1. wa.de
  2. Lokales
  3. Bergkamen

Gefährliches Manöver: Autofahrer aus Bergkamen kommt Bikern zu nahe

Erstellt:

Von: Sylvia Mönnig

Kommentare

Zwei Autofahrer fielen durch gefährliche Überholmanöver auf. Die Polizei sucht nun Zeugen.
Der Autofahrer musste sich wegen eines gefährlichen Überholmanöver verantworten. © Symbolbild/dpa

Im Mai 2021 kam es im Bereich eines Selmer Bahnübergangs zu einem Disput zwischen einem Autofahrer aus Bergkamen und drei Bikern. Der Bergkamener beteuerte seine Unschuld. Umsonst. Für ihn wurde es teuer.

Lünen/Bergkamen – Am Nachmittag des 9. Mai 2021 stand der Mann aus Bergkamen mit seinem Pkw am Bahnübergang an der Lüdinghausener Straße und wartete darauf, dass die Schranke hochging. In dem Moment tauchten die drei Motorradfahrer auf, die an der Kolonne stehender Autos vorbeizogen und direkt vor der Schranke stoppten.

Als die Schranke hochging, so die Anklage, gab der 34-Jährige Gas, überholte den ersten Motorradfahrer von rechts, fuhr dafür über den Grünstreifen und wirbelte reichlich Staub auf. Kurz darauf setzte er zum zweiten Überholmanöver an, zog wieder von rechts dicht an dem nächsten Biker vorbei, nutzte dafür erneut den Grünstreifen und sorgte abermals für eine größere Staubwolke. Die Männer auf den Motorrädern kamen mit dem Schrecken davon und nahmen die Verfolgung auf, um das Pkw-Kennzeichen sehen und Anzeige erstatten zu können.

Kleine Tochter auf der Rückbank

Die Version des angeklagten Autofahrers klang jetzt vor dem Amtsgericht Lünen aber gänzlich anders. Demnach wurde er ausgebremst, musste zwei Mal auf den Grünstreifen ausweichen und zwei Biker versuchten auch noch, seinen Außenspiegel im Vorbeifahren abzutreten. Eigentlich hätte er Anzeige erstatten müssen – die Anderen seien nur schneller gewesen.

„Ich war total aufgelöst“, betonte er und verwies auf seine kleine Tochter auf der Rückbank und ihre ängstlichen Schreie. Eine Version, die seine Ehefrau, die Beifahrerin war, später bestätigte.

„Der kam von hinten so angeschossen. Das war unfassbar.“

Die Motorradfahrer indes wiederholten ihre Vorwürfe im Zeugenstand, schilderten Schrecksekunden und zwei von ihnen erklärten, dass der Angeklagte so dicht an ihnen vorbeigefahren sei, dass er sie fast berührt habe. „Ich stand unter Schock. So etwas habe ich vorher nie erlebt“, erinnerte sich einer der jungen Männer. Ein Anderer sprach davon, dass das Ganze richtig knapp gewesen sei und der Dritte betonte: „Der kam von hinten so angeschossen. Das war unfassbar.“ Und: Keiner von ihnen habe versucht, einen Spiegel abzutreten.

Die Angaben der drei Biker befand die Richterin letztlich für sehr überzeugend und plausibel – frei von jeglicher Belastungstendenz. Sie hatte keine Zweifel daran, dass der Bergkamener Autofahrer grob rücksichtslos handelte und so zur Gefahr wurde. Für den 34-Jährigen endete der Fall mit 1600 Euro Geldstrafe und einem Jahr Sperrfrist zu Erteilung einer neuen Fahrerlaubnis.

Auch interessant

Kommentare