Funken bis zum Mond: Großes Treffen von Amateurfunkern in Bergkamen

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Amateurfunk begeistert auch heute noch viele Menschen weltweit. Um sich über ihr technisches Hobby auszutauschen, trafen sich die Mitglieder des Distrikts Westfalen-Süd des Deutschen Amateur Radio-Clubs in Bergkamen.

Bergkamen – Eigentlich sind die Mitglieder vom Deutschen Amateur Radio-Club (DARC)/Distrikt Westfalen-Süd das ganze Jahr über rund um den Globus unterwegs. Doch für ihre Mitgliederversammlung haben sie am Samstagnachmittag bereits zum dritten Mal den profanen Koordinatenpunkt 51.606880N/7.653480E ausgesucht.

„Liegt für uns alle am günstigsten“, meinte deren erster Vorsitzender mit der Kennung DK5DC. Natürlich hat DK5DC mit Peter Glasmacher aus Werl auch einen weltlichen Namen. Und auch bei dem Koordinatenpunkt handelt es sich schlichtweg nur um das Restaurant „Schützenheide“ in Bergkamen. 

Neben einem regen Gedankenaustausch gab es bei der Mitgliederversammlung auch Ehrungen für langjährige Mitglieder. Pokale für 40 Jahre Mitgliedschaft gab es für 53 Funker, für 50 Jahre für elf Funker und für 60 Jahre für 13 Funker. Allerdings verteilen sich diese auf den gesamten Distrikt, der sich von Siegen bis Herne, von Marsberg bis Hattingen erstreckt. 

Weltweit vier Millionen Funker

„Früher hatten wir uns beim Funken tatsächlich noch zuerst nach dem Wetter erkundigt“, beschreibt Peter Glasmacher seine Leidenschaft, die er weltweit mit über vier Millionen Funkamateuren teilt. „Dabei ging es jedoch nicht darum, ob der Gesprächspartner gerade bei Sonnenschein auf seiner Terrasse sitzt“, erklärt Peter Glasmacher. „Vielmehr sind die Wetterbedingungen enorm wichtig für das störungsfreie Funken.“ Sogar der Mond, die Meteoriten und auch das Nordlicht seien wertvolle Reflektoren, will man mal um die ganze Welt funken. 

Längst seien die Zeiten auch vorbei, wo man die Funkamateure mit ihren „Drahtantennen“ milde belächelt hat. So waren viele Funker in der westlichen Hemisphäre kürzlich an der erfolgreichen Mondlandung der chinesischen Raumsonde beteiligt, indem sie Funksignale aus dem Mondorbit über Relaisstationen nach China weitergeleitet hatten, als sich China gerade auf der mondabgewandten Seite befand. Noch verblüffender ist dabei sogar die Tatsache, dass die Funkamateure inzwischen sogar exakt 100 Satelliten im Erdorbit kreisen haben, den einhundertsten sogar „geostationär“, erzählt Glasmacher mit ein wenig Stolz. 

Früher war der Funk das Tor zur Welt

„Trotzdem sind wir Funkamateure schon ziemlich verrückt“, gesteht der bekennende Technikfan Peter Glasmacher. „Oft sitzen wir ganz allein in unserem Funk-Raum und suchen die Kurzwellen-Frequenzen nach menschlichen Stimmen ab.“ Habe man dann aber einen Kontakt hergestellt, kämen immer richtig gute Gespräche zustande, begeistert sich Glasmacher. „Wir reden dabei über Gott und die Welt, über persönliche, technische und wissenschaftliche Dinge. Nur die Politik muss draußen bleiben.“ 

Wobei in den Zeiten des Kalten Krieges gerade der Amateurfunk für die Menschen hinter dem Eisernen Vorhang ein wichtiges Tor zur Welt war, weiß Glasmacher zu berichten. „Allein in Russland gibt es derzeit 500 000, in China immerhin 20 000 Funkamateure.“ Dass Amateurfunken sogar den Kopf jung hält, dafür ist bei der Mitgliederkonferenz der 82-jährige Alfred Schlendermann aus Bochum, Kennung DL9GS, der lebende und überaus rege Beweis. 

Die beiden Bergkamener Funker Achim Wortmann (links) und Michael Knippschild nehmen Alfred Schlendermann aus Bochum in ihre Mitte.

„Für uns ist Alfred Schlendermann, der damals mit Karl-Heinz Kaminski zusammengearbeitet hatte, eine wahre Ikone des Tastfunkens und des Morsens“, berichtet Achim Wortmann, Rufzeichen DL1DAW, aus dem Ortsverband 47 Bergkamen. „Inzwischen ist das Morsen von der Unesco sogar zum Weltkulturerbe erklärt worden.“ 

Wer im Raum Kamen/Bergkamen einem Funkerclub beitreten möchte, dem empfehlen die Amateurfunker eine Fahrt zum Kronenstübchen in Hamm-Sandbochum an der Dortmunder Straße. Dort treffen sich jeden ersten Mittwoch im Monat um 20 Uhr Achim Wortmann und seine Funkerfreunde vom Ortsverband Bergkamen.

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