Gerhart-Hauptmann-Schule erweitert Angebot

Bergkamens erstes Familienzentrum an einer Grundschule offiziell eröffnet

Die Gerhart-Hauptmann-Grundschule darf sich jetzt Familiengrundschulzentrum nennen. Finanziell unterstützt wird das Projekt vom NRW-Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration.
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Die Gerhart-Hauptmann-Grundschule darf sich jetzt Familiengrundschulzentrum nennen. Finanziell unterstützt wird das Projekt vom NRW-Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration.

In den Kitas geben Familienzentren Eltern und Kindern schon lange Starthilfe, wenn‘s nötig ist. Mit der Einschulung war Schluss, aber das hat sich nun geändert.

Bergkamen – An der Gerhart-Hauptmann-Grundschule ist das erste Familiengrundschulzentrum im Kreis Unna entstanden. Am Montag gaben Schule, Stadt und Arbeiterwohlfahrt auch offiziell den Startschuss. Durch das Familienzentrum sollen die Kontakte mit den Familien der Schulkinder noch weiter in den Fokus rücken.

Bekannt ist das Konzept eines Familienzentrums in der Stadt schon lange – von den Kindertagesstätten, die Kinder und Eltern mit vielfältigen Angeboten wie Vorträgen oder Diskussionsabende unterstützen. Ähnlich soll es nun an der Gerhart-Hauptmann-Grundschule werden.

Feste Adresse für Hilfen aller Art

Ein Grundpfeiler des Familienzentrums an der Grundschule sind laut Seyit Hecker, Projektkoordinator und Schulsozialarbeiter vor Ort, niedrigschwellige Angebote. „Wir wollen für Angebote, die eh schon vorhanden sind, einen festen Ort etablieren“, erklärte er. In der Arbeit des Familienzentrums, das eng mit Schule und OGS verwoben ist, gehe es zum Beispiel darum, dabei zu helfen, sprachliche Barrieren abzubauen. „Wir haben aber auch eine Kooperation mit dem Jobcenter angestoßen, sodass die Eltern hier leicht Hilfe zum Beispiel bei Anträgen finden können.“ Eine feste Steuerungsgruppe, in der unter anderem die Erziehungsberatungsstelle mit im Boot ist, kümmere sich um die Organisation des Familienzentrums.

Motivation zur Einrichtung des Zentrums sei es auch gewesen, dorthin zu gehen, wo die Menschen sind, um für sie wichtige Themen aufzugreifen, sagte Sozialdezernentin Christine Busch. „Bildung hat nicht nur etwas mit Mathe und Deutsch zu tun“, betonte sie. Auch die Themen Ernährung und Gesundheit gehörten beispielsweise dazu. „Die Schuleingangsuntersuchungen zeigen zunehmend alarmierende Ergebnisse. Diabetes und Übergewicht sind da große Themen, über die nicht alle Familien viel wissen.“

Gemeinsamer Blick auf Förderung

Gleichwohl richtet sich das Angebot nicht nur an bildungsbenachteiligte Familien, sondern an alle. „Wir schauen nicht defizitorientiert auf die Kinder, sondern versuchen, die Eltern mit einzubeziehen, durch den informellen Rahmen Kontakte zu knüpfen und Vertrauen aufzubauen. Dann kann man zusammen schauen, welche Förderbedarfe die Kinder und Familien möglicherweise haben“, erklärte Ludger Kortendieck, Leiter des städtischen Jugendamts. Im lockeren Rahmen – beispielsweise beim Kaffee vor Schulbeginn – sei oft mehr zu erfahren, als bei institutionalisierten Veranstaltungen wie dem Elternsprechtag, sagte Busch.

„Als das Land Nordrhein-Westfalen die Förderprojekt ,kinderstark’ aufgelegt hat, war uns sehr schnell klar, dass wir uns da beteiligen möchten“, erklärte Busch. Das Projekt führe weiter, was die Stadt an vielen Stellen sowieso schon tue. Mit der Awo – genauer: der Tochtergesellschaft Bildung + Lernen gGmbH, die auch OGS-Trägerin ist – sei schnell ein Partner mit an Bord gewesen.

Dezernentin Busch: Ein Abbild Bergkamens

Dass es die Gerhart-Hauptmann-Grundschule ist, an der sich das erste Familiengrundschulzentrum entwickelt, hat einen simplen Grund. „Die Schule ist ein bisschen ein Abbild Bergkames“, erklärte Busch. „Die Stadt ist innovativ und möchte immer weiter vorankommen.“ Zudem sei die Schule – wie auch die Stadt – in ihren sozialen und ethnischen Strukturen bunt.

Thorsten Schmitz, Geschäftsführer von Bildung + Lernen, sagte: „Im Bereich der Kindertagesstätten hat sich gezeigt, wie wichtig Familienzentren gerade in diesen Zeiten sind – und ich denke, dass sich dies sehr gut auf die Familiengrundschulzentren übertragen lässt.“

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