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Gas-Umlage landet beim Verbraucher: GSW erhöhen Preise ab Oktober

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Von: Jürgen Menke

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Das Kochen und Heizen mit Gas wird für GSW-Kunden teurer.
Das Kochen und Heizen mit Gas wird für GSW-Kunden teurer. © dpa / Patrick Pleul

Zwei Preiserhöhungen in zwei Tagen: GSW-Kunden müssen ab Oktober deutlich tiefer in die Tasche greifen. Neben Strom, wie erst am Dienstag angekündigt, wird auch das Erdgas teurer.

Bergkamen/Bönen – Die GSW geben die von der Politik beschlossene Gas-Umlage ab Oktober an ihre Kunden weiter. Wegen weiterer Abgaben und Mehrkosten in der Beschaffung erhöht sich der Gas-Arbeitspreis so um insgesamt 3,47 Cent (Brutto) pro Kilowattstunde. „Das ist auch aus unserer Sicht sehr unschön“, sagt GSW-Geschäftsführer Jochen Baudrexl. Allerdings gebe es keine Alternative zu diesem Schritt.

Erst Strom, jetzt Gas

Erst am Dienstag haben die hiesigen Gemeinschaftsstadtwerke (GSW) Kamen, Bönen, Bergkamen eine Verteuerung des Stroms angekündigt, die die Entlastung durch die zum Juli weggefallene EEG-Umlage komplett wieder auffrisst. Einen Tag später folgt nun die nächste finanzielle Schreckensnachricht. Beide Mehrbelastungen treten zeitgleich zum 1. Oktober ein.

520 Euro im Jahr

Die Preiserhöhung beim Gas führt bei einem Jahresverbrauch von 15.000 Kilowattstunden etwa für eine Familie (Tarif „Fix“) zu Mehrkosten von rund 520 Euro, ein Plus von 37,2 Prozent. Auf den Monat gerechnet sind das etwa 43 Euro. Die Abschläge sollen ab Oktober automatisch erhöht werden.

Teure Beschaffung

Die Gas-Umlage, das steht seit Montag fest, liegt bei 2,419 Cent. Laut Baudrexl kommt noch eine Bilanzumlage dazu, die eingepreist wurde, und eine in der Höhe noch nicht benannte, aber zu erwartende Gasspeicher-Umlage. Überdies seien die Beschaffungskosten um 0,51 Cent (Netto) gestiegen. Die GSW beziehen ihr Gas je zur Hälfte über die Handelskonzerne Uniper und VNG.

Offene Fragen

Die Preiserhöhung wurde vom Präsidium der GSW beschlossen. Eine Sondersitzung des Aufsichtsrats einzuberufen, hätte mit Blick auf die rechtzeitige Kundeninformation zu lange gedauert, sagt Baudrexl. Eine weitere Preiserhöhung für das laufende Jahr schloss der Geschäftsführer im WA-Gespräch aus. Was danach komme, sei schwer einzuschätzen, zumal die Höhe einzelner Umlagen regelmäßig neu berechnet werden könne.

„Wenig überraschend“

Baudrexl geht davon aus, dass die GSW-Kunden von der Preisanpassung nicht überrascht werden. „Was auf sie zukommt, haben sie schon aus den Medien erfahren.“ Gleichwohl fühle man sich als Unternehmen nicht gerade wohl dabei, derartige Preiserhöhungen umzusetzen. „Wir wissen ja, dass viele Haushalte durch die steigenden Energiepreise und die aktuell hohe Inflation an die Grenzen der wirtschaftlichen Belastbarkeit kommen.“

Wechsel als Option?

Einfach den Anbieter zu wechseln, sei für Gaskunden derzeit keine echte Option, sagt Baudrexl. „Der Blick in Vergleichsportale zeigt, dass man als Neukunde zumeist deutlich mehr bezahlt.“ Der Geschäftsführer geht davon aus, dass sich bei der Jahresabrechnung im Februar/März zeigen wird, ob die hiesigen Haushalte dazu in der Lage sind, die erhöhten Energiekosten aufzubringen. „Wenn nicht, ist die Frage, wer dies kompensiert.“

Moratorium im Winter

Baudrexl sagt, er könne sich nicht vorstellen, dass Stadtwerke mit möglichen offenen Rechnungen allein gelassen werden. Ebenso gehe er davon aus, dass es im anstehenden Winter eine Art Moratorium geben wird, damit Haushalten nicht einfach das Gas oder der Strom abgedreht werden kann.

Infos per Brief

In Kürze sollen die Gas-Kunden schriftlich über die Preiserhöhung informiert werden. Gas-Kunden mit einer längeren Preisbindung haben die GSW nicht. „Solch Tarife haben wir schon vor längerer Zeit abgeschafft“, erläutert Baudrexl. Den Kunden bleibt derweil nur eines: Sie müssen irgendwie Geld für die teurer werdende Energie auftreiben. Mit einem Pleite gehenden Versorger wäre ihnen am wenigsten geholfen.

Info: Die Kunden der GSW werden in den nächsten Tagen in einem Schreiben über die Anpassung der Erdgas-Tarife informiert. Über die Anpassung der monatlichen Abschlagsbeträge werden die Kunden in einem gesonderten Schreiben im Oktober informiert. Bei Fragen können sich Kunden an die GSW-Kundencenter wenden, telefonisch unter der Rufnummer 02307/978-2222 oder per E-Mail an kundenbetreuung@gsw-kamen.de. Zudem können Kunden den GSW den Zählerstand des Erdgas-Zählers zum 30. September 2022 online über www.gsw-kamen.de oder schriftlich mitteilen. 

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