Müll, Abwasser, Klärschlamm und Straßenreinigung

Gebühren für 2021: Hier müssen Bürger aus Bergkamen mehr zahlen

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Die Müllgebühren entwickeln sich in Bergkamen unterschiedlich. Muss ein Haushalt für Restmüll 2021 voraussichtlich über neun Prozent mehr bezahlen, verringert sich der Betrag beim Biomüll um knapp drei Prozent.

Noch vor Ende der Legislaturperiode entscheidet der Stadtrat am nächsten Donnerstag über die Höhe der Gebühren 2021. Einiges wird für die Bürger in Bergkamen billiger, anderes teurer.

Auffällig stark ist die Erhöhung beim Restmüll. Hier steigen die Gebühren unabhängig der Gefäßgröße um 9,43 Prozent. In der Verwaltungsvorlage wird die Erhöhung mit „deutlichen Mindereinnahmen“ für Papier, Pappe und Kartonagen begründet, mit gestiegenen Personalkosten, erhöhten Abfallmengen und einer Steigerung der Umlagegebühren des Kreises Unna. Die aktuellen Gebührenkalkulationen im Einzelnen:

Abfall

Die Leerung der 60-Liter-Tonne für Restmüll erhöht sich den Berechnungen nach von derzeit 120,90 auf 132,30 Euro; das sind 11,40 Euro mehr. 15,20 Euro zusätzlich zahlen Bürger mit 80-Liter-Behälter (176,40 Euro), bei 120 Litern wird 2021 ein Mehrbetrag von 22,80 Euro fällig, bei Gesamtkosten von 264,60 Euro. Auch bei 1100-Liter-Tonnen steigen die Gebühren, je nach Häufigkeit der Leerung um bis zu 836 Euro.

Beim Bioabfall kommt es indes zu einer Senkung der zu zahlenden Beträge um 2,87 Prozent. Auch dieser Satz wird auf alle Gefäßgrößen angewendet:

  • 60 Liter: 50,70 Euro (-1,50)
  • 120 l: 101,40 Euro (-3,00)
  • 240 l: 202,80 Euro (-6,00).

Nach Berechnungen des Entsorgungsbetriebs Bergkamen (EBB) werden 2021 im Bereich Restmüll Kosten von insgesamt rund 4,7 Millionen Euro durch Gebühren zu decken sein, beim Bioabfall sind’s gut 548 000 Euro.

Die erwarteten Mindereinnahmen für Papier, Pappe und Kartonagen beziffert der EBB mit rund 92 000 Euro. Die Erlöse in diesem Bereich verringern sich laut Prognose von 55,34 auf 10,78 Euro je Gewichtstonne, wobei von einer Mengenreduzierung auf unter 2000 Tonnen ausgegangen wird.

Auf alle Haushalte umgelegt werden müssen auch die Kosten für wilden Müll. In der Kalkulation wird von 150 Tonnen privatem Abfall ausgegangen, der entsorgt werden muss, aber niemandem zuzuordnen ist.

Abwasser

Die Belastungen für die Bürger werden sich hier leicht reduzieren. Die Verwaltung rechnet vor, dass ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt 2021 im Bereich Schmutzwasser 10,80 Euro weniger wird zahlen müssen, beim Niederschlagswasser sind es gemessen an den heutigen Werten 4,80 Euro. Konkret sinkt der Preis für die Beseitigung von einem Kubikmeter Schmutzwasser von 4,24 auf 4,18 Euro. Der Betrag beim Niederschlagswasser reduziert sich um vier Cent auf 1,76 Euro pro Kubikmeter.

Ausschuss und Rat

Die öffentliche Sitzung des Stadtrates am Donnerstag, 29. Oktober, beginnt um 17 Uhr in der Bogenschießhalle des Schützenvereins Kamen, An der Schützenheide 17 in Bergkamen. Schon ab 16.30 Uhr tagt dort der Stadtrat. Das Thema Gebühren ist erstmals am Mittwoch, 28. Oktober, im Betriebsausschuss (ab 17 Uhr, Ratssaal des Ratstraktes) aufgerufen.

Wie beim Abfall fließen auch hier Über- bzw. Unterdeckungen von Gebühren aus den drei Vorjahren ein. Die kalkulatorischen Zinsen, die der Stadtbetrieb Entwässerung Bergkamen (SEB) der Stadt für den Einsatz seines Kapitals in Rechnung stellt, sinkt von 5,50 auf 4,90 Prozent; das entlastet den städtischen Haushalt.

Klärschlamm

Der entsteht in Kleinkläranlagen, muss abgefahren und in den Kläranlagen des Lippeverbandes entsorgt werden. Der SEB geht 2021 von einer Abfuhrmenge von 135 Kubikmeter aus.

Für die Eigentümer der Kleinkläranlagen wird’s billiger. Sie zahlen künftig 99,92 Euro pro Kubikmeter, 1,65 Prozent weniger als in diesem Jahr. Grund ist unter anderem ein Gewinnvortrag aus 2017.

Straßenreinigung

Hier steigen die Jahresgebühren leicht – um 15 Cent je Veranlagungsmeter auf 2,89 Euro. In dem Betrag sind auch die Kosten für den Winterdienst enthalten. Und weil im Winter nicht im gleichen Umfang in jeder Straße geräumt und gestreut wird, gibt’s eine Staffelung. So zahlen Anwohner von Straßen mit Priorität 3 eine leicht verminderte Gebühr von 2,63 Euro. Bei der Straßenreinigung werden im Übrigen insgesamt knapp 148 Kilometer Fahrbahn veranlagt. 2019 hat der EBB knapp 455 000 Euro für die Straßenreinigung und etwa 130 000 für den Winterdienst aufgewendet.

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