Unterschiedliche Schilderungen

Gewalt bei Geburtstagsparty: Hat ein Pärchen aus Bergkamen auf Opfer eingetreten?

Eine geballte Faust
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Das Pärchen aus Bergkamen muss sich wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten.

Es sollte eine fröhliche Geburtstagsparty werden, endete aber vielmehr mit Gewaltausbrüchen und Verletzungen. Nun befasst sich das Amtsgericht Lünen mit der Novembernacht vor zwei Jahren. Und bereits nach dem ersten Verhandlungstag gibt es etliche Versionen dessen, was sich abgespielt haben soll.

Bergkamen/Lünen - Die Fronten sind verhärtet, nach wie vor kommen immer wieder Emotionen hoch. Ein friedliches Verhältnis zwischen dem angeklagten Paar aus Bergkamen und ihrem mutmaßlichen Opfer, einer 33-Jährigen aus Lünen, wird es in diesem Leben wohl nicht mehr geben.

Dem Prozess, der nun begann und in dem der 31-Jährigen aus Bergkamen und ihrem Freund (27) gefährliche Körperverletzung zur Last gelegt wird, ging die Nacht auf den 18. November 2018 voraus. Die Angeklagte und eine Freundin feierten ihre Geburtstage in einem Vereinsheim in Lünen.

Opfer erlitt Prellungen und Gehirnerschütterung

Bereits dort soll es zum Streit und zu einem ersten Angriff auf die Lünerin gekommen sein. Vor der Hütte, so der Vorwurf, soll ihr die Angeklagte eine Kopfnuss gegeben und dann mit mehreren Freundinnen auf die am Boden liegende Frau eingetreten haben. Die Betroffene, so der weitere Vorwurf, flüchtete und wurde in der Nähe von dem Paar, das ihr mit dem Auto folgte, gestellt. Bei der Gelegenheit soll der angeklagte Bergkamener dem Opfer in den Rücken gesprungen sein und beide sollen auf die Frau eingetreten haben. Fakt ist, dass die 33-Jährige aus Lünen unter anderem Prellungen und eine Gehirnerschütterung erlitt.

Das Paar aus Bergkamen wollte sich zu Verhandlungsbeginn nicht äußern, später gab es eine Verteidigererklärung. Demnach sei das mögliche Opfer die eigentliche Aggressorin gewesen – bereits vor der Hütte und auch später, bei der zweiten Begegnung, bei der die Frau an sich nur hätte zur Rede gestellt werden sollen. An der Stelle, an der die Lünerin die Angeklagte erneut mit Tritten attackiert habe, habe er, der Angeklagte, dann auch mehrfach zugetreten. Ein Attest zu den Verletzungen, die die Bergkamenerin davongetragen habe, sei vorhanden.

Zeugen schildern unterschiedliche Sichtweisen

Die mutmaßlich Geschädigte wurde gehört und machte ihrerseits dem Paar massive Vorwürfe. Wobei sie immer wieder andere Angaben als bei der Polizei machte.

Und auch die unbeteiligten Zeugen vom zweiten Tatort, die sich alle durch Zivilcourage auszeichneten, schilderten unterschiedliche Wahrnehmungen – zum Beispiel, wenn es um die Anzahl der Personen oder den Ablauf ging. Mitte November wird der Prozess fortgesetzt. Dann sollen weitere Zeugen Licht ins Dunkel bringen.

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