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Roter Deckel zum Sparen: Stadt will neue Mülltonnen einführen

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Von: Christoph Volkmer

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Single-Mülltonne mit rotem Deckel
Die Stadt Kamen hat die Tonnen mit dem roten Deckel für Single- und Zwei-Personen-Haushalte bereits im Februar eingeführt. Nun sollen sie auch nach Bergkamen kommen. Im Vergleich zu den aktuellen Gebühren würden Bergkamener bei der 60-Liter-Tonne dann 66,15 Euro im Jahr sparen. © Volkmer

Auf die Bergkamener kommen höhere Ausgaben zu: Sowohl die Gebühren für die Müllabfuhr, als auch für Straßenreinigung und Winterdienst steigen ab dem kommenden Jahr. Das geht aus den Vorlagen des Entsorgungsbetriebs Bergkamen (EBB) für den Betriebsausschuss am Mittwoch, 24. November, hervor.

Bergkamen – Die endgültige Entscheidung fällt im Stadtrat. Gleichzeitig sollen Ein- und Zwei-Personenhaushalte in Zukunft kräftig sparen können. Denn die Stadt führt erstmals die Option einer Restmüllabfuhr im Vier-Wochen-Rhythmus für diese Haushalte ein.

Neue Tonnen

Haushalte mit ein oder zwei Personen, die eine 60- oder 120-Liter-Restmülltonne haben, sollen sich künftig entscheiden können, ob der EBB die Tonne wie gewohnt alle zwei Wochen leert oder, bei geringerem Müllaufkommen, nur noch alle vier Wochen. Diese neue Option sorgt laut Vorlage für Mehrkosten von etwa 20 700 Euro pro Jahr beim EBB. Zudem steigt die Umlage des Kreises im Restabfallbereich um 82 Cent. Auch beim Bioabfall wird im kommenden Jahr eine höhere Kreisumlage (plus 3,37 Prozent) fällig. Auswirkungen hat auch die derzeitige Lage an den Tankstellen. Der EBB kalkuliert für 2022 mit deutlich höheren Kraftstoffkosten für die Abfuhrfahrzeuge. Statt 1,15 Euro pro Liter Diesel werden 1,60 Euro veranschlagt. Hinzu kommen Mehrkosten von knapp 97 400 Euro wegen höherer Aufwendungen für den neuen Wertstoffhof.

Restmüll

Unterm Strich erhöhen sich die Restmüllkosten so um 5,22 Prozent. Für Haushalte mit einer 60-Liter-Tonne, die alle zwei Wochen geleert wird, steigen die Gebühren also von 132,30 Euro auf 139,20 Euro. Ein- oder Zwei-Personenhaushalte, die sich für einen vierwöchigen Rhythmus entscheiden – gekennzeichnet durch eine Tonne mit rotem Deckel – zahlen dementsprechend 69,60 Euro. Für die 80-Liter-Tonne werden künftig 185,60 Euro (also 9,20 Euro mehr) fällig, bei einer Leerung alle vier Wochen 92,80 Euro. Die 120-Liter-Tonne kostet im kommenden Jahr 13,80 Euro mehr – also 278,40 Euro – ,für die 240-Liter-Tonne schlagen 556,80 Euro (plus 27,60 Euro) zu Buche.

Biomüll

Die Gebühren für die Biomüll-Abfuhr steigen um 4,73 Prozent. Für die 60-Liter-Tonne bedeutet das Gebühren von 53,10 Euro und damit Mehrkosten von 2,40 Euro. Die Abfuhr der 120-Liter-Tonne kostet im kommenden Jahr 106,20 Euro und damit 4,80 Euro mehr als 2021. Für die 240 Liter große Biomülltonne werden 212,40 Euro (plus 9,60 Euro) fällig.

Straßenreinigung

Im vergangenen Februar war der Winterdienst nach den starken Schneefällen fast 14 Tage im Dauereinsatz. Das ist einer der Gründe, warum auch bei der Straßenreinigung und im Winterdienst höhere Ausgaben auf die Bergkamener zukommen. Auch hier schlagen erhöhte Kraftstoffkosten zu Buche. Hinzu kommen die Anmietung eines zusätzlichen Lkw für den Winterdienst und die Anmietung eines Kleinschleppers. Zudem ist die Unterhaltung der Winterdienstgeräte teurer geworden, was zum Beispiel Mehrkosten von rund 22 300 Euro verursacht.

Insgesamt gilt es laut EBB, im Bereich der Straßenreinigung Mehrkosten von 45 205 Euro und im Bereich des Winterdienstes von rund 60 400 Euro zu decken. Für die Straßenreinigung ergibt sich demnach nach EBB-Kalkulation ein Gebührensatz von 2,06 Euro pro Meter (2021: 1,83 Euro). Die Gebühren im Winterdienst steigen in den Prioritätsgruppen 1 und 2 von 1,06 Euro auf 1,46 Euro pro Meter, in der Priorität 3 von 80 Cent auf 1,09 Euro. Je Veranlagungsmeter zahlen die Bergkamener, die an Straßen der Priorität 1 und 2 wohnen, im kommenden Jahr also insgesamt 3,52 Euro statt wie in diesem Jahr 2,89 Euro. Anwohner einer Priorität-3-Straße zahlen insgesamt 3,15 Euro für Winterdienst und Straßenreinigung statt 2,63 Euro.

Abwasser

Auch die Abwassergebühren erhöhen sich im kommenden Jahr. Der planerische Vier-Personenhaushalt zahlt 2022 bei der Schmutzwasserbeseitigung 10,80 Euro mehr als in diesem Jahr, bei der Niederschlagsentwässerung erhöht sich die Gebühr um 6 Euro. Pro Kubikmeter Schmutzwasser werden somit 4,24 Euro statt 4,18 Euro fällig, pro Kubikmeter Niederschlagswasser 1,81 Euro statt 1,76 Euro

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