Rolls Royce der Saubermacher

Gansow Gmatic arbeitet am Standort in Rünthe an neuer Produktlinie

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Dr. Peter Gansow, Moritz Gansow und Heiko Müller präsentieren zwei der Scheuersaugmaschinen der Baureihe Gmatic mit denen das Familienunternehmen nach der Insolvenz vor 15 Jahren in Rünthe wieder Fuß gefasst hat.

Rünthe – Wer die Dr. Robert Gansow Gmatic AG an der Marie-Curie-Straße in Rünthe sucht, muss gut aufpassen.

Nur ein kleiner Schriftzug auf der Glastür am Haupteingang des Betriebes weist darauf hin, dass – nach Angaben des Unternehmers – dort der weltweit führende Hersteller von Scheuersaugmaschinen der Premiumklasse seinen Sitz hat.

Dr. Robert Gansow hat nach der Insolvenz seines ersten Betriebes an der Industriestraße (später Marcona) ganz offenbar wieder Fuß gefasst. Die Konzentration auf Bodenreinigungsmaschinen in höchster Qualität hat sich gelohnt. „Wir haben in unserer Branche inzwischen die Stellung, die Rolls Royce und Bentley in der Automobilindustrie haben“, sagt der 68-jährige Kaufmann, der die Firma als Aktiengesellschaft aufgestellt hat. 

„Wir betreiben buchstäblich eine Manufaktur. Alle Maschinen mit unserem Markennamen Gmatic werden hier in jährlichen Stückzahlen zwischen 150 und 200 handgefertigt“, betont er beim Rundgang durch die rund 700 Quadratmeter große Produktionshalle, die sich direkt an die Büroräume an der Marie-Curie-Straße anschließt. Das Markenzeichen des Unternehmens ist der speziell behandelte Edelstahl und die Langlebigkeit der Maschinen. 

Die bietet Gansow als handgeführte Geräte oder als Aufsitzer je nach Leistungsfähigkeit zum Preis zwischen 7.000 und 45.000 Euro an. Gereinigt werden können mit den „Gmatics“ alle festen Böden wie Fliesen, Beton, PVC und Epoxitharz. „Sie sind für alles außer textilen Belägen geeignet“, betonen Vater und Sohn. „Die verschiedenen Bauteile erhalten wir von Partnern aus der Region aber auch aus anderen Teilen Deutschlands und Europas. Da haben wir ein ganzes Netzwerk aufgebaut“, sagt Gansow senior. 

20 Arbeitsplätze seit Neuanfang 2004

„Die Bürsten liefert zum Beispiel ein Unternehmen aus Kevelaer im Rheinland“, ergänzt Moritz Gansow. Der 34-jährige diplomierte Wirtschaftsingenieur arbeitet bereits in der Unternehmensleitung mit. Seine jüngeren Brüder Philipp (31) und Lukas (27) sammeln dort neben dem Studium auch schon praktische Erfahrung. 

Insgesamt 20 Arbeitsplätze sind bei Gansow seit dem Neuanfang 2004 entstanden. Es sollen aber noch mehr werden. „Wir wollen uns breiter aufstellen und arbeiten an einer neuen Produktlinie, deren Entwicklung fast abgeschlossen ist. „Damit wollen wir neue Kundenkreise neben Lebensmitteldiscountern wie Aldi, Flughäfen, Großbäckereien und mittelständischen Industriebetrieben erschließen“, erläutert Peter Gansow. 

Zum Beispiel in Großbäckereien kommen die Gmatic-Scheuersaugmaschinen aus der Manufaktur Gansow in Rünthe zum Einsatz.

In sieben Monaten solle die neue Maschinengeneration auf den Markt kommen. Das größte Problem ist dabei laut Peter Gansow die Arbeitskräftebeschaffung. 

Weil sein Vater nur drei Jahre später einen Herzinfarkt erlitt, musste er frühzeitig für ihn einspringen und ihn in den folgenden Jahren unterstützen. Nach dem Tod des Vaters 1998 stand er allein an der Spitze und musste die durch eine unglückliche Verkettung von finanziellen Problemen die Insolvenz und die Übernahme der Firma durch einen Konkurrenten schlucken. Peter Gansow blieb aber am Ball. 

Gansow will jetzigem Standort treu bleiben

Dem jetzigen Standort will er auch trotz der Expansionspläne treu bleiben. „Für den Standort nehmen wir auch die Staus auf der A1 in Kauf, wenn wir täglich von Hagen nach Rünthe fahren“ sagen Vater und Sohn. Das gilt auch für Heiko Müller, ein langjähriger Freund der Familie und inzwischen für das Marketing des Unternhemens verantwortlich. „Das läuft inzwischen komplett über das Internet“, sagt Peter Gansow. 

Die Auslieferung der Scheuersaugmaschinen würden partnerschaftlich verbundene Speditionen übernehmen. Außerdem gebe es bundesweit– aber vor allem in Norddeutschland – Stützpunkte mit selbständigen Partnern. „Die betreuen die Kunden, testen vor Ort die Maschinen und übernehmen den technischen Kundendienst“, so der Firmenchef. 

Wie gut es dem Unternehmen geht und welche Dividenden die Aktiengesellschaft an die Aktionäre überweisen kann, verraten die Gansows nicht. „Wir nennen grundsätzlich keine Zahlen. Diskretion nach außen ist uns wichtig“, antwortet Dr. Peter Gansow auf Fragen zu diesem Thema.

Gansow sucht Mitarbeiter

In sieben Monaten will die Dr. Gansow Gmatic AG eine neue Maschinengeneration auf den Markt bringen. Für die Produktion sucht das Unternehmen weitere Arbeits und Nachwuchskräfte, die trotz intensiver Unterstützung des Arbeitsamtes bisher nicht gefunden werden konnten. 

„Wir brauchen dringend Industrie- und Konstruktionsmechaniker, Logistiker und Mechatroniker. Wenn die Bewerber arbeitswillig sind und sich für unseren Bedarf weiterqualifizieren lassen, können sie auch gerne bei uns bleiben“, sagt Dr. Peter Gansow. 

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