibilisieren. „Weil wir nicht überall zur Stelle sein können, ist es wichtig, dass die Bürger aufpassen und kein unnötiges Risiko eingehen.“ Um die betroffenen Bereiche solle ein möglichst großer Bogen gemacht werden. 

Was tun bei Kontakt mit der Giftraupe? 

Wer mit den Gifthaaren in Kontakt gekommen ist, sollte sofort unter die Dusche steigen, Haare waschen, die Kleidung wechseln und bei mindestens 60 Grad waschen, erklärt Amtsarzt Roland Staudt. Wer gerade nicht duschen kann, sollte die betroffenen Stellen mit kaltem Wasser waschen und trockentupfen – nicht rubbeln, da die Gifthaare so tiefer in die Haut gelangen können. „Kühlen hilft bei Schwellung und Juckreiz“, so Staudt.

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