Signal für den Standort

Gemeinde Herz Jesu will die Orgel sanieren

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Die Orgel in der Pfarrkirche Herz Jesu muss saniert werden. Die Gemeinde hofft, über Jubiläumsfeiern oder Firmenfeste an Spenden zu kommen.

Rünthe - Die Herz-Jesu-Kirche ohne Orgel, dieser Gedanke ist einfach undenkbar. Daher zuckte die Gemeinde im vergangenen Jahr erschreckt zusammen, als das Herzstück der Kirchenmusik mitten in einer Sonntagsmesse den Dienst versagte...

„Aber dann ging sie plötzlich wieder und ich dachte, das ist vielleicht nur eine Kleinigkeit“, erinnert sich Jutta Smulka, stellvertretender Kirchenvorstand. Doch der hinzugerufene Orgelbauer fällte ein bitteres Urteil: „Die Elektrik ist nicht in Ordnung und die Pfeifen müssen dringend gereinigt werden. Manche sind bereits verschimmelt“, sagt Smulka auf. „Der Kostenvoranschlag beläuft sich auf 44.000 Euro. Da hab ich mich erst einmal hingesetzt“, gibt sie zu. 

Vom Bistum Paderborn gibt es nämlich maximal einen Zuschuss von 15.000 Euro, der Rest muss von der Gemeinde aufgebracht werden. Und das ist eine Mammutaufgabe. Der Grund für den schlechten Zustand der Orgel sind nämlich veränderte Rahmenbedingungen aufgrund finanzieller Zwänge. „Wir müssen seit Jahren sparen“, sagt Smulka – und deshalb gibt es in der Herz-Jesu-Kirche, die 1909 gebaut wurde, auch ein geringeres Mess-Angebot als früher. 

Laut Kostenvoranschlag soll die Sanierung 44000 Euro kosten.

Das Gebäude wird daher zum größten Teil der Zeit nur noch auf eine Temperatur von 16 Grad Celsius geheizt und die Heizung lediglich für die Nutzung zur Messe höher gestellt. Das veränderte Raumklima kommt den Schimmelpilzen in der Orgel gerade recht. Die wurde im jetzigen Aufbau 1962 installiert und 1993 zuletzt gewartet. 

Zur Messe gehört Orgelmusik 

Die Gemeinde hat sich dennoch dazu entschieden, in die Orgel zu investieren. „Sie hat einen deutlich höheren Wert und die Sachverständigen haben uns versichert, dass wir die Sanierung in jedem Fall machen sollten“, sagt Smulka. „Zu einer Messe gehört Orgelmusik einfach dazu. Und stellen Sie sich mal eine Hochzeit oder Beerdigung ohne diese Musik vor. Das geht nicht.“ 

Und das Okay zur Sanierung werten die Katholiken in Rünthe noch aus einem anderen Grund als ausgesprochen positiv: Vor der anstehenden Fusion mit den Gemeinden in Kamen und Bönen ist eine Investition von über 40.000 Euro in eine Orgel im Bergkamener Pfarrverbund ein klares Signal an den Standort, dass er auch noch in Zukunft benötigt wird. Deshalb fließen auch bereits Spendengelder, seit das Problem der Orgel bekannt ist. 

Ob bei Goldenen Hochzeiten oder an Weihnachten: Die Kollekten waren für die Orgelsanierung bestimmt. Rund 5.000 Euro sind in kurzer Zeit bereits zusammengekommen – doch das reicht noch lange nicht. Die Gemeinde sucht daher nach weiteren Möglichkeiten zur Finanzierung der anstehenden Arbeiten und auch ganz klassische Sponsoren. „Wir haben schon überlegt, ob Gemeindemitglieder gegen eine Spende eine der Flöten erwerben können“, verrät Smulka. Doch zunächst hofft die Gemeinde, über Jubiläumsfeiern oder Firmenfeste an Gelder zu kommen. 

Und wer sonst Ideen hat, darf sich gerne bei der Gemeinde melden. „Teuer ist bei der Sanierung ja nicht das Material, sondern der Stundenlohn“, weiß Smulka. Denn die Orgel muss komplett auseinander genommen und jede einzelne Pfeife gereinigt werden. Und damit die 22 Register, die aus einer Reihe von Pfeifen gleicher Klangfarbe bestehen, am Ende wieder gezogen werden können, muss alles auch wieder zusammengebaut werden. 

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