Abi in Corona-Zeiten

„Für uns Schüler sehr belastend“: Gesamtschülerin aus Bergkamen zieht nach Abiturprüfungen Bilanz

Luftballon Glückwünsche Abitur
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Wegen der Corona-Pandemie war es für die Abiturienten kein optimales Abschlussjahr.

Schüler in ganz NRW erhalten in diesen Tagen die Ergebnisse ihrer Abiturprüfungen. Wir haben in den vergangenen Monaten die Bergkamener Gesamtschülerin Angelika Boriskin durch die Abi-Zeit begleitet.

Bergkamen – Das Ende ist zum Greifen nahe. Nur noch zwei wichtige Termine liegen vor Gesamtschülerin Angelika Boriskin, die der WA in den vergangenen Monaten durch die Abiturzeit begleitet hat. Dann ist ihre Schulzeit endgültig vorbei. Am 26. Juni bekommen die diesjährigen Abiturienten der Willy-Brandt-Gesamtschule ihre Abschlusszeugnisse überreicht – aller Voraussicht nach auf dem Hof Middendorf.

Im vergangenen Jahr erhielten die Abiturienten ihre Zeugnisse bei einem Drive-In. „Dieses Jahr wollen wir wieder eine feierliche Übergabe organisieren“, sagt Schulleiterin Dr. Jennifer Lach. Dazu habe es eine Abstimmung unter den Schülern gegeben. „Es gibt zwei Optionen“, erklärt die Schulleiterin. Die Schülerinnen und Schüler haben die Wahl, ob sie lieber alle zusammen ihre Zeugnisse in Empfang nehmen möchten – dafür aber ohne Begleitpersonen.

Überlegungen zur Zeugnisvergabe

„Die Alternative ist, dass wir die Zeugnisse in verschiedenen Zeitfenstern vergeben und die Schüler alle zwei Begleitpersonen mitbringen dürfen“, sagt Lach. „Es sieht so aus, als würde die Mehrheit sich für die zweite Variante aussprechen“, erzählt Angelika Boriskin. Sie findet das ein bisschen schade. „Ich hätte gern alle meine Mitschüler gesehen und diesen Moment mit ihnen erlebt“, sagt sie.

Welche Noten auf ihrem Abiturzeugnis stehen werden, erfährt sie indes schon am Mittwoch. Ein wirklich gutes Gefühl hat sie allerdings nicht. „Es ist eher ein mittelmäßiges Gefühl“, bedauert sie. Während des lange ausgesetzten Präsenzunterrichts habe sie während der Vorbereitung immer wieder das Gefühl gehabt, etwas nicht zu können. „In den Prüfungen hat sich das bestätigt, dass man da saß und sich fragte ‚Was tue ich hier eigentlich?‘“, erzählt sie. Gerade in Fächern wie dem Englisch-Leistungskurs habe es viel Stoff gegeben, der nicht einfach allein zu Hause nachzuholen gewesen sei.

Vorbereitung auf Prüfungen nicht optimal

Rückblickend fühlt sie sich darin bestätigt, dass die Vorbereitung auf die Abiturprüfungen nicht optimal war. „Es hätte zuverlässig Videokonferenzen in allen Fächern geben müssen, um mehr Stoff vermittelt zu bekommen“, findet sie. Gleichzeitig hat sie Verständnis dafür, dass nicht alles sofort funktioniert hat. „Die Situation war für alle neu. Da ist es verständlich, dass keiner weiß, wie man damit umgehen soll. Aber für uns Schüler war das natürlich sehr belastend.“ Die Lehrer hätten sich ihnen gegenüber aber gut verhalten, seien den Schülern entgegengekommen.

Angelika Boriskin, Schülerin der Gesamtschule Bergkamen.

Die Organisation der Prüfungen an sich sei gut gewesen. „Es war ein typisches Corona-Abi, wie man es sich vorstellt“, sagt Boriskin. Der Englisch-LK habe mit dem Grundkurs zusammen in der Sporthalle die Klausur geschrieben. „Im Sowi-Leistungskurs haben wir die Klausur in Klassenräumen geschrieben und der Kurs war einmal geteilt.“ Das sei schon in Ordnung gewesen. Lieber hätte die 20-Jährige aber auch diese Klausur in der Sporthalle geschrieben. „Da war es so schön ruhig“, erzählt sie.

Weniger ruhig wird es wohl bei der Zeugnisübergabe vorgehen. Wie genau die aussehen wird, wissen die Schüler nicht. „Wir hoffen, dass wir noch etwas essen und trinken können, aber das wird sich zeigen“, sagt die Abiturientin. Dass es jetzt vorbei ist, freut Angelika Boriskin. Die Zeit vor dem Abitur habe sich durch die besondere Situation sehr gezogen. „Es fühlt sich gut an, dass unsere Schulzeit jetzt beendet ist.“

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