Test-Projekt in Bergkamen

Fußgänger-Check: Wie komfortabel sind Rünthes Straßen? 

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Bergmännchen-Ampel hin oder her: Wie kann Bergkamen besser für Fußgänger werden?

Oft sind es schon die kleinen Dinge, die viel verändern können, da ist sich Lara Wohland von der Planersocietät sicher. Markierungen, Sitzgelegenheiten, bunte Farben: Solche Details könnten dafür sorgen, dass Zufußgehen wieder „en vogue“ wird.

Bergkamen - Mit dem Fußgänger-Check will die Stadt erreichen, dass der Komfort auf den Straßen steigt und Fußgänger auch auf Bergkamens Straßen Aufenthaltsqualität erleben könnten. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Inga Wolf, Wiebke Weltring vom Zukunftsnetzwerk Mobilität NRW, Thomas Reichling von der Stadtplanung und Bergkamens Klima-Manager Norman Raupach stellte Wohland im Rathaus den Fußgänger-Check vor. Ein Projekt, das unter viel Bürgerbeteiligung Bergkamen fußgängerfreundlicher machen will.

 Im ersten Workshop stellten sie am Mittwochabend die Routen vor, die sie im Oktober mit allen Interessierten ablaufen möchten. Untersucht werden beim Fußgänger-Check die Stadtteile Rünthe und Oberaden. „Beide haben ortsdurchschneidende Verkehrsachsen“, erklärte Wohland. Als recht junge Stadt sei Bergkamen besonders autofreundlich konzipiert worden, erklärte Raupach. „Es gibt eine Übermacht des motorisierten Verkehrs.“ 

Fokus auf die Rünther Straße

In Rünthe steht beim Fußgänger-Check die Rünther Straße im Vordergrund. Auf einer Tour – natürlich zu Fuß – werden die Fußgänger-Checker zusammen mit interessierten Bürgern die Strecke erlaufen und sie analysieren. Bereits beim ersten Workshop gestern Abend gab es viel Kritik an Rünthes Fußgängerfreundlichkeit. Gemeinsam mit Ortsvorsteherin Monika Wernau betrachteten die Anwohner die geplante Strecke von der Kettler-Schule bis zum Schacht III und stellten einige Mängel fest. Für Kritik sorgte etwa die fehlende Beleuchtung an der Ringstraße. Anwohner kritisierten, dass es sich gerade im Winter so anfühlen würde, als würden sie in ein schwarzes Loch treten. 

Probleme mit Eltern-Taxis

Auch die Parksituation in Rünthe ist kritisch. Der Hol- und Bring-Verkehr an den Schulen sorgt für viel Unmut. Die Eltern-Taxis würden die Gehwege blockieren und den Schulweg für alle Kinder, die zu Fuß gehen, gefährlich machen. Auch bei den Banken und der Post gebe es zu wenige Plätze für Autos – Wild-Parker seien die Folge, so die Anwohner. 

Rünthe bekam im Vergleich zu Oberaden jedoch ein relativ gutes Fußgänger-Zeugnis ausgestellt. Die Jahnstraße sei katastrophal. Durch den Bau der L821n wird diese jedoch heruntergestuft und kann anders genutzt werden. „Vielleicht haben wir hier die Chance alles neu zu gestalten“, sagte Thomas Reichling. „Dann will ich vorbereitet sein.“

Termine für Interessierte

Die erste Begehung findet am Dienstag, 1. Oktober, in Rünthe statt. Los geht es an der Herz-Jesu-Kirche um 17 Uhr. Am 8. Oktober geht es dann in Oberaden weiter. Dort trifft man sich um 17 Uhr bei Lidl.

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