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Geschäfte mit Mangelware Holz: Bergkamener bekommt Ungeduld eines Kunden zu spüren

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Von: Jana Peuckert

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Sägewerk Holz Holzlager Baumstämme
Der Bergkamener kaufte Holz aus der Türkei ein. © Armin Weigel

Seine Kontakte in die Türkei nutzte ein Bergkamener, um in Deutschland Holzgeschäfte zu tätigen. Auf die Ware musste einer seiner Kunden lange warten. Er verlor die Geduld.

Bergkamen – Als im Frühjahr vergangenen Jahres in Deutschland Holz etwas knapper wurde, nutzte ein Bergkamener mit Migrationshintergrund seine Verbindung in die Türkei, um dort an Holz für den Weiterverkauf in Deutschland zu gelangen. Ein Geschäft mit einem bayrischen Käufer über 30 Kubikmeter Eichenholz verlief problemlos. Das Geschäft mit dem zweiten Interessenten brachte dem Bergkamener nun den Vorwurf des Betruges ein.

Der Interessent orderte 31 Kubikmeter Buchenschnittholz. Preis: 21 420 Euro. Eine Anzahlung in Höhe von 16 115,70 Euro tätigte er auf ein türkisches Konto. Nachdem einige Zeit vergangen war und der Mann sein Holz noch nicht hatte, hakte er mehrfach beim Bergkamener nach. Der 34-Jährige versuchte, seinen Kunden zu beruhigen. Die Lieferungen aus der Türkei dauerten länger.

Erster Käufer mahnt zu Geduld

Das überzeugte den Käufer nicht. Er kontaktierte den ersten Kunden des Bergkameners. Der riet ihm, Geduld zu haben. Doch die hatte der Käufer nicht. Er stornierte den Auftrag, wollte sein Geld zurück. Das brachte den Bergkamener in große Schwierigkeiten, da die Holzfirma in der Türkei nicht bereit war, dass bereits auf ihr Konto geflossene Geld des Deutschen zurückzuüberweisen. Schließlich sei die Ware schon so gut wie auf dem Weg.

Türkische Firma verweigert Lieferung

Als der Käufer noch mehr Druck ausübte, weigerte sich das Unternehmen, das Holz zu liefern, und auch das Geld wurde einbehalten. Der Käufer forderte die Summe daraufhin vom Bergkamener zurück.

Der 34-Jährige versuchte, den Betrag von der Holzfirma zurückzubekommen. Doch statt einer Zahlung brach das Unternehmen den Kontakt ab. So kam es schließlich zu einer Betrugsanzeige. Im Amtsgericht Kamen schwor der 34-Jährige, nicht habe betrügen zu wollen. Er habe ordnungsgemäß ein Gewerbe angemeldet. Zudem sei sein erster Kunde zufrieden gewesen. „Es tut mir leid, dass er sein Geld nicht zurückbekommen hat. Aber ich kann auch nichts dafür“, erklärte der 34-Jährige.

Der Richter fasste zusammen: Das Geld war auf ein türkisches und nicht auf das Konto des Angeklagten geflossen. Der erste Kunde war an weiteren Geschäften interessiert. Der Angeklagte hatte das Gewerbe nach dem Vorfall abgemeldet. All das spreche für die Richtigkeit der Angaben des 34-Jährigen. Es blieben Zweifel, dass die Tat mit Betrugsabsicht begangen wurde. „Deshalb gehe ich davon aus, dass ihre Aussage nicht zu widerlegen ist“, so der Vorsitzende. Dann sprach er den Bergkamener frei.

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